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Franz Bassguitars Wega 5 Test

Praxis

Der Franz Bassguitars Wega 5 wiegt 3,6 kg. Angesichts der Holzauswahl würde man ein höheres Gewicht erwarten, doch der Body ist gechambered, also unter der Decke mit Hohlräumen versehen, die das Gewicht reduzieren. Dass der Bass trotz seines relativ massiven Halses am Körper hängend dennoch perfekt sitzt und keinerlei Tendenzen zur Kopflastigkeit aufweist, verdankt er seiner schmalen Korpusform mit dem etwas länger gezogenen oberen Cutaway. Durch die minimal verlängerte Longscale-Mensur mit 24,5 mm erhalten die Saiten einen etwas strafferen Zug, was einen drahtigen, intonationssicheren Sound begünstigt. Zusammen mit der Holzauswahl äußert sich das (noch unverstärkt gespielt) in einem sehr kernigen, deutlich im Mittenbereich fokussiertem Ton, der aber nicht hart klingt.
Dieser Eindruck bestätigt sich auch sofort, wenn man den Bass dann schließlich verstärkt. Schon im passiven Modus liefert er vor allem klangliche Präzision und großartige Ausgewogenheit über das gesamte Griffbrett. Die passive Tonblende greift nur dezent in den Sound ein, mildert die Höhen ein wenig ab und spendiert einen leichten Mittenpush, wenn sie voll zu gedreht wird. Der Sound wird dadurch jedoch keinesfalls muffig.
Hier ein Beispiel mit beiden Tonabnehmern 50/50 im Passivmodus, Tonblende ca. 50% offen/geschlossen:

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Passiv, beide Tonabnehmer, Tonblende halb geschlossen

Wer schlanke Hälse gewohnt ist, wird sich hier erst einmal ein wenig eingewöhnen müssen, denn der Wega 5 fordert durchaus ein wenig Kraft und Einsatz, bedingt durch den Halsumfang und die kernige Saitenspannung. Man muss also schon etwas zupacken, wird aber auch dafür belohnt, denn all dies sind Dinge, die dem Sound enorm zugute kommen. Drückt man das Volumen-Push/Pull-Poti hinein, dann befindet sich der Wega 5 im aktiven Modus. Die Frequenzbereiche der Bass/Höhenregler greifen sehr passend in den natürlichen Soundcharakter ein. Im Gegensatz zu vielen anderen Bässen korrelieren bei unserem Testbass passive und aktive Sounds sehr gut miteinander. Mit leichter HiFi-Note, ohne steril zu werden, kann man nun die Bässe und Höhen nach Herzenslust bis zu maximal 15 dB anheben, ohne dass der Sound künstlich wirken würde. Im folgenden Beispiel hört man zuerst den Stegtonabnehmer, im zweiten Beispiel den Halstonabnehmer:

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Aktiv, Stegtonabnehmer, Bässe und Höhen angehoben Aktiv, Halstonabnehmer, Bässe und Höhen angehoben
Traumbass aus deutschen Landen: der Franz Bassguitars Wega 5
Traumbass aus deutschen Landen: der Franz Bassguitars Wega 5

Der Wega 5 wirkt insgesamt robuster, als viele E-Bässe in seinem Preissegment. Der Sound ist ebenfalls so einzustufen, aber natürlich kann man diesen auch sehr filigran gestalten. Um entsprechende Spieltechniken umzusetzen, müsste man den Bass unter Umständen mit einer noch flacheren Saitenlage einstellen, als die, welche unser Testinstrument aufwies. Allerdings ist dieses Setup geradezu ideal für nebengeräuscharme Schnarrfreiheit, weswegen ich nur bedingt etwas daran ändern wollte. Aber diese individuelle Entscheidung ist dank der leichten Justiermöglichkeiten auch schnell erledigt – die Korrektur der Oktavreinheit der G-Saite dauerte beispielsweise bei mir genau zwei Minuten!
Im folgenden Beispiel hört man auf dem linken Kanal den Bass aktiv mit beiden Tonabnehmern im Verhältnis 50/50 und geboosteten Bässen und Höhen. Auf dem rechten Kanal hört man den Stegtonabnehmer im Aktivbetrieb mit abgesenkten Höhen.

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Linker Kanal: Aktiv, beide Tonabnehmer, Bässe und Höhen angehoben, Finger/Slap | Rechter Kanal: Aktiv, Stegtonabnehmer, Höhen abgesenkt, Finger

Zuletzt noch ein Beispiel im aktiven Modus mit unterschiedlichen Spieltechniken, Tapping, Flageoletts, Akkorden und dem Austesten der tiefen B-Saite.

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Aktiv, beide Tonabnehmer, Bässe und Höhen angehoben, verschiedene Techniken
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