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Istanbul Mehmet Tony Williams Tribute Cymbals Test

Praxis

Die beiden Ridebecken sind ein Traum

Der eine oder andere Drummer wird die Erfahrung gemacht haben, dass ein sehr dunkel und komplex klingendes Ridebecken allein gespielt sehr viel Spaß und Inspiration bieten kann, im musikalischen Kontext mit anderen Musikern aber zuweilen untergeht, da die nötige Präsenz in den mittleren und hohen Frequenzen fehlt. Die beiden Tony Williams Tribute Rides meistern diesen Spagat mühelos, obwohl sie weit weniger komplex und stereotypisch nach Jazz klingen als ich es zunächst erwartet hätte. Vielmehr hat man es hier mit sehr organisch klingenden Ridebecken zu tun, die ganz klar im Jazz- und Big-Band-Kontext funktionieren, aber auch mühelos in Pop- oder Singer/Songwriter-Settings funktionieren sollten. Beide Rides bieten ein fein perlendes, gut ortbares, definiertes Sticksignal, die Becken haben außerdem artikulierte und sehr gut mit dem Flächenklang harmonierende Glockensounds. Die konstanten Tonhöhen auf den jeweiligen Zonen rund um die Glocken bezeugen die sehr sorgfältig ausgeführte Hämmerung. Im Vergleich zum Jazz-Rock Ride, das mit seinen gut 300 Gramm Mehrgewicht etwas gedeckter und glockiger klingt und dadurch insgesamt etwas mehr in Richtung Mainstream geht, ist das 22“ Tribute Ride etwas komplexer im Grundsignal und lässt sich am Rand noch leichter ancrashen.

Hier seht ihr beide Ridebecken im Gruppenbild.
Hier seht ihr beide Ridebecken im Gruppenbild.
Audio Samples
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15″ Hi-Hat, solo und im Set 14″ Hi-Hat, solo und im Set 18″ Crash, solo und im Set 16″ Crash, solo und im Set 22″ Tribute Ride, solo und im Set 22″ Jazz-Rock Ride, solo und im Set

Die beiden Crashes fallen tonal recht unterschiedlich aus

Das 18“ Crash entpuppt sich als leicht ansprechendes Becken, dessen Fokus ganz klar auf dem Bereich Crash liegt, es ist also weniger ein Crash-Ride, wie es in dieser Größe gern von Jazzdrummern favorisiert wird. Von der Tonalität her klingt es sehr ausgewogen und insgesamt nicht besonders laut, so wäre es auch ein ideales, eher weich klingendes Becken für musikalische Einsätze im leiseren Pop-Bereich oder für Studioarbeit.
Das neu dazu gekommene 16“ Modell geht blitzschnell auf, klingt dabei komplex und gleichzeitig etwas fauchig mit einem tief klingenden Unterton. Es ist so dünn, dass es auch mit den Fingern gespielt werden kann. Für meinen Geschmack passt es am wenigsten zu den anderen Becken, ein 20“ Crash-Ride hätte ich als Brücke zwischen dem 18“ Crash und den 22“ Rides passender gefunden. 

Audio Samples
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14″ Hi-Hat, 18″ Crash und 22″ Tribute Ride – im Set 15″ Hi-Hat, 16″ Crash und 22″ Jazz-Rock Ride – im Set 22″ Tribute Ride und 22″ Jazz-Rock Ride – Groove 22″ Tribute Ride und 22″ Jazz-Rock Ride – Slow Swing

Die Hi-Hats in 14“ und 15“ – traditionell und ausgewogen

Die Hi-Hats in 14“ und 15“ gehen trotz unterschiedlicher Optik klanglich in eine sehr einheitliche Richtung. Beide Pärchen klingen crisp und artikuliert und alle Bewegungen lassen sich mühelos umsetzen. Durch die mittlere Gewichtsverteilung ertönt mit dem Pedal gespielt ein definierter und crisper Chicksound, der sich sehr gut durchsetzen kann. Ob für klassische Jazz Sounds oder Popmusik, die Hi-Hats sind echte Arbeitstiere und für mich neben den beiden Rides die Überraschung in diesem Testfeld. Besonders das 14“ Modell ist klanglich eine der besten Hi-Hats, die ich in den letzten Jahren zum Test vorstellig hatte.

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