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Test
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27.06.2019

Praxis

Bedienung und Spielgefühl

Durch die übersichtlichen Bedienelemente ist schnell der Wunschsound gefunden. Das wird dadurch unterstützt, dass Thomann beim DP32-B die klanglichen Optionen auf das Wesentliche reduziert hat. So erhält man reichlich Möglichkeiten, zwischen denen man sich aber trotzdem schnell entscheiden kann. Da die FUNCTION-Taste gleich mehrere Aufgaben übernimmt, ist während der Kennenlernphase der Blick in die Bedienungsanleitung öfter nötig, sobald es in speziellere Bereiche, wie Split oder Layer geht.

Die Tastatur spielt sich sehr gleichmäßig und hat eine angenehme Gewichtung. Weder zu schwer-, noch zu leichtgängig, bietet sie einen schönen Kompromiss, mit welchem Tastenkünstler verschiedenster Niveaus zurechtkommen können. Lediglich zu den Seiten hin hat die Tastatur mir persönlich etwas zu viel Spiel, wodurch sie in Kombination mit den verwendeten Kunststofftasten hin und wieder etwas klapperig wirkt. Das jedoch ist bei dem geforderten Preis Kritik auf sehr hohem Niveau, und hängt auch davon ab, ob man mit dem Piano sehr komplexe Klavierkonzerte, oder eher simple Rock/Pop-Songs spielen möchte.

Gleiches gilt für den Dynamikbereich des Anschlags in Kombination mit dem verwendeten Sound. Hier macht z. B.  für mein Empfinden die Anschlagdynamik beim Grand Piano-Sound etwas zu früh „zu“, wodurch ein fortissimo klanglich ein bisschen zu weich wirkt. 

Klang

Pianos

Dem DP32-B wurden gleich zwei verschiedene Piano-Sounds spendiert, denn Klavierklänge werden im Heimgebrauch erfahrungsgemäß stark favorisiert. Das Grand Piano klingt angenehm weich und warm, während sich das Grand Piano 2 mit etwas mehr Höhen und einem stärkeren Attack präsentiert. Schließlich ist noch ein dritter Piano-Sound an Bord, der mit einem leichten Chorus-Effekt belegt wurde.

E-Pianos

Der E-Piano Sound hat durch seine Glockigkeit und seinen leichten, integrierten Chorus einen ‚1980er-Jahre-Touch‘, der mir aber recht gut gefällt. Ebenfalls ‚back to the 80’s‘ geht es mit dem zweiten E-Piano-Sound, der stark an den Klassiker aus dem Yamaha DX7 erinnert. Auffällig ist das Ausklingverhalten des Samples, das mir etwas zu viel Sustain hat, beziehungsweise etwas zu lange auf der gleichen Lautstärke steht. Das kenne ich seitens der Original-Vorbilder z. B. von einem Fender Rhodes Piano anders, denn diese klingen frühzeitig nach dem Anschlag gleichmäßig und deutlicher hörbar aus.

Orgeln

Die wichtigsten Orgel-Charaktere werden durch insgesamt vier Sounds repräsentiert, und zeigen einen Querschnitt von Jazz- bis Kirchen-Orgel. Die Sounds präsentieren sich preisklassenüblich, wobei die Kirchenorgel am besten klingt. Letztere harmoniert besonders gut mit dem internen Church-Reverb. Gemessen an der Preisklasse sind die Orgelklänge insgesamt brauchbar.

Streicher und weitere Sounds

Die Strings klingen – gemessen am geforderten Preis des Digitalpianos - recht voluminös und breit. Schließlich bietet das DP-32 B mit einem Akkordeon oder einem Sopran Saxophon noch Exoten, von denen das Akkorden klanglich dem Original am nächsten ist. Beide Sounds können jedoch als brauchbar charakterisiert werden und bieten eine Menge Spielspaß. Auch das glockige Vibraphon und das präsente Harpsichord sind willkommene Gäste im Instrumenten-Fuhrpark des Thomann DP-32 B.

Die internen Speaker klingen, wie bereits angedeutet, grundsätzlich warm und resonieren gut mit dem Gehäuse, in dem sie verbaut sind. Das resultiert in einem angenehm voluminösen Sound speziell für derartig kleine Speaker. Lediglich im Höhenbereich wirkt der interne Sound etwas dumpf, was auch schon durch die Lage der Lautsprecher unter der Tastatur bedingt ist.

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