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18.04.2018

Vom Cajon zum Schlagzeug: Cajon-Setups

Cajon Video-Workshop für Drummer

Das Cajón ist oft die erste Wahl, wenn es für Drummer heißt, etwas leiser zu treten. Ob beim Gig in einer akustisch schwierigen Umgebung, wie beispielsweise einer Kirche, Unplugged-Shows oder weil es sich stilistisch einfach so ergibt: Es gibt Situationen, in denen ein Drumkit einfach zu dick aufträgt. Sich nur auf eine schnöde Holzkiste zu limitieren ist jedoch auch nicht jedermanns Sache - zum Glück kann man sich mit wenig Aufwand ein kleines Schlagzeug rund um das Cajon bauen. 

Hier kommen deshalb ein paar Inspirationen, wie ihr euer eigenes Cajón-basiertes Setup zusammenstellen könnt. Wir stellen euch drei Herangehensweisen zur Konfiguration eures individuellen Cajón-Setups vor, wobei es vor allem darum geht, wie das auch ohne spezielle Add-Ons funktioniert, die inzwischen reichlich von diversen Herstellern angeboten werden, und von denen viele schon auf bonedo getestet wurden.

Konzept 1: Der Aufbau „drumherum“.

Bei der ersten Herangehensweise behält das Cajón seine Funktion als Sitz und zentrales Instrument. Es wird oft als kleinstes Drumset der Welt bezeichnet, da man mit ihm Bassdrum-, Snaredrum-, Hi-Hat- und sogar Tomsounds erzeugen kann. Allerdings fehlt ihm ein lang anhaltender Beckensound, weshalb es sich quasi aufdrängt, ein Becken neben das Cajón zu stellen. Das kann ein dünnes Splash-Becken sein, das schon beim Anschlagen mit der Hand seinen Sound entfaltet, aber auch ein kleines Ride-Becken, das mit Rods oder Besen gespielt wird, kann sehr reizvoll sein. Im Beispiel-Setup habe ich zusätzlich noch eine X-Hat, eine Kuhglocke und einen Schellenkranz an einem Mini-Rack montiert, um nur ein paar mehr der möglichen Beispiele aufzuzeigen. Falls es einem dann noch in den Füßen juckt: Wie wäre es mit einem Floortom oder einer Djembe als zusätzliche Bassdrum-Option? Entsprechende Sets zum Umbau eines Toms zur Bassdrum gibt es von verschiedenen Herstellern, etwa den Jungle Set Adapter von Pearl oder den Tom Kick Riser von Danmar. Im Beispiel liegt eine Djembe auf einem DW Percussion Lifter, mit dem übrigens auch viele andere Instrumente zur Bassdrum umfunktioniert werden können.

Hier könnt ihr euch das erste Beispiel-Setup mit und ohne Djembe-Bassdrum anhören.

Konzept 2: Das Cajón als Bassdrum.

Eine andere Möglichkeit ist es, das Cajón zweckentfremdet als reine Bassdrum zu benutzen, indem man es vor sich stellt und mit einer Fußmaschine bedient. Die Möglichkeit, das Cajón parallel auch mit den Händen zu spielen, entfällt dann logischerweise. Als Snare-Option bieten sich nun verschiedene Möglichkeiten an, von denen ihr zwei in den folgenden Beispiel-Setups sehen könnt. Wer den holzigen Cajón-Sound beibehalten und zeitweise auch mit den Händen spielen möchte, kann als Snare zum Beispiel das LP Octo Snare Cajon, das Sonor Cajon Pad oder, wie in diesem Beispiel, das Schlagwerk Roland Peil Cajinto mit Ständer ausprobieren. Der Vorteil hierbei ist, dass man in einer aufrechten Sitzposition trotzdem noch Cajón spielen kann. Für mehr Drumsound, funktioniert aber auch eine normale, mit Rods oder Besen gespielte Snaredrum sehr gut. Dazu noch eine Hi-Hat und ein Crash/Ride-Becken, und fertig ist das Minimal-Setup, mit dem akustische, poppige oder auch jazzige Gigs gemeistert werden können.

Auch hier gibt es wieder Audio-Beispiele:

Konzept 3: Setups mit Cajón-Pedal.

Im dritten Konzept vereinen sich die ersten beiden Ideen. Mit einem speziellen Pedal kann das Cajón als Sitz, zentrales Instrument und Bassdrum gleichzeitig funktionieren, wodurch sich die meisten Spiel- und Aufbau-Optionen ergeben. Cajón-Pedale gibt es in diversen Ausführungen von Meinl, Millenium, Ortega, Schlagwerk oder DW. Für das Beispiel-Setup habe ich meine derzeitige Lieblings-Konfiguration gewählt: Hi-Hat, Ride, Crash und Splash, sowie eine Toca Jingle Snare und ein LP Stanton Moore Pandeiro als Tom, wobei natürlich auch auch jede andere Snare oder auch ein anderes Pandeiro funktioniert. Tipp: Habt ihr ein Pandeiro oder eine ähnliche Trommel, die keine spezielle Halterung hat, könnt ihr euch mit einer umfunktionierten Percussion Rim-Klammer (z.B. von Dixon) und einem durchgeschnittenen Korken behelfen (siehe Foto). 

Ein solches Setup lässt sich mit Händen, Rods, Besen oder sogar Sticks spielen und ist äußerst transportabel.

Wie das klingt? Hier könnt ihr es hören.

FAZIT

Lasst eurer Phantasie freien Lauf, durchstöbert eure Hardware-Kiste und euren Instrumentenfundus, denn oft lässt sich ein Cajón mit schon vorhandenem Zubehör und ohne zusätzliche Ausgaben zum Mini-Drumset aufplustern. Je nachdem, wo eure Vorlieben, Klangvorstellungen und Spielgewohnheiten liegen, lohnt sich aber vielleicht auch die eine oder andere Anschaffung in Form eines Cajón-Pedals oder anderen Hardware-Teils, mit dem sich eure individuellen Setup-Vorstellungen verwirklichen lassen.

Habt ihr euch inspirieren lassen oder eh schon euren eigenen Aufbau verwirklicht? Wir freuen uns über Fotos und Beschreibungen eurer Setups in den Kommentaren! 

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