Anzeige
ANZEIGE

LD Systems MIX 10 und MIX 10 A G3 Series Test

Praxis

Trotz der Ferrit-Treiber und des 400-Watt-Powermixers sind die Boxen recht leicht und gut zu handhaben. Auffällig ist der leicht stechende Geruch, den ich auf den Strukturlack oder den Holzleim der Gehäuse zurückführe. Eine ordentliche Lüftung tut not, da die Box dieses Aroma auch brav über das Bassreflex-Rohr entlässt.
Die Boxen werden per Speakon-Kabel verbunden, ein Schalter entscheidet, ob wir ein Mono- oder Stereosystem betreiben. Ein Main-Level-Poti regelt die Gesamtlautstärke. Das System ist schnell betriebsbereit, allerdings empfiehlt sich aufgrund der fehlenden Pegelanzeigen in den Eingängen ein sorgfältiger Soundcheck.
Zunächst teste ich den Bluetooth-Kanal. Die Übertragung besticht durch hohe Zuverlässigkeit und sauberen, artefaktfreien Sound. Auch wenn ich mit der Bluetooth-Quelle wild in der Gegend herumrenne und sich eine Wand zwischen mir und den Boxen befindet, bleibt die Verbindung stabil. Der Hersteller garantiert zehn Meter Reichweite, die ich auch ausgenutzt habe.   Der Klang der Lautsprecher ist sehr solide. Volles Aufreißen des Mixers wird mit einem leichten Anstieg des Rauschens ab etwa 75% Verstärkung quittiert, dafür brüllen die kleinen Speaker noch in fünf Meter Abstand mit 100 dBa. Im Nahfeld erreicht das Pärchen locker über 105 dBa. Das reicht, um 80 bis ca. 100 Personen ein ordentliches Erlebnis zu bereiten.   Wer mehrt Basspfund benötigt – denn brutal tief reichen die Zehnzöller natürlich nicht – findet bei LD Systems passende Subwoofer bis zum 18 Zöller, die gut über den Sub-Out angefahren werden können.

Fotostrecke: 5 Bilder Trotz der kompakten Größe macht die Box einen bulligen Eindruck.
Fotostrecke

Die Line-Eingänge arbeiten ebenfalls zuverlässig und laut und so gehe ich mit einem Shure SM58 in den Mikrofon-Input. Ich muss ordentlich am Gain reißen, um das Mike in die Summe einzupassen. Selbst die Anhebung um 10 Dezibel per Taster reicht nicht wirklich aus. Also muss ich die anderen Signale etwas zurückfahren. Alle EQs greifen recht scharf ins Geschehen ein. Nach meinen Geschmack dürfte die Güte der Bänder etwas flacher sein, um eine weiche Entzerrung zu ermöglichen. Begeistert bin ich von der Feedback-Festigkeit der Boxen, die unter vollen Segeln erst ab 30 cm Abstand mit dem SM58 leichtes Ziehen verlauten lassen. So empfehlen sich die Boxen auch als Bühnenmonitore.
Die Effekte überzeugen weniger. Sie tendieren zum Rauschen, klingen flach und blechern. Obendrein passt die Beschriftung nicht mit den tatsächlichen Presets überein. Wähle ich ein anderes Preset, schaltet sich zudem das DFX-Modul automatisch stumm, so dass ich jeden neuen Effekt per Mute-Taste reaktivieren muss. Das nervt.
Ebenfalls ärgerlich: Im Test hatte ich nach erneutem Einschalten ein massives, lautes Störgeräusch auf den Lautsprechern. Anscheinend hängt sich ab und an der DSP auf. Da hilft nur nochmaliges Aus- und wieder Einschalten, dann ist der Fehler weg. Abzüge in der B-Note gibt es ferner wegen des eigenwilligen Geruchs der Boxen.  

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.