Test
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20.04.2016

Thomann 14“x12“ Marching Snare Test

Marching Snare / Pipe Drum

Der Thomann marschiert.

Mit seiner Marching Drum Serie bietet Thomann erstmalig für ein einsteigerfreundliches Budget adäquate Instrumente in diesem Bereich an. Die 14“x12“ große SD1412BL HT Snare bildet das Herzstück der Linie und soll mit zeitgemäßer Hardware den Ansprüchen an ein äußerst präzise gefertigtes Instrument gerecht werden. Dabei wagt sich Europas größter Händler für Musikinstrumente auf einen Markt vor, der zumindest in Deutschland noch in den Anfängen steckt. Ob diese Snare auch ein reines Anfängerinstrument ist oder aber mit den Trommeln der etablierten Hersteller mithalten kann, erfahrt ihr in diesem Test.

Vor allem in den Vereinigten Staaten sind die so genannten Drum Corps weit verbreitet. Ursprünglich kamen die Marschtrommeln mit den Europäern nach Amerika und wandelten sich dort schließlich von Werkzeugen für Militärkapellen zu Instrumenten für Musik mit Entertainment-Faktor bei Sportveranstaltungen und Festtagsumzügen. Viele Schlagzeug-Ikonen hielten ihr erstes Paar Stöcke in eben jenen Marching Bands in der Hand und feilten dort bereits früh an ihrem Technik-Repertoire. Schon seit längerer Zeit werden auch in der Popmusik Hybrid-Beats mit Elementen des Marching Drummings produziert, und spätestens seit Peter Fox' Album „Stadtaffe“ und der Live-Umsetzung mit der „Cold Steel Marching Band“ wird es auch hierzulande höchste Zeit für mehr marschierende Bands.

Details

Eine schwarze Präzisionsmaschine

An dem 14“x12“ großen Kessel fällt vor allem die aufwändige Hardware-Konstruktion sofort ins Auge. Für die optimale Kesselresonanz wurden für das Schlagfell zwölf kleine Aluminiumböckchen an einem Spannring verbaut, der versetzt die zwölf langen Spannböckchen der Unterseite in Position bringt. Die insgesamt 24 Böckchen halten, ähnlich dem Prinzip der Pearl „Free Floating Snares“, die vier Millimeter starken Aluminium-Gussreifen. An jeder Stimmschraube ist ein kleiner Gummiring angebracht, der die Schraube beim Fellwechsel in Position halten soll. Die obere Fellauflagefläche des Kessels besteht nicht aus Holz, sondern bildet das Aluminium-Gegenstück der „Free Floating“ Kesselkonstruktion. Das Resonanzfell hingegen liegt auf dem Holzkessel auf. Der siebenlagige Birkenkessel ist auf der Unterseite in einem Winkel von 45 Grad mit leichtem Gegenschnitt gegratet und mit einem fein gearbeiteten Snarebed versehen. 

Zwei Abhebungen sorgen für das markante Rascheln

An der Snare sind zwei Abhebungen montiert. Auf der Seite des Resonanzfells befindet sich die „Lever Motion“-Abhebung, die nicht verbohrt, sondern mit zwei schwarzen Halterungen an den langen Spannböckchen befestigt ist. Durch einen breiten Plastik-Klapphebel lassen sich die vierzehn Nylon-„Gut-Snares“ anziehen, deren Spannung individuell durch Kreuzschrauben am Butt End justierbar ist. Zusätzlich lässt sich durch insgesamt drei Rändelschrauben die Höhe und Spannung des gesamten Snare-Teppichs individuell verstellen. Hinter dem großen Klapphebel befindet sich ein Luftausgleichsloch, das zu einer guten Teppichansprache beitragen soll. Nur für die zweite Abhebung auf der Seite des Schlagfells ist direkt am Kessel Hardware montiert worden. Durch einen simplen Hebel lassen sich dort zehn Stahldrahtsaiten, die spulenartig über zwei Walzen verlaufen und an einem Metallschlitten aufgehängt sind, gegen das Schlagfell drücken. 

15 Zentimeter neben den beiden Snare-Abhebungen ist die Halterung des Tragebügels an zwei Spannböcken verbaut. Dort lassen sich die beiden U-förmigen Teile der Aufhängung einhaken. An der Vorderseite dieser Aufhängung befinden sich ein Sechskantschlüssel zur Montage sowie ein großer Stimmschlüssel für die Fellspannung stets griffbereit. An zwei in der Höhe verstellbaren Aluminiumstreben lassen sich die beiden gepolsterten Schulterbügel montieren. Die gesamte Tragekonstruktion ist für den Transport nach vorne abklappbar oder lässt sich mit zwei Vierkantschrauben einfach komplett lösen. Bis auf die Aufhängung des Tragebügels sind alle Hardware-Bauteile in mattschwarz gehalten. Der Kessel ist mit glänzender, schwarzer Folie bezogen und mit einem Badge-Sticker beklebt. Außerdem befindet sich ein ebenfalls geklebter, weißer Thomann-Schriftzug senkrecht an der Kesselvorderseite. Dieser ähnelt der typischen Beklebung der Namenszüge der Marching Bands. Die Thomann Werksfelle sind gewöhnliche einlagige Modelle. Für unseren Test wurde uns das Bundle mit dem Remo Black Max bereitgestellt. Um hohe Spannung zu gewährleisten, besteht dieses Fell aus einer Aramidfaserkonstruktion und einer Mylarbeschichtung auf der Unterseite zur Dämpfung der Obertöne. Höchste Zeit, mit den ebenfalls mitgelieferten Marching Sticks diese Snare zu bearbeiten.

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