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02.06.2009

FAZIT

Der Roland JX-3P ist ein Synthesizer mit großem Klang, das sollte mit diesem Test bewiesen sein. Zwei (leicht gegeneinander verstimmte) Oszillatoren sind einfach eine Macht! Und einen Juno mit Osc-Sync habe ich mir schon immer gewünscht, obwohl ich meinen 106er trotzdem nicht eintauschen würde ...
Zur Bedienung des JX-3P fallen mir keine überschwänglichen Worte ein. Zu hakelig ist das Editieren und Speichern von Sounds, zumindest, wenn man nicht über den externen Programmer PG-200 oder das oben beschriebene MIDI-Upgrade verfügt. Fairnesshalber muss man allerdings auch erwähnen, dass viele Synthies der Achtziger ähnliche Bedienkomfort-Verweigerer waren und sind. Im Jahr 1983 zwar sicherlich noch ein Highlight, fällt die Zahl von „nur“ 32 Speicherplätzen heutzutage eher negativ auf. Auch das recht eingeschränkte MIDI und das Fehlen von Portamento sind aus der Sicht von inzwischen 26 Jahren digitaler Revolution weitere Mankos dieses Instruments.
Doch ein paar Sounds hat er definitiv drauf! Der JX-3P ist ein idealer Synth für warme Strings, bläserartige oder phasige Sync-Pads und immer wieder gern für  Basslines der Marke simpel bis bratzig zu haben. Zum “Schrauben” ist er aber gänzlich ungeeignet, sondern mehr ein Ergänzungsinstrument zu einem Lead-Synth, der genau diese Lücke schließen kann.

Auf dem Gebrauchtmarkt wird der JX-3P für ca. 250 Euro gehandelt, man kann sich zusätzlich den PG-200 besorgen und sein MIDI ist aufrüstbar. Das wiederum sind Argumente für diesen rüstigen Oldtimer!

Unser Urteil

Wer auf der Suche nach einem analogen, polyphonen Vintage-Synth mit MIDI ist und nicht das Budget für einen Juno oder Jupiter hat, sollte den Roland JX-3P in die engere Auswahl nehmen. Für den Studiogebrauch empfiehlt sich der MKS-30, die (ausgereiftere!) Rack-Variante. Diese Instrumente klingen weitaus besser als ihr Ruf, sie sind zuverlässig und zudem günstig zu haben! Sie gehören zu dieser gewissen Art Synthesizer, mit der man einfach nichts falsch machen kann!

  • Pro
  • Zwei stimmstabile DCOs + Mixing Sektion
  • Osc-Sync und Crossmodulation
  • Mute-Funktion (Abdämpfen der zwei tiefen Oktaven)
  • Stereochorus
  • 128 Step-Sequenzer mit Akkord-Programmierung und Trigger In (CV)
  • Robuste Hardware
  • Mit optionalem Programmer PG-200 zusätzliche Potis und Fader
  • Rudimentäres MIDI (jedoch aufrüstbar)
  • Contra
  • Umständliches Editieren und Speichern
  • Nur 32 Speicherplätze
  • Kein Portamento
  • Kein Arpeggiator
  • Mittelmäßiges Filter
  • Chorus rauscht leicht
  • Technische Daten
  • Sechsfache Polyphonie
  • Zwei DCOs
  • 24dB Lowpassfilter mit Resonanz und nachgeschaltetes Hochpassfilter
  • LFO mit Sinus-, Rechteck-, Randomwelle und Noise
  • Stereochorus
  • 32 Presets (nicht überschreibbar), 32 Usersets
  • 128 Step-Sequenzer mit Akkord-Programmierung und Trigger In
  • 61 Tasten
  • MIDI (aufrüstbar)
  • Optionaler Hardware Programmer PG-200
  • Baujahr: 1983
  • Gebrauchtmarkpreis: ca. 250 Euro
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