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21.06.2018

Vergleichstest E-Drum Monitore: Lautsprecher für Electronic Drums im Test (2018)

Monitor-Systeme und Boxen für E-Drums im direkten Vergleich

Roland, Yamaha, Millenium, The Box, Kustom...

Hand aufs Herz: Uns Drummern liegt das Krachmachen im Blut – kontrollierter Krach natürlich, der sich im Idealfall auf höchstem künstlerischen Niveau bewegt. Selbst der nuancierte Jazzer kennt die Erhabenheit eines sauber auf der Snare platzierten Rimshots, der mit seiner Schallkraft die Fensterscheiben zum Beben bringt. Ein Problem dabei sind natürlich die Nachbarn, und gerade in Mietwohnungen liegen klangkräftige Kunst und Lärmbelästigung bedauerlich nahe beieinander. Um des lieben Hausfriedens Willen entscheidet man sich also oft dafür, ein E-Drumset zu nutzen und setzt beim Üben brav die Kopfhörer auf. 

Krachmachen ist das dann natürlich nicht – zumindest nicht so, dass es nach außen hin wahrnehmbar wäre. Aber wenn man will, dass potenzielle Zuhörer oder vielleicht auch Bandmitglieder in den Genuss von mehr als nur dem monotonen Geklöppel auf den Drumpads kommen, braucht man ein Monitor-System mit mindestens einem Lautsprecher. In unserem Testmarathon haben wir uns einige mögliche Kandidaten für diese Aufgabe angesehen.

Überblick aller E-Drum Monitore

Einfache Monitorbox oder „echter“ E-Drum-Monitor?

Eine Box muss im Grunde keine außergewöhnlichen Eigenschaften mitbringen, um als E-Drum-Monitor durchzugehen. Die wohl wesentlichsten Kriterien sind Klang und Preis, aber auch  Bauform und Größe spielen eine Rolle, denn gerade im heimischen Wohnzimmer will man in der Regel flexibel bleiben und nicht unbedingt ein überdimensioniertes Monstrum von einem Lautsprecher aufstellen. Floor-Monitore sind in dieser Hinsicht die gängigste Lösung. Eine interne Klangregelung kann zudem von Vorteil sein, um sich an die akustischen Gegebenheiten des Raumes anzupassen zu können. Diese Voraussetzungen werden von vielen „normalen“ Monitorboxen erfüllt, und deshalb haben wir auch einige Vertreter dieser Zunft mit einbezogen.

Spezialisierte E-Drum-Monitore bieten im Gegensatz zu den gewöhnlicheren Mitbewerbern kaum eindeutige Vorteile. Sie haben in der Regel einen zusätzlichen AUX-Eingang zum Anschluss von Laptops, Tablets, Smartphones und allerlei anderen Wiedergabegeräten an Bord, aber diesen wird man nur selten benötigen, da die meisten Soundmodule von E-Drumsets bereits mit einem entsprechenden Eingang ausgestattet sind. Was bleibt, ist eine vermeintliche klangliche Optimierung auf Drums.

Die Referenzbox: Yamaha DXR12

Eine Referenz aus einer höheren Preisklasse zu haben, ist für jeden Vergleichstest eine feine Sache. In diesem Fall fiel die Wahl mit dem DXR12 auf einen aktiven Multifunktionslautsprecher von Yamaha, der sowohl mit seiner Leistung von 1100 Watt als auch mit seinem Straßenpreis von 631 Euro (Stand 05/2018) weit jenseits der Testkandidaten angesiedelt ist. Auch klanglich liefert die Box in Verbindung mit einem E-Drumset die ganz eindeutig besten Ergebnisse, wobei sie als E-Drum-Monitor gar nicht einmal die beste Wahl wäre. Grund dafür ist der interne Lüfter, der seine Arbeit deutlich hörbar verrichtet und selbst das lauteste Grundrauschen manches Testkandidaten stark relativiert. Zur klanglichen Abgrenzung nach oben ist der Lautsprecher dagegen hervorragend geeignet.

Der Videovergleich

Eine klangliche Gegenüberstellung aller hier getesteten Monitore findet sich im folgenden Video. Hierfür wurden jeweils ein akustisches und ein elektronisches Drumkit aus den Onboard-Sounds des 2Box DrumIt Five durch die einzelnen Boxen wiedergegeben und aufgenommen. Natürlich kann ein solches Video keine vollständig objektive Aussage zum Klang eines einzelnen Lautsprechers machen, denn auch die Eigenschaften des Aufnahmeraums, der verwendeten Mikrofone und Preamps und nicht zuletzt die Lautsprecher am Abhörsystem eines jeden Lesers haben einen prägenden Einfluss auf den hier wiedergegebenen Klang. Trotzdem erscheint mir der direkte Vergleich sehr aufschlussreich!

Alle E-Drum Monitor Modelle im Kurz-Check

Das Preis-Leistungs-Wunder: The Box MA120 MKII

Der The Box MA120 MKII ist einer der günstigsten Teilnehmer in unserem Testmarathon und gleichzeitig der klare Preis-Leistungs-Gewinner. Es handelt sich hier um eine allgemein konzipierte Monitorbox mit zusätzlichem Direkteingang für ein Mikrofon. Wer genügend Platz für das etwas großzügiger dimensionierte Gehäuse hat und keine erhöhten Ansprüche an die Lautstärke stellt, wird hier für kleines Geld glücklich.

Der Klassiker: Roland PM-10

Bei Roland handelt es sich um einen der großen und etablierten Anbieter im Bereich elektronischer Drumsets. Der PM-10 ist bereits seit langer Zeit erhältlich und bietet eine ordentliche Lautstärke und, vor allem über seinen zusätzlichen Line-Eingang, einen klaren und definierten Klang. Im Tiefbass lässt er jedoch das letzte Bisschen „Wumms“ vermissen. Nach der Einführung des Roland PM-100 und PM-200 sollte man eindeutig einen genaueren Blick auf diese beiden Modelle werfen. 

E-Drum-Monitoring deluxe: Roland PM-100 und PM-200

Der Roland PM-100 und PM-200 sind die teuersten Teilnehmer in unserem Testmarathon – und in der Tat die einzigen ausgewiesenen E-Drum-Monitore, die klanglich vollständig überzeugen können. Hohe Lautstärke, fetter Bass und schöne Höhen – so soll es sein!

Der Fünfzehnzoller: The Box Pro Mon A15

Wenn es einmal lauter sein darf! Der The Box Pro Mon A15 setzt sich mit seinem 15-Zoll-Tieftöner und seiner stolzen Leistung von 450 Watt klar von seinen Konkurrenten ab. Klanglich zeigt er zwar eine Tendenz zur Härte, im Gegenzug gibt es aber viel Subbass und eine ausgesprochen hohe Lautstärke. Für das heimische Wohnzimmer wirkt er allerdings ein wenig überdimensioniert.

Das Mauerblümchen: Millenium DM-30

Der Millenium DM-30 ist ein Spezialist für E-Drums. Nicht durch die Maße seines Gehäuses, sondern auch klanglich und aufgrund seiner begrenzten Lautstärke wirkt der Monitor etwas klein. Dabei geht er für den gleichen (sehr geringen) Betrag wie unser Testsieger über den Ladentisch.

Der Zuchtbulle: Kustom KDA50

Der Kustom KDA50 kann richtig laut werden und bietet zudem einen wirklich kräftigen Bass. In den Mitten und Höhen klingt die Box jedoch sehr unausgewogen und aggressiv. Zudem wirkt der Punkt, dass hier ein Kopfhörerausgang integriert wurde, der nur Mono ausspielen kann, reichlich unrund.

Das Satelliten-System: Millenium DM-50

Mit seinen beiden Satelliten-Boxen und dem zusätzlichen Subwoofer ist der DM-50 ganz klar als Monitoring-Lösung für den spielenden Drummer selbst konzipiert. Die Stereo-Fähigkeit wirkt vielversprechend, die nachlässige Verarbeitung und der dünne Klang drücken das Test-Ergebnis des 2.1-Systems aber beträchtlich nach unten.

Das Boxentürmchen: Roland PM-03

Nicht nur mit seiner Bauform, sondern auch mit seinem Klang und der sehr beschränkten Lautstärke wirkt der Roland PM-03 so gar nicht wie ein E-Drum-Monitor. Von dem Punkt, dass es sich hier um ein Stereo-System handelt, wird man zudem kaum etwas bemerken. Nur wer auf eine extrem platzsparende Lösung angewiesen ist und keine zu hohen Ansprüche an den Klang stellt, könnte hier fündig werden.

Fazit E-Drum Monitore

Es ist doch überraschend! Die meisten ausgewiesenen E-Drum-Monitore unter den Teilnehmern unseres Testmarathons schneiden schlechter ab als die allgemeiner konzipierten Lautsprecher. Nur der E-Drum-Platzhirsch Roland kann mit den Modellen PM-100 und PM-200 wirklich überzeugen. Als eine kostengünstigere und nicht ganz so klangkräftige Alternative zum PM-100 bietet sich The Box MA120 MKII an. The Box Pro Mon A15 könnte man dagegen als eine günstigere Alternative zum PM-200 sehen. Beide Boxen können ihre Stärken vor allem dann ausspielen, wenn es lauter zur Sache gehen soll. Den weiteren E-Drum-Monitoren fällt es im klanglichen Direktvergleich schwer, mitzuhalten.

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