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Test
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29.03.2016

TC-Helicon Perform-V Test

Vocal-Harmony- und Effekt-Prozessor

Vocalsound griffbereit

Das TC-Helicon Perform-V soll Gesangs-Performances auch live mit dem Sound professioneller Studio-Vocals versehen. Dazu bietet der Mini-Soundprozessor etliche Features wie Tonhöhenkorrektur, Vocal-Harmonies, DSP-Effekte, Anti-Feedback-Funktion, Mic-Preamp, Phantomspeisung und Anschlüsse von XLR bis USB und sogar Smartphone-Anbindung. Das schreit natürlich nach einem bonedo-Review, um zu sehen und zu hören, was der kleine Kasten auf dem Kasten hat.

Denn kennt ihr das nicht auch? Ihr habt einen Haufen toller neuer Songs geschrieben, etliche Proben absolviert und dann mit richtig viel Mühe ein tolles Demo aufgenommen. Endlich geht es wieder auf die Bühne und… leider klingen die Vocals nicht annähernd so fett und professionell wie bei eurer Studioaufnahme. Genau an dieser Stelle setzen TC-Helicon mit dem Perform-V an und möchten Euren Vocalsound mit nur wenigen Handgriffen nach vorne bringen. Schauen wir doch mal, wie das klappt…

Details

Großer Sound ganz klein verpackt

Nachdem TC-Helicon über viele Jahre hinweg ihre VoiceLive-Reihe von der Rack- bis zur Touch-Version ausgebaut und einige Vocal-Prozessoren in Bodentreter-Form vorgestellt haben, schließt der Perform-V nun eine echte Lücke. Er fährt ein wahres Arsenal an Features auf, reiht sich jedoch in puncto Verkaufspreis im mittleren Bereich der TC-Helicon Voice-Prozessoren an. Damit tritt er in die Fußstapfen von TC-Helicon-Dauerbrennern wie dem VoiceTone Correct XT und dem VoiceLive Play.

Wer sich die Featureliste des Perform-V anschaut, wird seinen Augen kaum trauen, wenn er den kleinen Karton vor sich sieht. Abzüglich Verpackungsmaterial, Quick-Start-Guide und Netzteil bleibt am Ende tatsächlich nur noch ein kompaktes Kästchen von kaum mehr als 16 cm x 17 cm in den Händen, das gerade einmal 9 cm hoch ist und entsprechend nicht einmal 500 g auf die Waage bringt. Eine ausgewachsenes Referenzhandbuch gibt es (sogar auf Deutsch) zum Download auf der Produktseite des Herstellers.

Form follows function

Ein robustes Gehäuse aus ABS-Plastik umgibt den Voice-Prozessor, lässt jedoch Rückseite und eine der Seitenwände frei, die aus aus solidem, lackierten Metallblech bestehen. Das kommt vor allem den rückseitigen Anschlüssen zugute. Doch werfen wir erst einmal einen Blick auf die Oberseite des Perform-V. Vierzehn Buttons und ein Endlos-Jog-Wheel zieren die Bedienfläche. Funktionen, die jederzeit auf die Schnelle verfügbar sein müssen, wurden extra große Buttons spendiert. Neben einigen mittelgroßen Buttons sollen verhältnismäßig kleine Buttons dagegen das versehentliche Ändern kritischer Parameter verhindern. „Form follows function“, wie der Designer sagt. Dafür schonmal Daumen hoch.

Wer zweimal hinsieht, erkennt rechts unten auf der Bedienoberfläche eine kleine Aussparung. Hier ist ein fest verbautes Mini-Mikrofon untergebracht. Dieses „Room Sense“-Mikrofon ermöglicht, das Perform-V auch ohne externes Mic zu testen und einzustellen – vorausgesetzt es ist ein Kopfhörer zur Hand. Der erforderliche Kopfhöreranschluss befindet sich auf der Vorderseite des Perform-V und hat Miniklinken-Format. Eine weitere Funktion des Mikrofons ist das Erkennen der aktuell verwendeten Tonart anhand mitgehörter Harmonien.

Verbindung zur Außenwelt

Blicken wir auf die rückseitigen Anschlüsse: Hier hat der kleine Kerl eine Menge zu bieten. Neben dem Netzteilanschluss befindet sich ein USB-Port, um den Perform-V an einen Rechner mit Windows- oder OS X-Betriebssystem anschließen zu können. Mit der Software VoiceSupport können dann Presets per Drag&Drop aus der Online-Bibliothek in den Perform-V kopiert werden. Außerdem besteht die Möglichkeit Presets per Smartphone mithilfe einer kostenlosen Preset-App auf den Vocal-Prozessor zu übertragen. TC-Helicon nennen diese Art der Übertragung „Beamen“. Presets, die auf diese Art auf den Perform-V übertragen wurden, können zur Tonart-Analyse auch Harmonien über Aux-Geräte empfangen und nicht nur über das „Room Sense“-Mikrofon. Als Aux-Anschluss dient dabei eine Stereo-Miniklinkenbuchse. Gleich über dieser ist ein Kensington Lock angebracht, um das Gerät diebstahlsicher an Stativen, Racks oder Ähnlichem sichern zu können.

Ein ausgewachsener Klinkenanschluss ermöglicht außerdem den Einsatz eines optionalen Fußpedals. So können mit dem TC-Helicon Switch-3 die Presets des Perform-V per Fuß umgeschaltet oder mit dem Switch-6 zusätzlich einzelne Effekte an- und ausgeschaltet werden. Außerdem lassen sich alle Tasten des Perform-V einer Fußtaste zuordnen. Das Mikrofonsignal wird über symmetrische XLR-Buchsen ein- und ausgegeben. Eingangsseitig kann eine 48V-Phantomspannung hinzugeschaltet werden, um auch Kondensatormikrofone einsetzen zu können.

Zur Befestigung des Perform-V an einem Mikrofonstativ befindet sich an einer Seite eine fest verbaute Hakenvorrichtung. Zur Montage wird die Stange des Mikrofonstativs zwischen die Befestigungsnasen der Hakenvorrichtung gebracht und das Gerät einfach gekippt, damit die Nasen den Stativarm umfassen. Das ist idiotensicher und hält absolut bombenfest.

Technik des Perform-V

Die Funktionen, die das Perform-V an Bord hat, können sich sehen lassen. Zunächst einmal bereitet der eingebaute Mikrofonvorverstärker das eingehende Signal auf. Er arbeitet mit einem guten Rauschabstand von 105 dB(A). Das Pegelmanagement soll dabei automatisch auf Tastendruck erfolgen. Eine nachfolgende Wandlereinheit sorgt für eine 24Bit-Digitalisierung des Mikrofonsignals. Im nächsten Schritt kann das Signal per „Adaptive Tone“-Funktion aufbereitet werden. Wird der „Tone“-Button gedrückt, sorgen Equalizer, Kompressor, De-Esser und Gate vollautomatisch für einen durchsetzungsfähigen Grundsound.

Drei integrierte DSP-Effekte stehen zur Verfügung. Der Double-Effekt simuliert einen klassischen Doubletracking-Sound, der für eine virtuelle zweite Stimme sorgt. Der Echo-Effekt bindet ein Delay in den Sound ein. Weitere vier Effekte können per „Beam“-Funktion hinzu addiert werden. Der Harmony-Effekt fügt zum Originalsignal Begleitstimmen hinzu. Der Megaphone-Effekt verzerrt das Signal. HardTune sorgt für den bekannten T-Pain- oder Cher-Effekt. Unter der Bezeichnung „μMod“ finden sich Flanger- und Chorus-Effekte. Für alle diese Effekte stehen verschiedene Sub-Presets bereit, die als „Stile“ bezeichnet werden. Um die Geschwindigkeit des Echos anzupassen kann die „Tap“-Taste in dem Tempo entsprechenden Abständen gedrückt werden.

Die Anti-Feedback-Funktion arbeitet automatisch. Sie unterdrückt Rückkopplungen indem sie der Umgebung mit dem „Room Sense“-Mikrofon lauscht und kritische Frequenzen des Mikrofonsignals herausfiltert. Die Pitch-Funktion des Perform-V sorgt für die Tonhöhenkorrektur, wenn mal ein Ton daneben liegt. Um besser intonieren zu können, zeigt der um das Jog-Wheel umlaufende LED-Ring an, wie es um den gesungenen Ton steht. Die drei zentralen LEDs leuchten grün auf, wenn die Intonation ausreichend genau ist. Die äußeren vier LEDs leuchten von gelb über orange bis rot auf je weiter sich der Gesang von der optimalen Tonhöhe entfernt. Mittels „Talk“-Funktion können die Effekte für die Dauer von Ansagen allesamt ausgeschaltet werden. Der ausgegebene Frequenzumfang des Perform-V reicht von 20 bis 20.000 Hz und deckt damit den typischen menschlichen Hörbereich ab.

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