Hersteller_Roland
Feature
3
02.03.2017

CHD Elektroservis CR78-PGM Programmer Test

Der CR-78 Programmer in der Praxis

Es gibt tatsächlich eine heute noch erhältliche Alternative zum WS-1. Die Retrospezialisten von CHD Elektroservis haben sich der Programmier-Problematik der Roland CR-78 angenommen und mit dem CR78-PGM Programmer nicht nur eine Alternative zum alten Roland Switch entwickelt, sondern sogar ein paar zusätzliche Features mit eingebaut. Der CR78-PGM bietet ein Display mit Tempoanzeige, DIN- und MIDI-Sync! Sobald man den Programmer mit der Drum Machine verbunden hat, ist sie also ohne Modifikation direkt in aktuelle MIDI-Setups integrierbar. Und mit etwa 180 Euro ist der Preis absolut vertretbar (alternativ gibt es von CHD übrigens auch ein internes MIDI Interface namens CRX-8M, was das direkte Spielen der Sounds per MIDI ermöglicht). Faszinierend, dass es sich 2017 noch lohnt, neues Zubehör für 40 Jahre alte Produkte anzubieten.

Der erste Eindruck des CHD-Programmers ist sehr solide, das Gehäuse ist aus Metall gefertigt. Ein kleines grünliches Display zeigt alle Einstellungen in zwei Zeilen an.

Mittels zweier Kippschalter lassen sich die Sync-Quelle und der Arbeitsmodus wählen. Daneben befinden sich vier Taster zur Bedienung der weiteren Parameter. Mehr braucht es nicht. Auf der Rückseite sind die Anschlüsse: Über drei Klinkenkabel verbindet man den CR78-PGM mit der Drum Machine, MIDI und DIN Sync In Buchen ermöglichen die Verbindung zu externen Clocks. Der Kontrast des Displays ist über einen Minipoti regelbar, als letztes findet sich noch ein Anschluss für ein Netzteil (das leider nicht mitgeliefert wird).

Der Anschluss war weitgehend problemlos. Aus irgendeinem Grund lässt sich aber bei meiner CR-78 Start & Stop nicht vom Programmer aus steuern. Ich war zwar mit CHD im Kontakt, leider ließ sich das aber nicht klären – so ein Problem war noch nie aufgetreten. Ist aber nicht weiter dramatisch: Die Programmierung und der MIDI-Sync funktionierten trotzdem problemlos!

Um einen Beat zu programmieren, schaltet man das Gerät in den PGM-Modus, im Display wird man aufgefordert die CR-78 vorzubereiten: Anwählen des gewünschten Speicherplatzes, Auswählen des ersten Sounds – und Start drücken. Danach „steppt“ man sich ähnlich der Boss DR-55 durch die maximal 32 Schritte und programmiert durch Drücken der „Write“ Taste ein Event, „Next“ bringt einen zum nächsten. Man muss sich nur daran gewöhnen, dass man nicht automatisch weiterkommt, wenn man nicht Next drückt. Der Programmer quantisiert die Schritte in diesem Stepmodus – Gewackel wie bei der Tasterprogrammierung in Echtzeit ist ausgeschlossen. Die Auflösung wählt man pro Sound jeweils mit den Up/Down Tasten bis maximal 1/32 Triole. Für die Kick ließe sich also z.B. mit 1/4 Auflösung arbeiten, bei der Snare mit 1/8 und bei der HiHat mit 1/16. So muss man nicht jedes Mal 32 Steps hinter sich bringen, obwohl man die Kick nur auf den Hauptzählzeiten benötigt.

Im Folgenden Video könnt ihr sehen, wie die Programmierung von statten geht:

Fazit

Für Besitzer der Roland CR-78 ist der CR78-PRM von CHD Elektroservis eine sehr lohnenswerte Anschaffung, die die Programmierung erheblich vereinfacht. Außerdem lässt sich die Vintage Drum Machine damit ohne Modifikationen um MIDI-Sync erweitern. Im Vergleich zum sehr seltenen Original Programmer von Roland ist das Gerät inzwischen außerdem ein Schnäppchen! Ich würde den CR78-PGM jedem CR-78 Besitzer empfehlen, der eigene Beats programmieren möchte. 

2 / 2

Verwandte Artikel

User Kommentare