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Test
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25.05.2016

Zultan Raw Series Profi Cymbal Set Test

Beckenset

Neue Rohheiten vom Bosporus

Die Türkei im Jahre 2016: Ein Land im Wandel, ein Land voller Widersprüche. Nach wie vor unbestritten sind allerdings die Qualitäten der in der türkischen Kultur tief verwurzelten traditionellen Beckenfertigung. Und genau deshalb lässt Thomann die Cymbals seiner Hausmarke Zultan in Istanbul fertigen – aus der legendären B20 Bronze und in 100% Handarbeit. Im Zultan-Portfolio finden sich mittlerweile so einige Serien, in diesem Test nehmen wir uns den neuesten Streich des deutsch-türkischen Bündnisses vor, die Zultan Raw Serie. Die Oberflächen der Instrumente dieses vierteiligen „Profi Cymbal Sets“ wurden nicht abgedreht, was ihnen neben einer rohen Optik ihren erdigen, obertonarmen Klang bescheren soll. Preislich liegt der Satz im Zultan-üblichen unteren Bereich, was das Raw Cymbal Profi Set besonders für Einsteiger und Drummer mit schmaleren Budget attraktiv machen dürfte. 

Trockene und erdige Cymbal Sounds, die wenig Obertöne und eine geringere Lautstärke produzieren, erfreuen sich seit geraumer Zeit großer Beliebtheit. Ein anderer, ebenfalls deutscher Beckenhersteller, die Firma Meinl, hat in dieser Klangwelt bereits eine erhebliche Vorreiter-Arbeit geleistet und auch diejenigen Trommler auf diesen Sound angefixt, deren Geldbeutel eigentlich eher auf schmalere Ausgaben in Sachen Becken ausgerichtet ist. Besonders für diese Klientel könnte die Zultan Raw Serie eine interessante Alternative darstellen. Wie roh und trocken und vor allem wie gut die Teller am Ende wirklich klingen, werden wir nun herausfinden.

Details

Die Becken kommen in einem großen Karton zu mir nach Hause, in welchem sich eine schwarze, mit dem Zultan Logo bedruckte Nylon-Beckentasche befindet, in der die Cymbals einzeln verpackt in transparenten Plastikfolien stecken. Die eigentliche Tasche ist eine prima Dreingabe, um die Teller von A nach B zu transportieren, fürs Touren ist sie allerdings kaum geeignet, da sie weder über Fächer verfügt, noch irgendeine Art von Transportschutz bietet. Die einzelnen Becken kommen optisch wie Geschwister ums Eck, alle Instrumente haben eine unpolierte, etwas „dreckige“ Anmutung. Auf beiden Seiten eines jeden Beckens sind die dicht beieinander liegenden Schläge der Handhämmerung erkennbar. Gleiches gilt für alle Kuppen, bei denen die Hammerspuren nicht weniger deutlich, aber kleiner ausfallen. Ebenfalls auf allen Cymbals sind beidseitig schwarze „Zultan“-Schriftzüge aufgebracht, auf den Top-Seiten findet sich auch je ein „Raw“-Logo und eine Größenangabe, mit Ausnahme der beiden Hi-Hat-Teller, bei denen die Größenangaben jeweils auf die Unterseiten aufgebracht wurden. Zudem erkennt man auf allen Becken noch ein kleines „Handmade Cymbals“ Logo, Qualitätsmerkmal und Beleg für die hundertprozentige Handarbeit, in der die Instrumente gefertigt wurden. Alle Kuppenlöcher sind sauber gearbeitet, somit wird das Raw Profi Cymbal Set seinem professionellem Anspruch optisch und hinsichtlich der Verarbeitung schon einmal gerecht. 

Mehr Leichtgewicht als Heavy Metal

Wie es sich für eine Bande „roher“ Becken gehört, sind diese nicht superdünn, und gehen von mittelleichter bis mittelschwerer Gewichtsklasse ins Rennen: Das kleinere 16“ Crash kommt auf schlanke 1105 Gramm, das 18“ Crash bringt mit 1684 Gramm deutlich mehr auf die Waage. Auch die Hi-Hats sind nicht gerade Schwergewichte (Top: 1184 Gramm, Bottom: 1280 Gramm), hier fällt mir der ungewöhnlich kleine Gewichtsunterschied zwischen Top- und Bottom Cymbal auf, der bei den meisten Hi-Hat-Kombinationen in der Regel etwas deutlicher ausfällt. Das relativ dünne und mittelschwere Ride mit seinen 2440 Gramm Lebendgewicht passt somit auch gut ins Bild. Die Kuppen aller Becken sind in gewöhnlichen Größen gehalten und laden zum „Riden“ darauf ein. Das probieren wir doch gleich mal, auf in die Praxis!

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