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Test
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20.03.2015

Praxis

48V-Phantomspeisung… nein

31,5. Das ist die Spannung, die mir mein Multimeter zwischen den Pins 1 und 2 der Mikrofonbuchse des TC Helicon Ditto Mic Loopers anzeigt. Gut: Genau 48 Volt geben die meisten Preamps nun wirklich nicht aus, Mikrofonen ist die genaue Höhe oftmals auch herzlich egal, sehr viele funktionieren ohne Einschränkungen ab einer Spannung von 12 Volt oder noch weniger. Darüber hinaus werden in den meisten Fällen für Live-Vocals Tauchspulenmikros eingesetzt. Nun, so richtig koscher kommt mir das dennoch nicht vor. Allerdings bleibt der Wert konstant, auch wenn am Preamp, an den das Signal weitergeleitet wird, die dortige 48V-Phantomspeisung eingeschaltet wird.

Vorsicht auf dem Floorboard

Anschluss und Betrieb sind, das wird nicht überraschen, ein Kinderspiel. Als Plattfuß am Nilsollte man aber seine Tritte mit Bedacht setzen. Die beiden Schalter sind wirklich recht nah beieinander, ein falscher Tritt, etwa der auf Stopkann im Publikum für verdutzte Gesichter sorgen. Auf einem Floorboard sollte man sich nicht zu sehr freuen, links und rechts keine Anschlüsse zu haben und direkt die Nachbargeräte so nah wie es nur geht an den Ditto zu setzen außer, man erhöht ihn um ein paar Zentimeter auf dem Board. Der Druckpunkt der beiden Taster ist ausreichend definiert, um timingsicher zu schalten.

Undo und Redo ein Segen

Toll ist, dass man geschlagene fünf Minuten aufzeichnen kann, als Besitzer eines EHX MM Hazarai und eines Strymon TimeLine kann man da schon neidisch werden – 30 Sekunden sind manchmal schlicht zu wenig! Toll ist, dass man die Schaltlogik umstellen kann, Undo und Redo sind ein absoluter Segen und funktionieren angenehmerweise ohne Nebengeräusche. Etwas verwundert war ich zunächst, dass der Ditto-Looper sein Recording behält, bis man es wirklich löscht, unabhängig von anliegender Spannungsversorgung!

Wer mit dem Fuß geübt ist, muss sich nicht einarbeiten, sondern kann schnell ein bisschen Herumspielen. Toll ist der Ditto auch, um Harmoniebegleitungen zu entwickeln. Und wenn es dann doch mal unerträglich schräg war, leistet Undo ganze Dienste, ohne dass man die Intervallschichtung von vorne beginnen müsste. Ja, das macht Spaß!

Für das Studio nicht gedacht

Kaum jemand wird auf die Idee kommen, ein derartiges Looper-Pedal im Studio einsetzen zu wollen. Daher ist auch der folgende Umstand zu verzeihen: Je nach verwendetem Mikrofon, besonders seines Übertragungsfaktors, kann das geloopte Signal durchaus ein bisschen Durchsetzungsvermögen vermissen lassen. Dies kann man wahrscheinlich dem durch die fehlende Anpassung nicht voll ausgenutzten Wertevorrat der A/D-Wandlung in die Schuhe schieben. Allerdings sind es wirklich keine gravierenden Unterschiede, kein enorm gesteigertes Rauschen oder Verzerrungen, die dem Publikum auffallen würden.

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