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14.04.2021

Vergleichstest E-Drum Monitore: Lautsprecher für Electronic Drums im Test (2021)

Monitor-Systeme und Boxen für E-Drums im direkten Vergleich

Roland, Alesis, Millenium, the box, Kustom...

Seien wir doch mal ehrlich: Uns Schlagzeugern liegt das Krachmachen im Blut – kontrollierter Krach natürlich, der sich im Idealfall auf höchstem künstlerischen Niveau bewegt. Selbst ein Jazzer kennt die Erhabenheit eines sauber auf der Snaredrum platzierten Rimshots, der mit seiner Schallkraft die Fensterscheiben zum Beben bringt. Ein Problem dabei sind natürlich die Nachbarn, und gerade in Mietwohnungen liegen klangkräftige Kunst und Lärmbelästigung oft sehr nahe beieinander. Um des lieben Hausfriedens Willen entscheiden sich viele Drummer dafür, ein E-Drumset zu nutzen und setzen beim Üben brav die Kopfhörer auf. 

Krachmachen ist das dann natürlich nicht – zumindest nicht so, dass es nach außen hin wahrnehmbar wäre. Aber wenn man will, dass potenzielle Zuhörer oder vielleicht auch Bandmitglieder in den Genuss von mehr als nur dem monotonen Geklöppel auf den Drumpads kommen, braucht man ein Monitor-System mit mindestens einem Lautsprecher. In unserem Testmarathon haben wir uns einige mögliche Kandidaten für diese Aufgabe angesehen.

Der große Vergleichstest im Video

Eine klangliche Gegenüberstellung aller hier getesteten Monitore findet sich im folgenden Video. Hierfür wurden jeweils ein akustisches und ein elektronisches Drumkit aus den Onboard-Sounds des 2Box DrumIt Five durch die einzelnen Boxen wiedergegeben und aufgenommen. Natürlich kann ein solches Video keine vollständig objektive Aussage zum Klang eines einzelnen Lautsprechers machen, denn auch die Eigenschaften des Aufnahmeraums, der verwendeten Mikrofone und Preamps und nicht zuletzt die Lautsprecher am Abhörsystem eines jeden Lesers haben einen prägenden Einfluss auf den hier wiedergegebenen Klang. Trotzdem erscheint mir der direkte Vergleich sehr aufschlussreich!

Update 2021 zum Alesis Strike Amp 12 & Strike Amp 8:

DAS SIND DIE BESTEN E-DRUM MONITORE FÜR DRUMMER

Roland PM-100 / PM-200

E-Drum-Monitoring Deluxe – Der Roland PM-100 und PM-200 sind die teuersten Teilnehmer in unserem Testmarathon – und in der Tat die einzigen ausgewiesenen E-Drum-Monitore, die klanglich vollständig überzeugen können. Hohe Lautstärke, fetter Bass und schöne Höhen – so soll es sein!

The Box MA120 MKII

Das Preis-Leistungs-Wunder – Der The Box MA120 MKII ist einer der günstigsten Teilnehmer in unserem Testmarathon und gleichzeitig der klare Preis-Leistungs-Gewinner. Es handelt sich hier um eine allgemein konzipierte Monitorbox mit zusätzlichem Direkteingang für ein Mikrofon. Wer genügend Platz für das etwas großzügiger dimensionierte Gehäuse hat und keine erhöhten Ansprüche an die Lautstärke stellt, wird hier für kleines Geld glücklich.

Alesis Strike Amp 12

Sieger im Mittelfeld – Beim Alesis Strike Amp 12 handelt es sich um einen verhältnismäßig günstigen und vielseitig einsetzbaren Full-Range-Lautsprecher mit überzeugendem Klang und hohen Lautsstärkereserven. Wer sich damit arrangieren kann, dass die Bedienelemente auf der Rückseite untergebracht sind, erhält mit dem Strike Amp 12 eine leistungsstarke Aktivbox, die vor auch im Proberaum und auf der Bühne eine gute Figur macht.

Die Referenzbox: Yamaha DXR12

Eine Referenz aus einer höheren Preisklasse zu haben, ist für jeden Vergleichstest eine feine Sache. In diesem Fall fiel die Wahl mit dem DXR12 auf einen aktiven Multifunktionslautsprecher von Yamaha, der sowohl mit seiner Leistung von 1100 Watt als auch mit seinem Straßenpreis von über 600 Euro weit jenseits der Testkandidaten angesiedelt ist. Auch klanglich liefert die Box in Verbindung mit einem E-Drumset die ganz eindeutig besten Ergebnisse, wobei sie als E-Drum-Monitor gar nicht einmal die beste Wahl wäre. Grund dafür ist der interne Lüfter, der seine Arbeit deutlich hörbar verrichtet und selbst das lauteste Grundrauschen manches Testkandidaten stark relativiert. Zur klanglichen Abgrenzung nach oben ist der Lautsprecher dagegen hervorragend geeignet.

Die übrigen Testteilnehmer im Einzelcheck

Der Zuverlässige: Roland PM-10

Bei Roland handelt es sich um einen der großen und etablierten Anbieter im Bereich elektronischer Drumsets. Der mittlerweile nicht mehr erhältliche PM-10, ein Vorläufer der PM-100/200 Modelle, bietet eine ordentliche Lautstärke und, vor allem über seinen zusätzlichen Line-Eingang, einen klaren und definierten Klang. Im Tiefbass lässt er jedoch das letzte Bisschen „Wumms“ vermissen.

Der Klassiker – The Box Pro Mon A 15

Der The Box Pro Mon A15 setzt sich mit seinem 15-Zoll-Tieftöner klar von seinen Konkurrenten ab. Klanglich zeigt der mittlerweile zum Klassiker avancierte Monitor zwar eine Tendenz zur Härte, im Gegenzug gibt es aber eine ordentliche Portion Subbass und eine ausgesprochen hohe Lautstärke. Für das heimische Wohnzimmer wirkt er fast ein wenig überdimensioniert. 

Das Mauerblümchen: Millenium DM-30

Der Millenium DM-30 ist ein Spezialist für E-Drums. Nicht durch die Maße seines Gehäuses, sondern auch klanglich und aufgrund seiner begrenzten Lautstärke wirkt der Monitor etwas klein. Dabei geht er für den gleichen (sehr geringen) Betrag wie unser Zweitplatzierter über den Ladentisch.

Der Zuchtbulle: Kustom KDA50

Der Kustom KDA50 kann richtig laut werden und bietet zudem einen wirklich kräftigen Bass. In den Mitten und Höhen klingt die mittlerweile nur noch auf dem Gebrauchtmarkt erhältliche Box jedoch sehr unausgewogen und aggressiv. Zudem wirkt der Punkt, dass hier ein Kopfhörerausgang integriert wurde, der nur Mono ausspielen kann, reichlich unrund.

Das Boxentürmchen: Roland PM-03

Nicht nur mit seiner Bauform, sondern auch mit seinem Klang und der sehr beschränkten Lautstärke wirkt der Roland PM-03 so gar nicht wie ein E-Drum-Monitor. Von dem Punkt, dass es sich hier um ein Stereo-System handelt, wird man zudem kaum etwas bemerken. Nur wer auf eine extrem platzsparende Lösung angewiesen ist und keine zu hohen Ansprüche an den Klang stellt, könnte hier fündig werden.

Unterschiede zwischen einfachen Monitorboxen und "echten" E-Drum Monitoren

Eine Box muss im Grunde keine außergewöhnlichen Eigenschaften mitbringen, um als E-Drum-Monitor durchzugehen. Die wohl wesentlichsten Kriterien sind Klang und Preis, aber auch  Bauform und Größe spielen eine Rolle, denn gerade im heimischen Wohnzimmer will man in der Regel flexibel bleiben und nicht unbedingt ein überdimensioniertes Monstrum von einem Lautsprecher aufstellen. Floor-Monitore sind in dieser Hinsicht die gängigste Lösung. Eine interne Klangregelung kann zudem von Vorteil sein, um sich an die akustischen Gegebenheiten des Raumes anzupassen zu können. Diese Voraussetzungen werden von vielen „normalen“ Monitorboxen erfüllt, und deshalb haben wir auch einige Vertreter dieser Zunft mit einbezogen.

Spezialisierte E-Drum-Monitore bieten im Gegensatz zu den gewöhnlicheren Mitbewerbern kaum eindeutige Vorteile. Sie haben in der Regel einen zusätzlichen AUX-Eingang zum Anschluss von Laptops, Tablets, Smartphones und allerlei anderen Wiedergabegeräten an Bord, aber diesen wird man nur selten benötigen, da die meisten Soundmodule von E-Drumsets bereits mit einem entsprechenden Eingang ausgestattet sind. Was bleibt, ist eine vermeintliche klangliche Optimierung auf Drums.

Fazit E-Drum Monitore

Im Bereich der E-Drum Monitore hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Nachdem in die meisten ausgewiesenen Spezialisten für E-Drums unserem ursprünglichen Vergleichstest von den allgemeiner konzipierten Monitorboxen abgehängt wurden, sieht das Bild im Jahr 2021 anders aus. Der E-Drum-Platzhirsch Roland bietet mit den Modellen PM-100 und PM-200 hervorragend klingende (wenn auch nicht ganz billige) Lösungen für Elektrotrommler. Und auch der Hersteller Alesis kann mit dem Strike Amp 12 punkten, der zumindest auf dem Papier als E-Drum Monitor deklariert wird, in seiner Bauart aber sehr nah an einem „gewöhnlichen“ Multifunktionslautsprecher liegt – und auch als solcher eingesetzt werden kann. Sehr preiswert und gleichzeitig funktional präsentiert sich dagegen der MA120 MKII von The Box, der klanglich allerdings nicht ganz mit Roland und Alesis mithalten kann.

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