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Test
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23.12.2018

Tone King Ironman II Mini Attenuator Test

Attenuator

Watt-Bezwinger

Der Tone King Ironman II Mini Attenuator ist für Freunde der Marke kein unbeschriebenes Blatt, findet sich dieses Dämpfungsglied als integriertes Modul doch in allen Verstärkern der in Baltimore ansässigen Firma und erfreut sich großer Beliebtheit.

Darum überrascht es auch nicht, dass die amerikanische Ampschmiede den Ironman in Pedalform als Ironman II Mini präsentiert, der Pegelabsenkungen bis -38 dB ermöglicht, per Fußschalter bedienbar ist und noch ein paar feine Zusatzfeatures bereithält. Wie sich der Attenuator in der Praxis schlägt, werdet ihr hier erfahren!

Details

Gehäuse/Optik

Der Tone King Ironman II Mini zeigt sich in einem groß dimensionierten, schwarzen Metallgehäuse mit den Maßen 18,8 x 5,5 (ohne Poti) x 20,2 cm. Die Abmessungen sind damit deutlich größer als die herkömmlicher Bodentreter. Das ist überhaupt nicht tragisch, sollte aber von Usern, die das Pedal auf dem Floorboard verschrauben wollen, in Betracht gezogen werden.

Die Bedienelemente versammeln sich alle auf der Oberseite in Form eines großen schwarzen Chickenhead-Potis, zweier Schiebeschalter und eines Fußschalters samt hellweißer LED.

An der Stirnseite sind alle Anschlüsse zu finden, drei Klinkenstecker für Amplifier In, Speaker Through und Line Out sowie der Eingang für das optional erhältliche 9V-Netzteil.

Unter dem Pedal garnieren vier Gummifüße die Bodenplatte, die auch den Zugang zum Batteriefach bereithält. Letzteres wird von zwei Kreuzschrauben verschlossen und bei Bedarf mit zwei AA Batterien bestückt. Batterien und Netzteil werden nicht für den Betrieb des Ironman gebraucht, sondern lediglich für die Funktion der LED.

Das komplette Gehäuse sowie alle verbauten Teile wirken ungeheuer robust und edel verarbeitet. Das ganze Pedal macht durch sein rustikales Auftreten einen sehr vertrauenserweckenden und roadtauglichen Eindruck.

Bedienung

Beim Ironman handelt es sich um einen reaktiven Lastwiderstand, der sich laut Hersteller am Amp genau so verhält wie eine angeschlossene Box und damit einer resistiven Lastvariante überlegen ist. Zusätzlich findet sich ein "Volume Compensation Circuit", das dem Fletcher-Munson-Effekt entgegenwirkt, einem Phänomen, dass man Klang bei verschiedenen Lautstärken unterschiedlich wahrnimmt. Auch der Dämpfungsfaktor wird technisch korrigiert, da laut Herstellerangaben Speaker bei verschiedenen Lautstärken unterschiedlich performen.

Um den Ironman zum Einsatz zu bringen, verbindet man den 8 Ohm Speaker Out des gewählten Amps mit dem Amplifier Input des Pedals, der mindestens 8 Ohm Widerstand bietet. Von dort kann das Signal nun über die Speaker-Buchse zur Gitarrenbox durchgeschleift werden, die ebenfalls 8 Ohm bereitstellen sollte. Dies ist jedoch für Homerecording-Anwendungen nicht zwingend notwendig, da der Ironman als vollständige reaktive Last fungiert.

Als maximale Eingangsleistung werden beim Ironman II 30 Watt angegeben, was ich ehrlich gesagt als sehr niedrig empfinde, bewegen sich doch viele Klassiker der Ampgeschichte deutlich über dieser Marke. Das heißt, dass beispielsweise 100 oder 50 Watt Marshall-Tops nicht bei diesem Attenuator zum Einsatz kommen können. Der Line Out liefert mir nun die Option, ein Signal an meine DAW oder an eine Speakersimulation weiterzugeben, die ich als alternatives Speakersignal einsetzen kann. Für diesen Zweck wird die höchste Dämpfung, also der niedrigstmögliche Pegel empfohlen.

Nun stehen dem User drei Dämpfungsmodi zur Verfügung, die mit dem Range- und dem Solo-Fußschalter aktiviert und durch den Attenuation-Knopf in der Stärke eingestellt werden können. Im Lo-Mode erhält man die stärkste Dämpfung, die in den Stärken -6, -10, -14, -18, -28, und -38 dB gesetzt werden kann.

Der Hi-Mode legt hier nochmal drei Dezibel obenauf und ermöglicht Abstufungen zwischen -3, -7, -11, -15, -25, und -35 dB, und der Solomodus, der nur per Fußschalter zu betätigen ist, ist um 3 dB höher als das Hi-Setting, was durchaus sinnvoll ist, denn eine grobe Daumenregel besagt, dass der Leadsound ca. 3 dB über dem Rhythmussound liegen sollte.

Der Presence-Schalter bietet drei Settings, um die Höhen und die Kompression zu bearbeiten. 0 dB lässt den Klang präsenter und offener erscheinen, während das -6dB-Setting am dunkelsten klingt.

Der Ironman kommt übrigens mit True Bypass.

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