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Test
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17.11.2014

Praxis

Die Drumsets im Einzelnen

Mehr als drei verschiedene Drumsets werden von den wenigsten EZXs geboten. Mit vier kompletten Sets und einer zusätzlichen Kick und Snare liegt die Made Of Metal EZX also ein ganzes Stück über dem Durchschnitt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Metal-Librarys sind die jeweiligen Instrumente dafür aber tendenziell etwas überschaubarer gehalten. Aus den nicht unüblichen Gewitterburgen werden also sozusagen Gewitterschlösschen mit zwei bis maximal vier gleichzeitig spielbaren Toms und immerhin acht Becken-Slots (inkl. Hihats), die unabhängig vom geladenen Kit jeweils zwei unterschiedliche Sounds bieten. 

Um das umfangreichste Setup handelt es sich bei dem DW Blue Oyster Kit, das mit einer Ausstattung von fünf Toms aufwartet, von denen allerdings wie gesagt nur vier gleichzeitig verwendet werden können. Wegen des naturbelassenen Grundklangs der Library sind die klanglichen Unterschiede nicht so deutlich wie bei manchen anderen EZXs, trotzdem darf man das DW-Kit im Sinne eines Metal-Klangideals aber als ein neutrales Set mit einer gehörigen Portion Punch bezeichnen. Im zweiten Track ist das Kit mit der alternativen Bass- und Snaredrum (beide etwas aggressiver) und zudem mit der kleineren Variante des ersten Rack-Toms zu hören.  

Das Tama Starclassic Bubinga präsentiert sich mit seinen drei Toms etwas schmutziger als das DW Blue Oyster. Was eigentlich auch schon für das Letztere galt, lässt sich hier noch umso deutlicher bemerken: Die Drumsounds der Made Of Metal EZX sind weit davon entfernt, ausschließlich in den brachialeren Genres der Rockmusik einsetzbar zu sein, und so könnte das Tama-Kit mit seinem etwas zurückhaltenderen Klang durchaus auch in einer weniger aggressiven Rock- oder Indie-Produktion eine gute Figur machen. Um dies zu unterstreichen, gibt es im Player noch ein zweites Beispiel, das ausnahmsweise nicht aus dem angenehm umfangreichen Fundus der mitgelieferten Grooves stammt, die allerdings ausschließlich in Richtung Metal gehen und für Tempi zwischen 150 bpm und 240 bpm ausgelegt sind. Für alle, die mit solchen Angaben nicht viel anfangen können: Ja, das ist verdammt schnell! 

Mit den beiden Kits von Mapex (drei Toms) und der deutschen Custom-Drums-Marke Truth (zwei Toms) zeigt die Library dann aber doch ihre schwarz klingende Seele. Beide Setups lassen vor allem durch ihre schmatzenden Bassdrums erkennen, dass Metal ihre Paradedisziplin ist, wobei man das kleine Truth Custom Dark Walnut als den bissigsten Vertreter der Library bezeichnen darf.

Dass die einzelnen Drums sich in ihren Lautstärke-Pegeln nicht immer vollständig entsprechen und zum Erstellen der Audios hin und wieder ein wenig nachgeregelt werden musste, kann man der Library sicher verzeihen. Vor allem ist aber positiv anzumerken, dass die Made Of Metal EZX insgesamt zwölf verschiedene Artikulationen für die Hihats bietet und damit die in dieser Hinsicht bisher am besten ausgestattete Metal-Erweiterung für den EZdrummer ist. Auf den Toms können neben normalen Center-Hits auch Rimshots gespielt werden, und das gilt natürlich auch für die Snares, die zusätzlich auch noch Sidesticks als Spielweise anbieten. Diese Spieltechnik dürfte im Metal allerdings nicht allzu oft angewendet werden – und wenn doch, dann wohl hauptsächlich von Weicheiern.

Mixer-Channels und Presets

Auch im Bereich der Mixer-Channels ist die Library für eine EZX überraschend flexibel. Zwar wurden die angesprochenen zehn Room-Mics zu einem Stereo- und einem Mono-Raum zusammengemischt, die Bassdrums und Snaredrums überraschen aber mit einer stattlichen Auswahl von drei bzw. vier Einzelkanälen, was auch einer wesentlich umfangreicheren SDX für den Superior Drummer mehr als würdig wäre. Wie man im folgenden Video sehen kann, ist vor allem das Hantieren mit den drei Bassdrum-Kanälen sehr effektiv, denn diese wirken beinahe wie ein EQ zum Bearbeiten der Höhen, Mitten und Bässe. Der erste Kanal wirkt dabei fast wie eine Art Metal-Regler!

Wie man in der zweiten Hälfte des Videos ebenfalls sieht, wird der umfangreichere Mixer des „Original Mix“ Presets bei der Verwendung eines anderen Presets ein wenig aufgeräumt, was zur Folge hat, dass Kick und Snare nur noch über einzelne Kanäle regelbar sind. Im Gegenzug erhält man Kontrolle über einen Compression-Regler, der sich auf die Raumkanäle und einen eigenen Kanal für Parallelkompression auswirkt. Zudem kann man dem ohnehin schon gigantischen Raumklang eine weitere Hallfahne für die Snare hinzufügen und deren Länge anpassen. Die Library bietet neben dem „Original Mix“ insgesamt fünf komplexere Presets, in die ihr zum Abschluss dieses Tests reinhören könnt.

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