Software
Test
10
17.09.2019

Praxis

Warmer und natürlicher Grundklang

Al Schmitt ist ein echter Oldschool-Engineer und versucht bei der Aufnahme laut eigener Aussage grundsätzlich auf den Einsatz von Equalizern zu verzichten. Den Klang formt er stattdessen hauptsächlich durch die Auswahl und Positionierung von Mikrofonen. Ob dies auch bei der Decades SDX tatsächlich so betrieben wurde, ist schwer zu beurteilen. Feststeht jedoch, dass die Library einen enorm warmen und organischen, gleichzeitig aber auch dichten Grundklang bietet, der seines Gleichen sucht.

In den folgenden Audiobeispielen sind die Default-Presets aller zum Testzeitpunkt erhältlichen Libraries für den Superior Drummer 3 zu hören (Ausnahme: Orchestral Percussion SDX). Die Decades SDX gehört darunter zur Gruppe der sehr natürlich klingenden Libraries, wie etwa auch die Roots SDX und die Core-Library des Superior Drummer 3.

Fünf Drumsets: variationsreich durch die Dekaden

Die Decades SDX bietet fünf Drumsets, die passend zum Titel der Library aus unterschiedlichen Jahrzehnten zwischen den 1930ern und 1990ern kommen und dabei Bereiche zwischen wuchtigem Bigband-Jazz und warmen Rock/Pop- bzw. Fusion-Sounds abdecken. Snares und Toms zeigen dabei eine Tendenz zu trockenem und gedämpftem Charakter. Die allgemein verhältnismäßig hoch gestimmten Bassdrums wirken erfreulich lebendig und bewegen sich weit weg vom anonymen Punch-Lieferanten einer modernen Rockproduktion.

Besonders erfreulich ist, dass die fünf Drumsets in mehreren Variationen aufgenommen wurden. Zwei der Kits gibt es in Varianten mit gelöstem Snare-Teppich, zwei weitere wurden zusätzlich mit Besen und eines mit Mallets bearbeitet. Zudem wurde eines der Drumsets mit Handtüchern bedämpft, um einen ultratrockenen Klang zu erzeugen. Insgesamt bietet die Library im Grunde also nicht fünf, sondern elf vollständige Kits und natürlich eine reiche Zusatzauswahl an Snares und Becken. Die verschiedenen Artikulationen entsprechen weitgehend der Core-Library des Superior Drummer 3 und sind damit bereits extrem umfangreich, bieten an einigen Stellen aber noch zusätzliche Extras wie z. B. Effektschläge auf dem Ride-Becken oder erweiterte Spielweisen für Besen auf der Snare.

Vielfältige Presets

Der Mixer der Decades SDX umfasst je nach Größe des geladenen Kits bis zu fünfzehn separate Kanäle (insgesamt 21 Mono-Kanäle) und bietet neben den Close-Mics einzelner Instrumente fünf Raumkanäle sowie ein künstliches Reverb, das zusätzlich aufgenommen wurde.

Die Anzahl der Presets ist dabei erfreulich hoch. Von Al Schmitt persönlich kommen 22 minimalistische Settings, die sich vor allem auf die Lautstärke einzelner Kanäle, ein wenig Kompression und zusätzliches Reverb konzentrieren. Von Toontrack kommen zudem 20 weitere Presets, die den Klang deutlicher verfremden und ein enormes Potenzial zur Vielfältigkeit andeuten.

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