Test
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08.12.2020

sE Electronics sE8 Omni Test

Kleinmembran-Kondensatormikrofone

8? Nein, Kugel!

Mit dem sE8 Omni Stereoset hat sE Electronics seinem 2017 vorgestellten sE8 Nieren-Set ein weiteres, preislich interessantes Kleinmembranpärchen zur Seite gestellt. Das chinesische Unternehmen, welches von dem ehemaligen Fagott-Spieler Siwei Zou gegründet wurde, hat sich in den letzten Jahren mit vielen, oft erstaunlich hochwertigen Schallwandlern und einem wirkungsvollen Marketing als echter Gegenspieler zu deutlich teureren Konkurrenten etabliert. Aber wozu ist so ein Mikrofon mit Kugelcharakteristik eigentlich gut?

Die Frage ist durchaus berechtigt, kommen die meisten Anwender mit der bewährten Niere doch sehr gut zurecht. Eine Kugel hat jedoch einige Vorteile, wenn man weiß, wie man sie einsetzen möchte. Ihre Konstruktion sorgt nämlich nicht nur dafür, dass sie den ganzen Raum „hört“, ihr wird auch eine ebenerer Frequenzgang nachgesagt, sowie die Eigenschaft, nahezu frei von Nahbesprechnungseffekten zu sein. Optisch lassen sie sich von ansonsten baugleichen Nierenkollegen nur anhand ihrer geschlossenen Kapselgehäuse unterscheiden, denn sie arbeiten als sogenannte Druckempfänger. Nierenkapseln bezeichnet man hingegen als Druckgradientenempfänger, Schlitze hinter der Membran sowie ein Laufzeitglied sorgen für die gewünschte Richtwirkung. Was all dies für unsere Testobjekte bedeutet, lest ihr auf den folgenden Zeilen.

Details

Vom Koffer bis zur Stereoschiene ist alles dabei

Wie schon das sE8-Set mit Nierenkapseln überzeugt auch die Omni-Version mit einer kompletten Ausstattung. Es beginnt mit einem stabilen Aluminiumköfferchen, welches nicht nur die beiden Mikros beherbergt, sondern auch zwei Halterungen mit Gewindeadaptern, zwei Windschütze und eine hochwertige Stereoschiene aus Aluminium. Der einzige Unterschied zwischen beiden Sets liegt wie eingangs erwähnt in den Kapseln. Diese bietet sE Electronics übrigens auch einzeln an, wer also bereits über die Nieren-Versionen verfügt, kann entsprechend aufrüsten. In Sachen Bauform und optischer Erscheinung fallen unsere Testobjekte unspektakulär aus. Mit zwölf Zentimetern Länge weisen sie ein klassenübliches Standardmaß auf, die Metallgehäuse wurden sauber gefertigt. Nur das rote sE Logo sowie zwei rote Schiebeschalter stechen aus dem matten Schwarz heraus.

Es gibt jeweils zweistufige Filter

Bei den Reglern handelt es sich um zwei schaltbare Filter. Das obere der beiden betätigt ein Pad, welches den Eingangspegel bei Bedarf wahlweise um zehn oder 20 dB reduziert. Darunter sitzt ein Low-Cut-Schalter. Neben der Neutralstellung können damit tieffrequente Geräuschanteile entweder bei 80 oder 160 Hertz mit einer Flankensteilheit von sechs dB pro Oktave aus dem Signal gefiltert werden. Satte 20 mV/Pa Empfindlichkeit weist das Datenblatt aus, 20 bis 20000 Hertz nutzbarer Frequenzbereich dürften als Standard in dieser Mikrofonklasse gelten. Beim Frequenzgang fällt der lineare Bass- und Mittenbereich auf, ab 4500 Hertz macht sich die Kurve zu einem leichten Höhenflug auf. Auch dies ist eine typische Eigenschaft von Kugelkapseln.

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