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28.05.2017

Ukulele kaufen - Welche Ukulele passt zu euch?

Worauf ihr beim Kauf einer Ukulele achten müsst - Tipps & Tricks

Die besten Ukulelen und ihre Preise - gut kann auch günstig sein!

Die Ukulele erfreut sich seit Jahren einer stetig wachsenden Beliebtheit und dank herausragender Künstler rund um den Globus hat sie ihren Ruf als vermeintliches Spielzeuginstrument mittlerweile endgültig abgeschüttelt. Grund genug, sich diesem Shooting Star unter den Saiteninstrumenten in einem Kaufberater etwas eingehender zu widmen.

Natürlich macht sich eine Ukulele auch als Wandschmuck ganz gut, aber dieses Schicksal wollen wir ihr ersparen und euch Tipps und Infos an die Hand geben, die das Kaufen einer Ukulele zu einem vollen Erfolg werden lassen.

Die Geschichte der Ukulele – ein (ganz) kurzer Überblick

Im Jahr 1879 brachten Seefahrer aus Madeira die in Portugal entwickelte "Cavaquinho" - auch "machete-de-braga" genannt - nach Hawaii. Sie sollte zum direkten Vorgänger der Ukulele werden: Mit ebenfalls vier Saiten, die meist aus Stahl waren, entsprach sie in ihrer Größe bereits der heutigen Sopranukulele.

1915 wurde die Ukulele auf der Panama-Pacific Weltausstellung in San Francisco erstmals einem breiten Publikum vorgestellt und schnell machten sich etablierte Gitarrenhersteller daran, dieses neue Instrument in ihre Produktpalette aufzunehmen. Mitte der Zwanziger Jahre produzierte die Firma CF Martin & Co zeitweise etwa genau so viele Ukulelen wie Gitarren, wobei es die Ukulele war, die dem Traditionshersteller in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten dabei half, profitabel zu bleiben. Nicht umsonst markieren die "Roaring Twenties" die erste große Welle der Ukulele.

Nach dem zweiten Weltkrieg allerdings war sie weitestgehend aus den Köpfen verschwunden, bis sie ihre zweite Hochphase in den 1950er Jahren feierte. Selbst Weltstars wie Marilyn Monroe präsentierten sich auf den Kinoleinwänden mit ihr.

Heute sieht man die Ukulele zunehmend sowohl als Begleit- wie auch Soloinstrument. Künstler wie Jake Shimabukuro und James Hill haben ganz neue Sphären auf diesem Instrument eröffnet und mit dafür gesorgt, dass die Ukulele unsere Musikkultur in erheblichem Maße bereichert und zum Teil sogar prägt.

Die verschiedenen Größen

Im Folgenden wollen wir uns auf die drei gängigen Größen konzentrieren, die kleine Sopranukulele, die mittlere Konzertgröße und die große Tenorukulele. Weitere Ausführungen und Exoten werden auch erwähnt, die aber bei der Auswahl des Einstiegsinstrumentes in der Regel eine untergeordnete Rolle spielen.

Für einen ersten Klangeindruck haben wir mit den drei unterschiedlichen Größen kurze Hörbeispiele aufgenommen. Die verwendeten Hölzer sind komplett identisch und alle Modelle stammen aus der KALA Makala Serie. Der einzige Unterschied ist die Größe. Und dieser Unterschied ist der elementare Bestandteil der klangbildenden Eigenschaften einer Ukulele. Bemühen wir ein kleines Beispiel:

Man stelle sich eine winzige Glocke und zum Vergleich eine große Kirchenglocke vor. Die kleine Glocke gerät schneller in Schwingung, produziert also schneller den Ton und klingt sehr hell und fein. Die große Glocke braucht eine längere Einschwingphase und produziert einen tieferen Ton, der sehr viel länger anhält. Das gleiche Prinzip gilt für die verschiedenen Ukulele-Größen.

Die verschiedenen Holzarten

Neben den im Instrumentenbau typischen Holzarten wie Fichte, Zeder oder Mahagoni kommen bei vielen Ukulele-Herstellern sehr ungewöhnliche Sorten wie Bocote, Dao, Zebraholz oder Mango für die Decken der Instrumente zum Einsatz. Dies vor allem dann, wenn die Decke nicht aus einem massiven Stück Holz besteht, sondern gesperrt verleimt und mit Laminat beklebt wird. Dieses stellt eher einen optischen Anreiz dar, als dass man von einer Klangfärbung reden könnte. Es gibt zwar vor allem im unteren Preisbereich Ukulelen, bei denen keine Massivhölzer verbaut werden, die trotzdem ansprechend klingen, aber diese können nicht den facettenreichen und vollwertigen Klang eines Massivholzinstrumentes erreichen. Der Unterschied zeigt sich vor allem nach einer längeren Einspielphase, da Instrumente mit massiven Hölzern erst mit der Zeit ihre ganze Klangfülle entfalten. Bei der laminierten Ukulele tut sich in dieser Hinsicht normalerweise nichts mehr. Deshalb lohnt es sich unter Umständen auch für Einsteiger, zu einem Massivholzinstrument zu greifen. Allerdings bewegt man sich hier in Preisgefügen ab ca. 100 Euro. Besonders interessant ist die Verwendung von Koa, einem Baum aus der Gattung der Akazie, dessen natürliches Verbreitungsgebiet ausschließlich auf den Hawaiianischen Inseln liegt. Nicht nur die wunderschöne Maserung, auch die hervorragenden Klangeigenschaften zeichnen dieses besondere Holz aus. Koa wird sowohl als Laminat wie als Massivholz eingesetzt.

Die Sopran-Ukulele

Erzählt man jemandem, dass man Ukulele spielt, schießt dem Gegenüber direkt das Bild einer Sopranukulele in den Kopf, zumindest, was die Größe des Instrumentes angeht. Und tatsächlich wird diese oft als Standard bezeichnet, geht sie doch in direkter Linie auf die ursprüngliche Cavanquinho zurück. Mit einer Mensur von 35 cm und einer Gesamtlänge von 55 cm eignet sich die Sopranukulele besonders gut, um die ersten Griffe zu erlernen. Die einzelnen Töne liegen aufgrund des kurzen Griffbretts nicht weit auseinander, und alle Lagen sind leicht zu erreichen. Allerdings liegen logischerweise damit auch die einzelnen Bundstäbchen sehr nah zusammen, weshalb es durchaus bei bestimmten Akkorden schwieriger sein kann, alle Finger auf dem engen Raum sauber zu platzieren. Dazu kommt, dass eine saubere Intonation aufgrund der sehr kurzen Mensur kaum gegeben ist. Und letztlich leidet auch die Klangdauer, also das Sustain, unter der kurzen Saitenlänge. Mit ihrem kleinen Korpus klingt die Sopranukulele einerseits sehr klar und fein, auf der anderen Seite fehlt ihr aber das Bassfundament und damit die Klangfülle.

Ihre Stärken liegen in einer schnellen Tonentfaltung (Attack) und einem klaren, höhenreichen Sound. Für aufwendige Arrangements mit großem Tonumfang ist die Sopranukulele sicherlich nicht die erste Wahl, da die meisten Modelle auf nur 12 Bünde limitiert sind und es sich in den höheren Lagen oft recht krumm anhört. Eine klare und knackige Tonentfaltung, der helle Klang und die typische Größe verleihen der Sopranukulele Ihren Charme.

Kaufempfehlung Sopranukulele

Preisklasse bis 100 Euro

Harley Benton Kahuna CLU-40s

KALA Makala Sopran

Baton Rouge V2-S

Preisklasse 100 Euro bis 200 Euro

Lanikai LUT 11

Ortega RFU10ZE

Fender U'Uku Soprano

Preisklasse 200 Euro bis 300 Euro

Ortega Lizard SO-GB (mit eingebauten Tonabnehmersystem)

KALA KA SMHS (Decke, Boden & Zargen aus massivem Mahagoni)

Die Konzert-Ukulele

Mit einer Gesamtlänge von etwas mehr als 60 cm weckt diese Größe beim Zuschauer immer noch die Ukulele-typischen Assoziationen. Sie klingt etwas fülliger als die Sopranukulele und bietet dank der Mensur von 38 cm eine etwas komfortablere Bespielbarkeit. Sie ist der ideale Kompromiss aus Tenor- und Soprangröße und viele Hersteller verzeichnen mittlerweile im Konzertgrößenbereich den größten Absatz. Der Tonumfang liegt mit meist 18 Bünden im Mittelfeld und die Intonation ist aufgrund der längeren Saitenlänge besser.

Kaufempfehlung Konzertukulele

Preisklasse bis 100 Euro

Harley Benton UK-10S

KALA Makala Concert

Ortega RFU11S

Preisklasse 100 Euro bis 200 Euro

Ibanez UEW5-OPN

KALA KA-CEM

Baton Rouge V2-CCE (mit Tonabnehmersystem)

Preisklasse 200 Euro bis 300 Euro

Fender Mino Aka Koa CE Concert (mit Tonabnehmersystem)

KUMU CG55

Kala KA SMHC (Decke, Boden & Zargen aus massivem Mahagoni)

Die Tenor-Ukulele

Aufgrund der deutlich längeren Mensur von 43 cm punktet die Tenorukulele mit einer sauberen Intonation, sodass sich auch Akkorde in höheren Lagen sauber spielen lassen. Aufwendige Arrangements mit großem Tonumfang sind meist nur auf dieser Größe zu bewerkstelligen, da die meisten Modelle mindestens 18 oder mehr Bünde haben. Aufgrund der größeren Saitenlänge rutschen die Bundstäbchen weiter auseinander, was zum einen Akkorde in hohen Lagen erst möglich macht und durchaus auch zu einer besseren Bespielbarkeit in den unteren Lagen beitragen kann. Allerdings erfordern Akkorde mit großem Tonumfang eine offene Handstellung, was sich gerade für Einsteiger schwierig gestaltet.

Kaufempfehlung Tenorukulele

Preisbereich bis 100 Euro

Harley Benton Kahuna CLU-50T (mit Tonabnehmersystem)

KALA Makala Tenor

Preisbereich 100 Euro bis 200 Euro

koki`o Palau Tenor

KALA KA-T

Luna Guitars Ukulele Tattoo Tenor

Preisbereich 200 Euro bis 300 Euro

KALA KA SSTU Travel Tenor

KUMU TG 75

Fender Nohea

Die Sopranino-Ukulele

Die Sopranino-Ukulele hat ihren ganz eigenen Reiz, sowohl klanglich, als auch, was ihre Bespielbarkeit anbelangt. Aufgrund des sehr kleinen Korpus wirkt ihr Ton gegenüber den anderen Varianten sehr kühl und plastisch. Allerdings kann diese ganz eigene Klangcharakteristik in mehrstimmigen Besetzungen durchaus eine Bereicherung für den Gesamtklang haben. Aufgrund der kurzen Mensur bedarf es einer gewissen Fingerfertigkeit, um nicht nur Grundakkorde sauber spielen zu können. Als Einsteigerinstrument ist sie nicht zu empfehlen, ein echter Hingucker ist sie allerdings schon.

Die Bariton-Ukulele

Die Mensur der Bariton-Ukulele beträgt 50 cm, wobei man hier schon zwischen einer ¼ und ½ Konzertgitarre liegt. Wie für die Ukulele typisch, ist auch diese Größe mit vier Saiten ausgestattet, allerdings mit dem Unterschied, dass die Stimmung mit d-g-h-e der Gitarren-Stimmung entspricht. Viele Baritonmodelle sind ab Werk mit teils umwickelten Nylonsaiten bespannt, weshalb der Klang schließlich eindeutig in Richtung Konzertgitarre geht. Auch der deutlich größere Korpus und die damit verbundene größere Masse an Deckenholz verstärken die unteren Frequenzen, was zu einem vollen Bassfundament führt. Sie ist eine interessante Alternative zu kleinen Reisegitarren oder als Ergänzung in Ukulele-Orchestern. Die Griffbilder, die man als Gitarrist bereits kennt, lassen sich direkt umsetzen. Man muss sich nur die E- und A-Saiten hinzudenken. Als Einsteigerinstrument ist sie allerdings nicht zu empfehlen, da sie klanglich und spieltechnisch wenig mit dem typischen Ukulele-Spiel zu tun hat.

Sondermodelle

Aufgrund einer besseren Bespielbarkeit und einer besseren Intonation gibt es "Long-Neck"-Modelle, bei denen die Halsgröße nicht der Korpusgröße entspricht. Besonders beliebt ist die Kombination aus Soprankorpus und Konzerthals. Der liebliche Klang der Sopran wird somit bei einer konzerttypischen Bespielbarkeit erhalten. Auch gibt es Tenormodelle, die mit einem Baritonhals ausgestattet sind und damit ganz nebenbei eine verbesserte Intonation aufweisen. Die "Pineapple-Ukulelen" sind hauptsächlich in Soprangröße erhältlich und ihr Korpus ist nicht tailliert, sondern ähnelt in der Form einer Ananas. Des Weiteren findet man Modelle, die mit mehr als den üblichen vier Saiten ausgestattet sind. Diese gibt es dann als 5-, 6-, 7- oder 8-saitige Ukulelen, bei denen eine oder mehrere der Standardsaiten entweder in der gleichen Stimmung oder oktaviert gedoppelt werden.

Exoten wie Banjolelen, einer Mischung aus Ukulele und Banjo und Resonator-Ukulelen komplettieren den Markt. Hier kann nach Freude experimentiert werden und in mehrstimmigen Formationen steuern diese Varianten interessante Klangfarben zum Gesamtklang bei.

Bassisten dürfen sich an einer Bassukulele erfreuen. Diese kommt mit extrem dicken, weichen Saiten bespannt und lässt sich in der normalen Bassstimmung E-A-D-G spielen.

Die Stimmungen

Es gibt mehrere mögliche Stimmungen für die Ukulele. Die C-Stimmung (g-c-e-a) setzt sich mittlerweile gegen die D-Stimmung (a-d-f#-h) durch. Der Großteil der Neuerscheinungen in Sachen Lehrbücher und Liedmaterialien legt die C-Stimmung zugrunde. Grundsätzlich kann man seine Ukulele ohne Probleme mit der Werksbesaitung auch auf die D-Stimmung bringen. Eine Diskussion um die "richtige" Stimmung ist hier also komplett überflüssig.

Das Besondere an der Ukulele ist unter anderem das "reentrant tuning": Im Gegensatz zu einer normalen Gitarre, die von der tiefsten Saite aus durchgehend aufwärts höher gestimmt ist, wird diese Reihenfolge bei der Ukulele nicht eingehalten, da die g-Saite höher klingt als die darauf folgende C-Saite. Nicht zuletzt dieser Umstand sorgt für ihre typische Klangcharakteristik.

Es gibt allerdings mittlerweile für alle Größen die unterschiedlichsten Saitensätze. Sogenannte "low-g" Sätze haben eine um eine Oktave tiefer gestimmte g-Saite. Dies erweitert den Tonumfang des Instrumentes um eine reine Quarte (5 Halbtöne) nach unten und findet besonders im Solospiel gerne Anwendung oder wenn man das Instrument etwas tiefer, voller klingen lassen möchte. Generell wird die Ukulele aber mit dem Standard "high-g" Satz ausgeliefert. Verschiedene Materialien wie Nylon oder Fluorocarbon weisen unterschiedliche Materialdichte und Zugkraft auf, was den Klang des eigenen Instruments stark beeinflussen kann. Hier sollte man definitiv unterschiedliche Hersteller und Materialien ausprobieren.

Fazit

Die Ukulele erweist sich als erstaunlich vielseitiges Instrument und kann ein ganzes Musikerleben lang eine Bereicherung für die eigene Musikalität und die Freude am Musizieren sein. Einmal vom Ukulelefieber infiziert, schart man meist mehrere Ukulelen in verschiedenen Größen und Stimmungen um sich, da jede ihren ganz eigenen individuellen Charme hat. Für alle Gitarristen und ambitionierte Einsteiger, die auch aufwendige Arrangements spielen möchten, sei die Konzert- und die Tenorgröße empfohlen. Schnellen Zugang zum Instrument und einfache Erreichbarkeit bietet die kompakte Soprangröße. Um einen Fakt kommt man letztendlich nicht herum: Es ist eine Sache der individuellen Motorik und Fingergröße, mit welcher Ukulele man schließlich am besten zurechtkommt. Die Größe trägt einen ganz erheblichen Teil zur Klangcharakteristik bei, die dann durch die Verwendung von unterschiedlichen Tonhölzern abgerundet wird. Man sollte beim Kauf der Ukulele neben dem Klang und der Bespielbarkeit darauf achten, dass die Intonation in einem vertretbaren Rahmen ist. Aber das Wichtigste: Einfach loslegen und Spaß haben !

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