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Faderfox DX 2 Test

Details

Der erste Eindruck
Auf Hochglanz-Produktfotos und Eyecatcher verzichtet der schlichte braune Karton, lediglich ein seitlicher Aufkleber gibt Auskunft über die Identität seines 450 g leichten Bewohners. Ob das eine artgerechte Haltung ist? Vielleicht wenigstens ein kleines Luftloch? Hhmm, mal sehen, ob da drinnen alles okay ist. Glück gehabt. Der Controller liegt wohl behütet auf Schaumstoff und Luftpolsterfolie. Damit es ihm auf seiner Reise nach Berlin nicht langweilig wird, hat er seine eigene Bedienungsanleitung und ein Werbefaltblatt mitbekommen. Eine CD mit Traktor- und Live-Setupdateien befindet sich ebenfalls im Lieferumfang. Dann die erste Überraschung. Das ehemals schwarze imaginäre Fell schimmert nun silbrig. Da freut sich der potenzielle Nutzer, denn nun lassen sich die Bezeichnungen besser ablesen, vor allem in dunklen Clubs. Das Layout ist zwar nicht komplett beschriftet, sollte aber auch Greenhorns nicht überfordern. Bevor ich weiter auf die Effekteinheit eingehe, zunächst ein Auszug aus dem mitgelieferten PDF, denn es könnte den sprichwörtlichen Nagel auf seinen berühmten Kopf treffen. “Jede Technik, welche auf Interaktion mit dem Menschen basiert, muss ein spezielles und ergonomisches Interface dafür zur Verfügung stellen … und genau an dem Punkt setzt Micromodul DX2 an.“ Ob der FX-Debütant das Rüstzeug zum Klassiker mitbringt, bliebe dann zu klären.

Alles dabei!
Alles dabei!

Micromodul DX2
Der kompakte Controller im Taschenbuchformat bringt auf einer Fläche von 10 cm mal 18 cm fünf Encoder, vier Drehregler, 36 Buttons und eine Shift-Taste mit. So kommt der Kreativzwerg auf rund 90 MIDI-Parameter. Vom DJ2 hat er die Transportsteuerung im unteren Abschnitt vererbt bekommen. Einerseits lässt er sich dadurch allein am externen Mixer einsetzen, andererseits bietet er die Möglichkeit, während des Effektschraubens schnell mal einen Track anzuschubsen, ohne den Controller verlassen zu müssen. Es kommt halt ganz auf das Setup, die persönlichen Wünsche und somit auf die individuelle Belegung an. Im Handbuch wird zur „optimalsten Steuerung von Traktor“ die Verwendung von jeweils zwei DX2 und DJ2 Einheiten nahegelegt, das macht zusammen etwa eintausend Euro. Der Smiley hinter der Empfehlung spricht für sich selbst. Im oberen Abschnitt der Kontrolleinheit DX2 warten je vier Regler und Schalter auf ihren FX-Einsatz. Traktor Pro bietet Zugriff auf mehrere Parameter eines Effekts oder Verkettung mit Steuerung eines Modifiers. Vier graue, unbeschriftete Taster unterhalb des Logos schalten die Effekt-Sektionen an den Kanälen A/C beziehungsweise B/D ein.

Der mittige Encoder browst in der Playlist, die flankierenden Taster laden das Musikstück ins gewünschte Deck. Sehr praktisch, so kann der DJ die Maus im Käfig lassen. Zwei dedizierte Seek/Scratch Encoder verhelfen zu namensgebenden Manövern. SYNC ist für die automatische Tempo- und Beatsynchronisation angedacht. Da diese aber je nach Komplexität des Songs und der genutzten DJ-Software schon mal daneben liegen kann, verbaut Fuchs zusätzliche Pitch-Encoder, um das Tempo manuell anzupassen. Im Zusammenspiel mit Traktor ermöglichten sie im Test eine Feinjustierung im Hundertstel Prozentbereich. Die Drehregler sind zunächst etwas schwergängig. Der Käufer ahnt, dass sich dieser Zustand im Verlauf der Nutzungszeit ändern wird, ohne dass er in naher Zukunft Ersatzteile einplanen muss. Leider liefern die Waterkant-Controller keine optischen Parameterrückmeldungen. Dieser Umstand erfordert eine höhere Konzentration als bei Rapport-freudigeren MIDI-Konsolen und zieht leider auch manchmal den Sicherheitsblick zum Bildschirm nach sich. Gerade im Umgang mit Loops und FX wären beleuchtete Status-Buttons angenehmer. Ob Freunde der Schleifenverschachtelung mit dedizierten, von Mikrotastern regierten Loop-Territorien voll auf ihre Kosten kommen, ist ein Thema für den Praxisteil.

DX2_Browser

Plug and Play
Die nächste Überraschung zeigt sich beim Anblick des Backpanels. Fünf-Pol-MIDI statt USB-MIDI ist angesagt. Ein Kabel ist nicht beigelegt. Dann mal schnell zum nächsten Shop. Fünf Euro ruft der Kabelkrämer auf, die hätten vielleicht auch noch in die Kalkulation eines Komplettpaketes gepasst. Vor allem wenn man ländlich wohnt, kann Unachtsamkeit während eines Bestellvorgangs zu ungewollten Wartezeiten führen. Aber Spaß beiseite, die Verwendung eines Standard-MIDI-Ports anstelle einer USB-Lösung macht besonders Sinn, wenn der Nutzer mehrere Faderfüchse hintereinander schalten möchte. Jede Einheit verfügt über einen MIDI Ein- und Ausgang und unterstützt MIDI-Merge. Der DJ kann jederzeit ein weiteres Modul ins Traktor-Geschehen einbinden, ohne dabei einen Software- oder Systemabsturz fürchten zu müssen und es ist sofort einsatzbereit. Damit der Gewichtsvorteil nicht von zusätzlichen Netzteilen und Verteilern aufgehoben wird, lässt sich DX2 genau wie seine Verwandten mit einem Satz von drei AA-Batterien unabhängig vom Stromnetz betreiben. Der Hersteller verspricht eine Stand-by-Zeit von rund 100 Stunden. Wenn der Batterie-Indikator zu blinken beginnt, hat man hoffentlich ein Ersatzpack dabei. Ansonsten ist nach einer guten Stunde Schluss mit Kontrolle.

Fotostrecke: 2 Bilder Die gute alte Mignonzelle feiert bei Herrn Fuchs ein Revival
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