ANZEIGE

Gretsch Renown Maple Test

PRAXIS
Mein Testset heißt RN-S683. Dahinter verbirgt sich ein Bebop-Setup in den Größen 18“x16“, 12“x8“ und 14“x14“. Dazu gab es eine passende 14“x5“-Snare in „Dark Walnut“ (DW). Was für ein schickes Schlagzeug, ich bin verzückt! Viele Details machen mich darauf aufmerksam, dass ich es hier mit einem “richtigen” Gretsch-Set zu tun habe. Da wären zum Einen die Form und Optik der Böckchen, an der man Gretsch Sets schon seit 50 Jahren erkennt, zum Anderen der „Silver Sealer“, den es ebenso lange gibt. Zudem sehe ich ein weiteres Gretsch-Markenzeichen, die Gussspannreifen auf allen Trommeln. Die Bassdrum ist davon ausgenommen, sie hat zehnlagige Maple-Spannreifen in Setfarbe.

Die sehr hübsche und tadellose „Dark Walnut“-Hochglanzlackierung verstärkt den klassischen Look. Auch die Verarbeitung der Kessel lässt auf ein hochwertiges Instrument schließen. Die feinen Kessellagen sind tadellos verleimt. Nur vereinzelt lassen sich gekittete Stellen an Stosskanten finden. Der schmale Grat verläuft auf der zweiten Kessellage von aussen und ist so exakt gefräst, dass sich mit dem Finger nicht die kleinste Unebenheit erfühlen lässt.
Jetzt zu den moderneren Ausstattungsmerkmalen: Das 12“-Tom ist mit dem „GTS Suspension System“ ausgestattet. Das ist eine stabile „freischwingende“ Tomhalterung nach bewährtem Prinzip, bei der der Haltering mittels Gummihülsen an vier Stimmschrauben befestigt ist. Die Bass Drum meines Testsets hat übrigens keine Rosette zur Aufnahme der Tomhalterung. Das 12“-Tom wird also mittels Clamp beispielsweise am Beckenständer befestigt.
Die Kesselhardware ist an der Kesselaußenseite komplett mit Gummi unterlegt. Auch haben die Bassdrum Claws eine gummierte Innenseite zum Schutz der Spannreifen. Die Snareabhebung funktioniert wie alles andere tadellos und ist auch auf der „Butt“-Seite (dem Gegenstück zur Abhebung) mit  Vierkantschrauben zur Befestigung des Teppichs ausgestattet. Bleibt nun vor dem Soundcheck noch der Blick auf die Befellung. Diese sieht aus wie folgt: Die Toms sind mit Evans Genera “G2” auf der Schlagseite und namenlosen aber vernünftig wirkenden, klaren Fellen in Ambassador-Stärke ausgestattet. Die Snare trägt schlagfellseitig ein Genera “G1 coated” und „untenrum“ ein ebenfalls namenloses Resofell in Ambassador-Dicke. Auf der Bassdrum gibt es ein “EQ4” auf der Schlagseite und ein schwarzes Resofell mit Gretsch-Logo.
Alle Stimmschrauben sind in den Böckchen durch eine Kunststoffscheibe verstimmgesichert.

Sound

Die Toms zeigen eindrucksvoll, was mit „That Great Gretsch Sound“ gemeint ist. Ihr Stimmumfang ist enorm, ihr Sound durch alle Lagen gleichbleibend „woody“-warm und rund mit sehr vollem Ton.

Audio Samples
0:00
Tiefe Toms Tiefe Toms (Beat)

Dank der schon erwähnten Zusammenstellung aus dünnem Kessel, 30°-Gratung und Gussspannreifen klingen die Kessel lebendig mit sehr kontrollierten Fellobertönen. Um eine zusätzliche Dämpfung à la Moongel + Co. muss man sich nicht kümmern. So lassen sich neben sehr sauberen, jazzig hohen Tunings auch extrem tiefe Stimmungen mit „brüllenden“ Fellen hervorragend umsetzen. Es ist wirklich erstaunlich, was für Kraftpakete die mit 12“ und 14“ eher kleinen Trommeln sind. Die mitgelieferten klaren Felle geben den Toms einen modernen Touch. Klassische Sounds mit „Coated“- oder Fiberskin Fellen sind aber ebenso gut (vielleicht sogar noch etwas besser) machbar.

Die Snare klingt ebenfalls hervorragend. In mittleren Lagen und völlig unbedämpft tönt sie warm mit viel „Holz“ und ausgeprägter Vintage-Färbung. Damit gibt sie dem Rest des Sets eine deutlich jazzige Note. 

Audio Samples
0:00
Snare solo Snare und Toms jazzy

Mit bedämpftem Schlagfell wird sie kontrolliert und präzise mit sehr schönem Bauch. Diesen Charakter behält sie auch in hohen und höchsten Stimmungen und wird dabei im klassischen Sinne „funky“. Selbstverständlich sind auch Rimshots dank der Gussspannreifen eine Freude. Teppichsound und Ansprache sind durch alle Stimmungen ausgewogen und präzise. – Attenzione! Die Snare gehört nicht zum Lieferumfang des beschriebenen Shell-Sets.

Die Bassdrum fügt sich wie erwartet tadellos in das bisher Beschriebene ein. Mit geschlossenem Frontfell, mittlerer Stimmung und leichter Innendämpfung produziert sie ein sehr sauberes, jazziges „Bumm“ mit viel Ton.

Audio Samples
0:00
Funky Beat Jazzy Beat Hip-Hop Beat Beat X

Ein weicher Beater, etwa mit Fellkopf, kommt dieser Stimmung noch entgegen. Bevorzugt man es etwas „dreckiger“ entfernt man einfach die Innendämpfung, et voilá! Mit Loch im – oder sogar ganz ohne Fronfell und tiefer gestimmt gewinnt sie deutlich an Kick und Durchsetzungskraft und produziert dabei erstaunliche Bässe. Allerdings kann sie, bedingt durch ihre Grösse, bei „rockigeren“ Stimmungen rein Lautstärketechnisch nicht mehr mit den anderen Trommeln des Sets mithalten. Einziger Minuspunkt ist das minderwertige Frontfell, dessen Dämpfungsring derart uneben verklebt ist, dass es leider bei jedem Schlag schnarrt. Es hilft wirklich nur das Auswechseln des Fells.

Kommentieren
Profilbild von kai

kai sagt:

#1 - 14.01.2014 um 17:56 Uhr

0

Spiele seit zwei Jahren das Set:
RN-R643 24“x16“ Bass Drum, 13“x09“ Tom Toms, 16“x16“ Floor Tom Deep Inca Gold SparkleDas beste Drumkit das ich je gespielt habe, volltönig, bestens verarbeitet, sieht geil aus.. Die Mittelklasse Snare kommt in Setfarbe... Habe das Setmit der Taylor Hawkins signature snare aufgepeppt, wenns mal laut werden soll, werde mich nicht mehr nach anderen sets umschauen. Damit werde ich alt....

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • Meinl | Caixa Snares 12" & 14" | Sound Demo
  • Zildjian | Thomann 70th Anniversary Cymbal Set | Sound Demo
  • Ludwig Universal Brass Black & Gold Snare | #shorts #ludwigdrums