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HK Audio LUCAS NANO 605 FX Test

Praxis

Die NANO 605 FX trägt man an zwei stabilen Griffen zum Aufstellort. Dies ermöglicht einen rückenschonenden Transport vor dem Oberkörper. Auch einhändig ist sie gut zu bewältigen. Die zwei Topteile sind zum Transport miteinander fest verbunden und im Subwoofer solide verpackt. Dort werden sie von zwei Flügelschrauben gehalten. Die gesamte Verarbeitung wirkt ausgesprochen vertrauenerweckend. Das Material macht einen vollkommen stabilen Eindruck, Verschlüsse, Verbindungselemente und Anschlüsse sind solide eingearbeitet.

Fotostrecke: 4 Bilder Auch einhändig ist die LUCAS NANO gut tragbar
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Aufbauvariante 1: Das Mono-Cube Setup

Bei der einfachsten Aufbauvariante werden die Tops auf den Subwoofer gesteckt. Zur Entnahme der Topteile muss man den Subwoofer auf die Vorderseite legen, was sicherlich alsbald zu Kratzern auf der Subwoofer-Front führen wird. Löst man die Tops aus dem stehenden Subwoofer, benötigt man entweder drei Arme oder es lastet das Gewicht der Tops auf den zu lösenden Verschlüssen, was möglich, aber weniger materialschonend ist.
So weit, nicht so gut, lauert alsdann der Easy-Click, so die von HK Audio verwendete Bezeichnung für ein Stecksystem, mit dem man laut Anleitung „kabellos glücklich“ wird. Da war ich aber gespannt. Die beiden Topteile müssen dazu auf die Oberseite des Subwoofers aufgesteckt werden. Klingt einfach, aber dieses System war zumindest beim Testmodell schwergängig.
Das Einsetzen in die Führungsschiene des Subwoofers gelang mir erst nach vielen Versuchen. Genauso erging es den anwesenden Musikern. Dann müssen die Tops fest einrasten, aha, da war er also endlich, der Click. Es ist nicht gut zu erkennen oder zu ertasten, in welchem Winkel und wo genau man die Tops einsetzen muss. Auch beim Lösen der Easy-Click-Verbindung ist ein ziemlicher Widerstand zu überwinden, was mich bei einem neuen Testmodell, das ich gern unbeschadet zurückgeben wollte, schon einige Überwindung gekostet hat. Da würde ich mal sagen: Click ja, easy nein.
In der Einbuchtung für die Topteile befindet sich hilfreiche Darstellung der verschiedenen Aufbauvarianten. Praktisch ist, dass auch die Positionen des Setup-Umschalters und des Balance-Reglers aufgezeichnet sind. Außerdem befindet sich dort eine Autosleep-Funktion, mit der der Verstärker, wenn 4,5 Stunden kein Audiosignal anliegt, in den Sleep Modus fährt. Die Sinnhaftigkeit erschloss sich mir persönlich nicht. Meines Erachtens hätte man eine solche Funktion weglassen können. Der Setup-Schalter wird für die einfachste Aufbauvariante auf Satellite-Array-Betrieb gestellt.

Fotostrecke: 9 Bilder So simpel ist die einfachste Aufbauvariante
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Aufbauvariante 2: Das Mono-Setup

Dabei wird zwischen Subwoofer und Tops eine höhenverstellbare Distanzstange eingebaut. Die für zusätzliche 125 Euro erhältliche Distanzstange mit praktischer integrierter Audioverbindung hebt die Topteile bis zu 1,37 Meter in die Höhe. Sie wird in den Subbass geschraubt und die Topteile mit Easy-Click auf der Distanzstange befestigt. Der Setup-Schalter bleibt auf Satellite Array-Betrieb gestellt. Leider fehlten immer noch die Mitten und das Grundrauschen aus den Tops, das bei komplett zugedrehten Inputs schon auftrat, wenn der Master nur auf 12 Uhr stand, wurde in dieser Aufstellart noch besser hörbar. Immer noch waren Gesang und Sprache angenehm rückkopplungsfrei.

Fotostrecke: 7 Bilder Aufbau mit Distanzstange ist sehr stabil
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Die Mixer-Sektion

Die Bedienung der Mixer-Sektion stellte sich aus einigen Gründen als gewöhnungsbedürftig heraus. Die Kanalstrips sind in Schlangenlinien angeordnet, einfache Frage: Warum? Übersichtlicher wird die Nutzung – zumal oft im Halbdunkeln – dadurch jedenfalls nicht. Von den sieben wählbaren Reverbs klingen meines Erachtens vier zu metallisch. Die Mic-Line-Instrumenten-Umschalter hätten etwas größer sein können. Dafür befindet sich neben dem On-Schalter ein ungewöhnliches großes Feld, das im angeschalteten Zustand grün und bei Fehlern rot leuchtet. Und die Phantomspeisung für die Kanäle 1 und 2 findet man logischerweise wo? Genau, unter dem Mischpult auf der Geräterückseite neben dem linken Lautsprecherausgang. 

Fotostrecke: 2 Bilder Der Kanalstrip ist in Kurvenform angeordnet
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Aufbauvariante 3: Das 2.1-Setup

Hierzu werden die Tops getrennt, einzeln auf für zusätzliche 169 Euro erhältliche König & Meyer Boxenstative gestellt und mit LS-Kabeln an die Subwoofer-Einheit angeschlossen. Der Setup-Schalter wird auf Stereo Satellite-Betrieb gestellt. Immer noch fehlen ein wenig, wie sollte es anders sein, die unteren Mitten. Aber so langsam merkt man, wie viel Kraft diese PA entfalten kann. Sie ist gut zur Beschallung von 120 Personen geeignet.

Fotostrecke: 5 Bilder Gut, wenn Stative ohne Kratzer transportiert werden können
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Aufbauvariante 4: Das Twin-Stereo-Setup

Schließlich ist ein Stereo-Aufbau mit je einem Subwoofer und Tops links und rechts der Bühne möglich. Nun sind wir schon bei mehr Material, das erworben, bewegt und verkabelt werden muss. Denn nun werden zwei PA-Systeme miteinander kombiniert: Die 605 FX und eine HK Audio LUCAS NANO 602. Eine PA links, eine rechts, beide über den Mixer des 605 FX angesteuert. Preislich kommt man für beide Systeme mit zwei Distanzstangen auf etwa 2180 Euro. An Gewicht macht das zwei Mal 16,3 kg für die beiden NANOs, dazu zwei leichte Distanzstangen.
Die Setup-Schalter beider Anlagen auf Stereo Satellite-Betrieb, die Balance-Regler an beiden Mixer-Einheiten jeweils nach links bzw. rechts. Die Link In/Out-Buchsen beider Subwoofer miteinander verkabelt. Damit verlassen wir so langsam den Bereich der einfach aufzubauenden kompakten Beschallung. Der Klang jedoch ist es wert. Er ist bei Sprache, Soloinstrumenten und fertig abgemischter Musik ausgewogen und druckvoll, auch in einiger Entfernung.

Fotostrecke: 3 Bilder Die HK AUDIO LUCAS NANO 602 ähnelt der 605 FX sehr
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