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Fostex PM04.d Test

Praxis

Natürlich teste ich auch diese Boxen wieder zu erst auf meinen Stativen und mit einer Stereo-Basisbreite von einem Meter. Die Speaker befinden sich also etwa 1 m voneinander und von mir entfernt. Filter gibt es keine, also kann ich auch nichts weiter einstellen, sondern nur mit der Positionierung experimentieren. Allerdings sind die Speaker auch nicht besonders groß und ihr Tiefgang entsprechend beschränkt, wodurch sie auch nicht besonders aufstellungskritisch sind.
Der Klang ist gutmütig und dezent, das heißt zum einem, dass die Höhen nicht besonders ins Gewicht fallen, also leicht zurückgenommen sind. Negativ ausgedrückt könnte man sagen, sie klängen etwas „bedeckt“, positiv ausgedrückt könnte man aber auch sagen, sie seien „unstressig“. Bassmäßig ist die Box natürlich nach unten beschränkt, trotzdem überrascht mich die Basswiedergabe angesichts der Größe. Somit hinterlassen auch tiefe Kickdrums und Bassläufe eine Vorstellung, wie das Ganze auf einer großen Box klingen wird. Sollte man Bässe so mischen, dass sie auch auf dieser Box knackig klingen, dann sind sie es definitiv auch!
Besonders sind allerdings die Mitten hervorzuheben, welche ziemlich präzise, unverfälscht und schnell transportiert werden, was in dieser Preisklasse absolut nicht selbstverständlich ist. Sogar der Übergang im Bereich der Trennfrequenz ist sauber, hier „matscht“ also nix. Die Speaker klingen auch nicht nach kleinen Holzkasten bzw. „boxy“, was mich echt überrascht, lediglich in den Tiefmitten nehme ich ein ganz leichtes Dröhnen war, was allerdings nicht sonderlich stört. Port-Turbulenzen aus den Bassreflexöffnungen sind indes nicht wahrzunehmen.
Die Stereoauflösung ist breit und ermöglicht eine gute Analyse des Stereogeschehens. Sprache oder Videomaterial kann man hiermit also bestens mischen und bearbeiten, aber auch in der professionellen Musikproduktion kann dieser Speaker als kleiner Zweitmonitor überzeugen.
Pegelmäßig darf man von solch kleinen Boxen natürlich keine Wunder erwarten, gerade wenn das Klangmaterial extrem basslastig ist. Zum Fernsehen bei humanen, praxisdienlichen Pegeln kann man allerdings auch durchaus drastisch große Stereobasisbreiten und Abhörabstände wählen. Sollte man allerdings Musik abhören wollen, ist es schon besser, sich deutlich näher vor die Boxen zu setzen. Demzufolge war auch meine Platzierung auf den Stativen etwas übertrieben, weshalb ich auch einen Aufbau auf meinem Tisch gewagt habe. Dadurch wurde das Stereofeld zwar kleiner, aber nochmal präziser – logisch, der Raumeinfluss sinkt dadurch ja auch. Allerdings ist eine Positionierung auf dem Schreibtisch immer mit Druckstau und Reflexionen verbunden, ein „spezielles Desktop-Filter“ zur Kompensation findet sich bekanntlich nicht. In Anbetracht des Paarpreises von unter 250 Euro ist das aber zu verschmerzen.

Ziemlich groß im Sound, die Kleinen.
Ziemlich groß im Sound, die Kleinen.
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Profilbild von Juergen T.

Juergen T. sagt:

#1 - 19.06.2014 um 12:46 Uhr

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Die könnten genau das richtig sein für mein kleines Projektstudiolein zu Haus. Sehr informativ! Weiter so!

Kommentare vorhanden
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