Kyro Dulo 830 Test

Praxis

Der Dulo 830 wird für den Praxisteil an ein 1×12 Cab mit Celestion Creamback-Speaker angeschlossen, der mit einem Beyerdynamic M160 Bändchenmikrofon abgenommen wird. Zuerst einmal geht es an die Erforschung der nackten Tatsachen, das heißt in diesem Fall, dass der Dulo 830 ohne zusätzlich vorgeschaltete Pedale gespielt wird, um einen Eindruck des unverzerrten Grundsounds bei mittlerer (neutraler) Einstellung aller Regler zu erhalten. Die folgenden Beispiele sind zuerst ohne EQ, dann mit Equalizer und im dritten Audio ist der Bright-Schalter zusätzlich aktiviert. Der Gain-Regler steht auf einem sehr niedrigen Wert.

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Neutraler Sound – EQ & Bright Off (Stratocaster) Neutraler Sound – EQ On – Bright Off (Stratocaster) Neutraler Sound – EQ & Bright On (Stratocaster)

Generell liefert der Dulo 830 im Standalone-Betrieb schon einen recht guten und abgerundeten Ton, wenn man bedenkt, dass er ja als Endstufe eingesetzt wird. Im Gegensatz zu manch anderen Vertretern aus diesem Genre könnte er auch als Clean-Amp ohne zusätzlichen Preamp eingesetzt werden. Man erhält natürlich mehr Charakter, wenn man ein entsprechendes Pedal vorschaltet. Für die Disziplin “Cleansound” habe ich einmal den Vertex Steel String Clean Drive mit geringem Gain benutzt und im zweiten Beispiel hört ihr das FDR-1 Pedal von Boss. Um den klanglichen Unterschied zu verdeutlichen, hört ihr bei diesem Beispiel zuerst den Dulo 830 allein, dann mit vorgeschaltetem FDR-1 und schließlich kommen noch Effekte (Reverb, Delay) hinzu.

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Vertex Steel String – Dulo 830 (Stratocaster) Boss FDR-1 – Line 6 HX Effects (Delay) – Eventide H9 (Reverb) – Dulo 830 (Stratocaster)
Die Dulo 830 Endstufe liefert gute und durchsetzungsfähige Sounds.
Die Dulo 830 Endstufe liefert gute und durchsetzungsfähige Sounds.

Jetzt sind die Overdrive-Pedale an der Reihe und auch da macht unser Testkandidat eine gute Figur. Mit eingeschaltetem EQ und Bright-Funktion sowie etwas weiter aufgedrehten Höhen und Presence erhält man einen absolut durchsetzungsfähigen Sound. Der Equalizer arbeitet eher dezent, sodass keine krassen Frequenzverbiegungen möglich sind, was in diesem Fall aber auch nicht notwendig ist. Der Dulo 830 liefert einen neutralen Grundsound, der beim Einsatz von Pedalen in den oberen Frequenzbereichen gerne noch etwas angehoben werden kann. Mit Overdrive-Pedalen bis zum mittleren Zerrgrad funktioniert das alles, bei den High-Gain-Sounds mit Distortion-Pedalen gibt der Dulo 830 einen etwas undefinierten Sound aus, für diesen Einsatzbereich würde ich den Amp weniger empfehlen.

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Walrus Audio Ages – Dulo 830 (Esquire) Okko Diablo – Dulo 830 (SG) Diezel Herbert – Dulo 830 (PRS Holcomb)

Ein ähnliches Klangverhalten hatte ich, als ich den Kemper Profiler als Vertreter für die Modeling Amps vor den Dulo 830 geschaltet habe. Der Monitor-Out des Profilers war so eingestellt, dass er einen passablen Pegel lieferte, EQ und Bright am Dulo 830 waren deaktiviert. Im Bassbereich waren die Sounds leider etwas verwaschen, da hatte ich mit anderen Endstufen bessere Ergebnisse erzielen können. Ob das bei Line 6 oder Boss Multieffekten ähnlich ist, kann ich nicht bestätigen, weil ich keines dieser Geräte zum Testzeitpunkt verfügbar hatte.
Zum Abschluss wird noch der Line-Out mit der Cab-Simulation geprüft, und dort gibt es recht Positives zu vermelden, denn was das Pedal dort mit aktivierter Lautsprechersimulation verlässt, ist durchweg brauchbar. Natürlich kann man das Ergebnis nicht mit dem vergleichen, was hochwertige Cab-Simulationen mit aufwendig erstellten Impulsantworten liefern. Aber auch als Alternative auf der Bühne oder bei der Probe, wenn man mal kein Cab mitschleppen will, taugt der Line Out allemal.

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Walrus Audio Ages – Dulo 830 – mikrofoniertes Cab (Stratocaster) Walrus Audio Ages – Dulo 830 – Line Out mit Cab Sim (Stratocaster)
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