Anzeige
ANZEIGE

Marleaux Soprano Bass Test

Details

Zur Lieferausstattung des Marleaux Soprano gehören ein gepolstertes Gigbag, Security Locks zur bombensicheren Befestigung des Bassgurtes, Einstellwerkzeuge und eine Mappe mit Herstellungszertifikat und genauen Angaben über verwendete Hölzer, Hardware und Tonabnehmer. Das Gigbag hat etwas unterhalb der Sattelposition eine Halsfixierung, durch die das Instrument sicher und stabil gehalten wird. Ebenso ist der untere Teil extra gepolstert, um etwaige Stöße beim Abstellen auf den Boden abzufangen. Zusätzlich sind mehrere Fächer für Zubehör eingelassen. Der Korpus des Testmodells besteht aus Mahagoni mit einer geflammten, zweiteiligen Ahorndecke, die dunkelviolett gebeizt und matt lackiert ist. Die Übergänge zwischen Decken- und Korpusholz an den durchweg abgerundeten Korpusrändern sind fließend und optisch ansprechend ausgeführt und werden zu den Rändern hin dunkler.

Fotostrecke: 9 Bilder Der Soprano Bass kommt sehr edel daher
Fotostrecke

Der Hals besteht aus dreifach laminiertem Ahorn und wird zusätzlich mit zwei schmalen Wengestreifen gesperrt. Die Mensur beträgt 57cm bzw. 23,3 Zoll (zum Vergleich: Eine normale Longscale Mensur beträgt 86,4cm/34 Zoll). Für das Griffbrett mit seinen 24 Bünden wird indisches Palisander verwendet. Frühere Modelle besaßen Ebenholzgriffbretter, die den Gesamtpreis des Instrumentes jedoch zu weit nach oben schraubten. Die Kopfplatte ist angewinkelt und durchgehender Bestandteil des Halses, also nicht etwa als separates Teil angesetzt, geschäftet oder verleimt. Dies ist ein weiteres Zeichen für hochwertige Verarbeitung. Der Übergangsbereich der Kopfplatte in Sattelhöhe ist durch einen Wulst, einen sogenannten „Kragen“, verstärkt. Dieser Kragen bietet zusätzliche Stabilität für den sensiblen Übergangsbereich zwischen Hals und angewinkelter Kopfplatte.
Der schwarze Kunststoffsattel dient lediglich der Saitenführung, die Saitenauflage wird von einem Nullbund übernommen. Die Kopfplatte, ausgerüstet mit vier geschlossenen Mechaniken der Marke Schaller, hat einen Aufleimer mit identischem Deckenholz (matched headstock), ebenso die Halszunge im Korpusbereich, die mit einem passenden Deckenholzaufleimer abgedeckt ist. Eine Eigenart der Marleaux Bässe ist die extrem gute Bespielbarkeit in hohen Lagen, die dadurch gewährleistet ist, dass das Griffbrett unmittelbar am Korpusübergang endet. Das wiederum erfordert eine verlängerte Halszunge, die in den Korpus hineinreichen muss, damit der Hals ausreichend fest verankert werden kann. In unserem Fall ist dieser sechsfach verschraubt, wobei die Schrauben in Messinghülsen im Korpus auf der Rückseite versenkt sind. Diese überhängende Halszunge ist, kosmetisch gelungen, mit passendem Deckenholz abgedeckt. Dort findet man auch die Aussparung für den Zugang zur Stellschraube des Halsspannstabes. Pate für unsere Miniaturversion stand die klassische Marleaux Consat Form, weshalb die Urbezeichnung des Marleaux Soprano auch Marleaux Consat Sopran Bass lautete. Im Zuge des Erfolges in den USA entschied man sich jedoch zur internationalisierten Namensversion „Soprano“. Das Ausklammern der „Consat“ Bezeichnung in der neuen Produktbezeichnung unterstreicht die Eigenständigkeit des Modells. Der Korpus ist leicht asymmetrisch angelegt. Der obere Cutaway ist schlank verlängert und sorgt dadurch für einen sehr guten Sitz am Körper, wenn der Bass am Gurt hängt. Das Instrument wirkt rundherum edel und ästhetisch und ist hervorragend verarbeitet.

Fotostrecke: 9 Bilder Delano Humbucker
Fotostrecke

Bei der Brücke handelt es sich um eine ETS „Tuning Fork“, eine federlose 3D-Konstruktion, bei der die Reiter in alle Richtungen verstellbar und fixierbar sind. Die Ball-Ends der Saiten werden lediglich in einer „Quick-Change“ Aussparung eingehakt und ermöglichen einen sehr komfortablen und schnellen Saitenwechsel. Die Bridge ist vierfach mit dem Korpus verschraubt.
Die Elektronik ist schnell abgehandelt: Ein einzelner, sehr hochwertiger passiver 2-Spulen Soapbar-Humbucker von Delano mit der Bezeichnung SBC HE/S sorgt für nebengeräuschfreie Übertragung und ist, nimmt man die Distanz zwischen Griffbrett-Ende und Brücke, etwas näher in Richtung Bridge positioniert. Die Befestigung mit drei Schrauben erlaubt das stufenlose Justieren in Höhe und Anstellwinkel. Direkt neben der Brücke befindet sich ein zweistufiges Stack-Poti mit einem Zentralknopf und einem unterhalb liegenden äußeren Ring. Das Zentralpoti regelt die Lautstärke, der Ring bewegt ein passives Tonpoti, mit dessen Hilfe die höheren Frequenzen abgesenkt werden. Beide Potis haben eine Mittelraste, die jedoch für die Verwendung mit einem Einzeltonabnehmer und passiver Elektronik bedeutungslos ist. Es ist vermutlich lediglich kosteneffizienter, ein Potentiometer vom gleichen Typ universell in mehrere Modelle zu bauen, weil man dann als Hersteller größere Stückzahlen ordern und diese günstiger verarbeiten kann. Dennoch bietet die Mittelraste zumindest eine grobe Orientierung für die Position des passiven Tonpotis, dessen Stellung sich optisch nicht ablesen lässt. Der Lautstärkeregler hat eine kleine Markierung auf der Oberseite, sodass man dessen Stellung erkennt.
Das Elektronikfach auf der Rückseite fällt entsprechend klein aus und ist mit einer runden Kunststoffplatte abgedeckt, die zweifach verschraubt ist. Wie bei vielen Gitarren sitzt die Klinkenbuchse an der unteren Korpusflanke (Zarge). Aufgrund des sehr schlanken, schmalen Profils hätte man die Buchse nicht auf die Frontseite verlagern können, weil der Platz für die Länge der Klinke nicht ausreicht.
Der Marleaux Soprano ist für Standard-Bassstimmung (E-A-D-G) mit regulären Saiten in den Zoll-Stärken 030 (G-Saite), 040 (D-Saite), 060 (A-Saite), 080 (E-Saite) bestückt. Das sind handelsübliche Saiten, wie sie bei Sechssaiter-Sätzen für die oberen C-, G-, D- und A-Saiten verwendet werden, lediglich gekürzt auf die erforderliche Mensurlänge des Marleaux Soprano. So gibt es auch keinerlei Probleme bei der Beschaffung von Ersatzsaiten.

Fotostrecke: 5 Bilder Und so sieht der Soprano von hinten aus
Fotostrecke
Kommentieren
Profilbild von Norbert

Norbert sagt:

#1 - 07.01.2014 um 01:32 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Die Soundbeispiele sind toll gespielt. Respekt!1500€ sind ganz schön viel Geld. Aber eigentlich würde ich sowas sehr gerne spielen. Gibt´s solche "Bässe" auch günstiger von anderen Firmen?

Profilbild von Oliver (Bonedo Red. - Bass)

Oliver (Bonedo Red. - Bass) sagt:

#2 - 07.01.2014 um 16:19 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Hallo Norbert, 1.500,- Euro sind in der Tat viel Geld. Es gibt allerdings nichts Vergleichbares gegenüber dem Marleaux Soprano. Er ist ein vollkommen eigenständiges Instrument. Betrachtet man ihn als Gelegenheitsinstrument oder Gimmick, ist der Anschaffungspreis sicherlich zu hoch. Verwendet man ihn jedoch regelmäßig und als vollwertiges Instrument, relativieren sich die Kosten entsprechend. Für ca. 500,- Euro könnte man als Alternative eine Solid-Body U-Bass Ukulele der Firma Kala erwägen. Diese ist allerdings nicht mit Metallsaiten, sondern mit Kala eigenen Polyurethan-Kunststoffsaiten bespannt und nähert sich klanglich eher einem Kontrabass an (ähnlich wie früher der Guild/DeArmond Ashbory Bass mit Silikonsaiten).
(Oliver - Bonedo Red. Bass)

Kommentare vorhanden
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.