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Mackie SRM-Flex Test

Praxis

Die Spannung war enorm, als ich die Mackie SRM-Flex ausgepackt hatte, waren doch schon die aktiven Lautsprecher wie FreePlay, Reach oder die großen SRM-Modelle eine wahre Freude, sowohl in Verarbeitung, als auch Klang und diversen Details, die mich überrascht hatten.
Auf den ersten Blick sieht auch die SRM-Flex sehr gut aus. Das Design ist bekannt aus den aktuellen Serien SRM und FreePlay, die farblichen Akzente mit den giftgrünen LEDs weisen genau wie der Boogie-Tänzer (okay, Running Man) eindeutig auf ein Produkt aus dem Hause Mackie hin.
Mit knappen 14 Kilogramm gehört die Säule zu den Leichtgewichten in der großen Säulengalerie, bewegt sich mit dem 10-Zoll-Bass und den sechs 2-Zoll-Kalotten dort aber in den oberen Rängen dieser Klasse.

Fotostrecke: 7 Bilder Oben auf dem Gehäuse des Subwoofers ist der Konnektor versenkt.
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SRM | Flex Connect

Mackie ließ sich nicht Lumpen und spendierte der SRM-Flex eine eigene App zur Fernsteuerung. Die Mackie SRM Flex Connect App steht in einer Reihe mit der Mackie FreePlay Connect App und der viel früheren Mackie Connect App. Angepasst an die neue SRM-Flex erhalten wir so eine stabile App mit einem gewissen Schatz an Erfahrungen, die uns vor Bugs bewahren.
An der Firmware des Lautsprechers wird derweil noch geschraubt. So meldete sich nach der Installation auf einem iPad 4 Mini und dem Verbinden mit der Box der Hersteller mit einem Firmware-Update über die besagte App. Leider greift die App nicht direkt in die automatische Sperre des iPads ein, die ich manuell zurücksetzen musste. Das Firmware-Update verlangt nach einem in der Zeit des Updates aktiven Gerät, sonst wird die Übertragung unterbrochen und die alte Firmware belassen.
Bluetooth-Kopplung und Musik-Streaming laufen, wie zu erwarten ist. Die Benutzung der App ist kinderleicht, verlangt aber doch zur Einsichtnahme in die hinterlegten Dokumente, Videos, Bedienungsanleitungen und Datenschutzerklärungen eine Internetverbindung. Das hält zwar die App schlank, ein PDF mit den Bedienungsanleitungen hätte aber schon noch draufgepasst.
Schauen wir uns die Bedienung anhand der folgenden Grafiken an:

Fotostrecke: 8 Bilder Nach Öffnen der App können wir uns mit der SRM-Flex verbinden.
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Sound

Mackie gibt sich bescheiden in den Angaben über die SRM-Flex. Dabei reicht die Verstärkung für ein Auditorium von 110 Personen und gerade in meinem Open-Air-Test war die Verbreitung des Sounds recht gut. In einem Halbkreis von 40 Metern Radius macht die SRM-Flex einen tollen Job. Tatsächlich schließt sich der Frequenzverlauf der SRM-Flex ab ein paar Metern vor der Box. Höhen und Mitten schmelzen auf etwas Entfernung zusammen, eine Benutzung im direkten Nahfeld gestaltet sich schwierig. Da müssen wir darauf achten, das aktive Säulenelement auf Ohrhöhe des Auditoriums zu montieren und die Lautstärke moderat zu gestalten.
Wir können drei Master-EQ-Einstellungen „Music“, „Speech“ und „Live“ abrufen. „Music“ hat dabei noch einen relativ neutralen Frequenzverlauf mit dem obligaten Mittenloch, was für Stäbchensysteme mit nur sechs Speakern in der Säule typisch ist. Der 10-Zoll-Bass schiebt tanzkompatibel die unteren Frequenzen mit gutem Punch nach vorne. Die Höhen bilden sich seidig ab. Bei dem Leistungstest erreiche ich eine Lautstärke von 104 dB(A). Dabei hält sich das Eigenrauschen des Lautsprechers nobel zurück. Ich höre sie kaum im Leerlauf arbeiten, auch wenn sie direkt vor mir steht, vorbildlich.
Die Einstellung „Speech“ schneidet rigoros den Bass ab und gibt ein leichtes Plus auf Präsenz. Ein Shure SM-58 klingt ohne Einsatz des Kanal-EQs schon schlüssig und wir erreichen ohne Mühe eine Distanz von über 40 Metern und mehr. Feedbacks riskieren wir im Nahfeld bei etwa 60 % Verstärkung. Das ist soweit okay, da diese Lautstärke einen sowieso schon zu mehreren Schritten vor die Box treibt.
Bei „Live“ gibt es ein Absenken der Mitten mit etwas Betonung auf die Subfrequenzen und spritzigen Höhen. Die Verwendung als Monitor und PA in der Einstellung „Live“ ist durchaus gegeben, wenn sich die Band etwas seitlich zur Mackie SRM-Flex befindet. Auf diese Weise werden Feedbacks vermieden und die horizontale Abstrahlung reicht auch vollkommen aus. Zwar gibt Mackie eine horizontale Verteilung von 90° an, doch ist noch direkt neben der Box der Sound erstaunlich gut.
Meine Playlist habe ich sowohl über Kabel als auch über Bluetooth eingespeist, beides klingt sehr konsistent. Die SRM-Flex arbeitet mit dem Bluetooth-Protokoll Version 4.2, damit habe ich eine besonders stabile Verbindung innerhalb von 12 Metern. Im Freien kam ich bis auf 35 Meter Entfernung, dann wird die Übertragung aber so dünn, dass geringste Behinderungen bereits zum Abriss der Übertragung führen. Das heißt: Sound beeinflussen kann ich noch bequem hinter dem Auditorium, Sound einspeisen besser direkt an der Box und am allerbesten über Kabel.
Schließe ich ein Shure SM-58 an den Monokanal an und betätige den Schalter für Mikrofon-Verstärkung, muss ich den Volume-Regler beinahe bis Anschlag aufdrehen, wenn ich mich in ein anliegendes Playback mischen will. Da wünsche ich mir noch einiges an Headroom.
Gleiches gilt für die Instrumentenschaltung, die das leichte Britzeln meines Basses auch nicht ganz wegdrücken kann, wenn ich die Saiten loslasse.
Insgesamt muss ich also das Playback leiser fahren, um live darüber spielen und singen zu können. Den so gewonnenen Headroom erkaufe ich mir über das Master-Volume, welches ich dann lauter fahren muss. Auch wenn die Werte der EQs ungewöhnlich erscheinen – Hi-EQ bei 6 kHz und Bass-EQ bei 90 Hz (je +5 / -15 dB) – lässt sich mit den Onboard-EQs sehr gut arbeiten. Die Entzerrung des Shure SM-58 funktionierte gut. Um schnell Frische in die Frequenzen zu bringen, reichen 6 kHz eben oft schon aus.
Letztlich teste ich die drei Hall-Algorithmen der Master-Sektion. Den Reverb kann ich nur auf die beiden Monokanäle einschleifen, wo sie auch den meisten Sinn machen. Als Preset dient eine Art Plattenhall, der ordentlich im Oldschool-Stil flattert. Es macht sich etwas Rockabilly-Atmosphäre breit beim Testen. Wir können zwischen kurz, medium und lang wählen, je nachdem, wofür wir den globalen Hall verwenden wollen. Die Qualität ist gut, dicht und kommt sogar mit tiefen Frequenzen parat. Denn ich hatte aus Versehen den Hall noch aktiv, als ich meinen Bass zupfte. Insgesamt ein guter Wohlfühl-Hall für die Bühnenmomente.

Mackie SRM-Flex: Flex Your Muscles.
Mackie SRM-Flex: Flex Your Muscles.

Anwendungen

Das System ist sehr mobil. Mit der Schutzhülle für den Subwoofer und der Umhängetasche für die Säulenelemente ist es für die meisten Transportmöglichkeiten gut geschützt, besonders und gerade zu Fuß. Die Tasche für die Säulenelemente muss allerdings etwas eingearbeitet werden, da die entsprechenden Fächer am Anfang recht eng sind.
Die Mackie SRM-Flex ist für jeden interessant, der ein kleines, potentes, mobiles PA-System für ein Publikum bis 110 Personen sucht. Egal ob es Vortragende sind, einzelne Singer/Songwriter, Duos oder gar reisende DJs, die sich von dem Stäbchen besser zwei besorgen. Dabei kann sich die Säule auf Ständen bei Straßenfesten, in Bars, Galerien oder für Präsentationen im kleinen Stil durchsetzen.

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