Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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01.01.2021

Harley Benton GL-2NT Guitarlele Test

1/8 Konzertgitarre

Ukutarre

Die Harley Benton GL-2NT Guitarlele vereint die Gene einer Konzertgitarre und einer Tenorukulele. Von der Ukulele hat sie Größe und Mensur, von der Gitarre die sechs Saiten geerbt, und deshalb trifft auch die Wortschöpfung „Guitarlele“ den Nagel auf den Kopf, obwohl die Bezeichnung Ukutarre natürlich auch passen würde.
Die Grundstimmung entspricht der einer Gitarre, allerdings mit den Tönen A-D-G-C-E-A. Daraus resultiert dann auch der hawaiianisch anmutende Sound. Wie sich die kleine Hybridgitarre in der Praxis schlägt und für welche Einsatzzwecke sie sich besonders empfiehlt, wird der folgende Test zeigen.

Details

Die HB GL-2NT kommt in einem Gigbag mit Rucksackgurt und Tragegriff. Mit einer Mensur von knapp 43,3 cm bei einer Gesamtlänge von 73 cm hat die GL-2NT die Größe einer 1/8 Konzertgitarre bzw. die einer Tenorukulele, womit sich der Kauf einer Reisegitarre unter Umständen erübrigen könnte.
Die verbauten Hölzer – ein munterer Mix aus Fichte (Decke), Mahagoni (Body), Blackwood (Griffbrett) und Nato (Hals) – unterliegen nicht den Restriktionen, die den Herstellern im Washingtoner Artenschutzabkommen zum Schutz der bedrohten Arten zur Auflage gemacht werden. Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass der Hersteller kein massives Holz verbaut hat. Wenn man die Schalllochränder im Querschnitt betrachtet, erkennt man, dass eine Schicht Sperrholz mit einem hauchdünnen Furnier aus Fichtenholz verblendet wurde. In diesem Preissegment dürften diese Maßnahmen aber kaum überraschen.
Auch mit Intarsien hält sich unser Testmodell vornehm zurück, denn auch eine Schalllochumrandung hat man der GL-2NT nicht spendiert. Mit einem schön gemaserten Body aus Mahagoni zeigt sie sich aber von ihrer Schokoladenseite.

Der große aufgeleimte und angeschraubte Rechtecksaitenhalter aus Blackwood beherbergt eine nicht kompensierte Stegeinlage, die bei Nylonsaiten auch nicht unbedingt vonnöten ist. Die Saiten werden am Tieblock fest verknotet und halten dort nach einer gewissen Einspielzeit auch stabil die Stimmung.
Eine schwarze Einbindung schützt rundum die Korpuskanten am Decken- und Bodenrand, und die halbmatte Lackierung wurde hauchdünn ohne Fehl und Tadel aufgetragen.
Im Inneren der Guitarlele dominieren die Gene der Gitarre. Boden und Decke werden mit echten Reifchen mit den beiden Zargen verbunden, die einteilige Decke und der einteilige Boden wurden lediglich mit zwei Querbalken stabilisiert.

Hals und Griffbrett

Das Griffbrett aus Blackwood ist akkurat und ohne Überstände auf einen Hals aus Nato geleimt, das Halsprofil entspricht einem flachen D. Eine Verstärkung benötigt der schlanke Hals nicht, er sollte auch so dauerhaft dem Saitenzug der Nylonsaiten widerstehen. Eine ausgeprägte Welle im oberen Drittel des Griffbretts stört den Spielfluss nicht, vor allem, wenn man mit herkömmlichen „open-string“ Griffen unterwegs ist.

Allerdings hat man der Guitarlele einen Bund „gestohlen“. Auf dem Griffbrett haben nämlich nur 17 Bünde Platz gefunden. Damit kann man aber gut leben, da man in den höheren Lagen ohnehin mit den immer schmaler werdenden Bünden zu kämpfen hat. Und zum Solospiel sollte man die Guitarlele mit ihren relativ unelastischen Nylonsaiten auch nicht unbedingt überreden.
Positionsmarker sind lediglich auf der schwarzen Griffbretteinfassung platziert.
Der Sattel wurde passgenau eingesetzt und er ist mit 4,8 cm wesentlich breiter als der einer ausgewachsenen Westerngitarre. Der Hals-Korpus-Übergang befindet sich wie bei einer Konzertgitarre am 12. Bund.

Kopfplatte

Die gefensterte Kopfplatte gibt sich ebenfalls betont klassisch. Die offenen Mechaniken wurden auf einer einteiligen Grundplatte aus Chrom („three on a plate“) verschraubt. Die weißen Kunststoffwirbel arbeiten leichtgängig und verrichten einen ordentlichen Job.

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