Bass
Test
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17.01.2018

Valeton Dapper Bass Test

Multi-Effektpedal für Bass

Neue Farben für den Basssound!

Die Firma Valeton ist noch sehr jung und dürfte vielen Bassisten hierzulande vermutlich noch nicht bekannt sein. Hinter der chinesischen Marke entdeckt man allerdings bei genauerer Betrachtung einige erfahrene Köpfe, die seit über zehn Jahren Produkte für die Musikindustrie entwickeln und herstellen. Mit der neuen Marke Valeton legt das Team nun den Fokus auf erschwingliche und einfach zu bedienende Effektgeräte, die mit ihrem überzeugenden Sound sowohl Anfänger als auch professionelle Musiker ansprechen sollen. Speziell für Bassisten wurde das Multieffekt-Board "Dapper Bass" entwickelt, das die Effekte Chorus, Octaver, Filter, Compressor, eine Amp-Sektion mit Equalizer sowie ein Stimmgerät in einem kompakten Gehäuse vereint. Ein ähnliches Konzept kennen wir bereits vom "Bass Fly Rig" der amerikanischen Ampschmiede Tech21 - man darf also gespannt sein, ob sich das deutlich günstigere Valeton gegen die Konkurrenz behaupten kann.

Details

Gehäuse/Front

Der Dapper Bass Effects-Strip sieht stylish aus und macht einen soliden Eindruck: das Metallgehäuse wirkt stabil und die Verarbeitung des Gerätes ist sehr ordentlich. Mit den Abmessungen von 320 × 65 × 42mm verschwindet der Alleskönner aus China problemlos in jeder Gigbag und verursacht mit einem Gewicht von 690g kaum zusätzlichen Transportaufwand.

Trotz der großen Feature-Dichte ist der Aufbau durchaus logisch und klar strukturiert: Auf der unteren Reihe der Bedienfront sitzen fünf Fußtaster zum Aktivieren der einzelnen Effekte. Die obere Reihe ist mit kleinen Reglern für die Justierung der jeweiligen Parameter belegt. Status-LEDs für die fünf Fußtaster bietet das Dapper nicht, diese Funktion wird hingegen von den Potis übernommen. Wenn ein Effekt aktiviert wird, leuchten alle dem Effekt zugehörigen Potis - damit die Sektionen einfach zu unterscheiden sind, wurde jedem Effekt eine andere Farbe zugeordnet. Die Regler auf der Front sind prinzipiell sehr klein, durch die gummierten Ränder fühlen sich die Potis allerdings allerdings sehr griffig an und die Markierungen sind aus einer normalen Entfernung recht gut zu erkennen.

Jedem wird einleuchten, dass ein derart kompaktes Multi-Effektgerät mit fünf Effekten und einem Stimmgerät nur begrenzten Zugriff auf die Parameter erlaubt, weil die Front schlicht und einfach zu wenig Platz bietet. Einige Effekte, wie beispielsweise der Chorus auf der linken Seite des Boards, müssen deshalb mit nur einem Regler auskommen. Im Falle des Chorus-Effektes handelt es sich um einen "Depth"-Regler, der für Stärke der Verstimmung zuständig ist.

Der nachfolgende, analoge Octaver ist mit den Reglern "Dry" für den cleanen Sound, dem "Oct1"-Regler (eine Oktave unter dem gespielten Ton) und schließlich dem "Oct2"-Regler (zwei Oktaven unter dem gespielten Ton) schon flexibler aufgestellt und liefert damit sicherlich ein paar interessante Sounds - mehr dazu im Praxisteil.

Zentral auf dem Dapper parkt die Amp-Sektion mit ihrem Dreiband-Equalizer und den entsprechenden Reglern für Bässe, Mitten und Höhen. Zusätzlich stellt die Amp-Sektion einen Gain-Regler und einen Volume-Regler für die Ausgangslautstärke zur Verfügung.

"Dirty Q" ist die Bezeichnung für den Envelope-Filter des chinesischen Alleskönners. Der "Dirty Q" ist mit einem "Sens"-Regler für die Empfindlichkeit und mit einem Volumen-Regler für die Ausgangslautstärke ausgestattet. Mithilfe eines kleinen "Fuzz"-Schalters kann der Filter außerdem angezerrt werden, falls man auf griffigere, obertonreichere Sounds steht.

Ganz rechts auf der Front des Dapper sitzt schließlich ein chromatischer Tuner und die sogenannte "Boost-Comp"-Sektion, die sich aus einem Gain-Regler (+12dB Boost) und dem "Comp"-Regler für die Kompressionsstärke des Onboard-Kompressors zusammensetzt. Das Stimmgerät bietet ein einstelliges Dislay zum Ablesen der Tonhöhe und drei LEDs zur Kontrolle der Stimmung - ein super präzises Tuning ist damit natürlich nicht möglich, für die schnelle Korrektur auf der Bühne reicht es aber allemal!

Anschlüsse/Rückseite

Wie wir sehen, hat unser Testkandidat trotz seiner kompakten Bauweise in Sachen Effekte einiges zu bieten. Erfreulicherweise geizt der Effects-Strip aus dem Hause Valeton auch nicht mit Anschlussmöglichkeiten. Essentiell ist bei derartigen Geräten ein DI-Ausgang, der ein symmetrisches Signal zum Pult oder zum Recording-Equipment schickt. Die entsprechende XLR-Buchse sitzt beim Dapper Bass auf der linken Seite, etwaige Einstreugeräusche können zudem mit einem kleinen Groundlift-Schalter eliminiert werden.

Alle anderen Buchsen parken auf der Rückseite des Effektboards. Hier finden wir ganz links den Klinkeneingang zur Verbindung mit dem Bass, darauf folgt ein "Thru"-Klinkenausgang zur Weiterleitung eines trockenen Signals und schließlich den Anschluss für die Stromversorgung. Valeton legt lobenswerterweise sogar ein passendes 9V-Netzteil mit in den Karton, der Betrieb mit Batterien ist nicht vorgesehen.

Den Abschluss auf der Rückseite macht eine Gruppe von drei weiteren Klinkenbuchsen. Zwei davon sind für den Effektweg des Multieffekt-Boards reserviert (Send/Return), die dritte Klinke mit der Bezeichnung "Out" leitet das Signal schließlich an den Amp weiter.

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