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Test
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17.11.2014

TC Alter Ego V2 Vintage Echo Test

Echo-Bodeneffektgerät

Dänischer Wiederholungstäter

Wer die Delays von TC, auch unseren Testkandidaten, das TC Alter Ego V2 Vintage Echo, ins richtige Licht rücken will, der sollte nicht vergessen, dass der dänische Hersteller mit dem TC2290 schon in den 80er Jahren des letzten Jahrtausends den Delay-Studioklassiker schlechthin kreierte. Inzwischen haben zahllose Neuentwicklungen und Innovationen in den unterschiedlichsten Bereichen TC Electronic zu einem der führenden Anbieter von Studio- und Musiker-Effektgeräten weltweit gemacht.

Das Alter Ego V2 soll laut Hersteller die besten Features aus dem Alter Ego und dem Alter Ego X4 vereinen. Mit dafür verantwortlich ist die Zusammenarbeit mit dem Pro Guitar Shop aus Oregon, USA, der bei der Weiterentwicklung ein Wörtchen mitreden durfte und sich mit zwei eigenen Presets verewigt hat.

Details

Das V2 steckt, wie von TC nicht anders zu erwarten, in einem ultrarobusten, mattschwarz lackierten Metallgehäuse und bringt satte 305 Gramm bei 72 x 50 x 122 mm (BxHxT) auf die Waage. Mit diesen Abmessungen hat es quasi Standardmaße und dürfte auf den meisten Stressbrettern ein wohliges Heim finden.

Ein Blick auf die Bedienoberfläche zeigt vier Potis, eine LED, einen kleinen Kipp- und einen Fußschalter. Die Regler sind allesamt mit Kunststoffknöpfen versehen und lassen sich butterweich drehen. Drei Potis sind jeweils mit Time, Feedback und Level beschriftet, beim vierten handelt es sich um einen Drehschalter, der die verschiedenen Delays anwählt. Time ermöglicht eine Echozeit bis zu sieben Sekunden, mit Ausnahme des Slap Back Modus. Level legt die Intensität des Effekts fest und der Feedback-Regler die Anzahl der Wiederholungen. Der Kippschalter (Subdivision Minischalter) wählt zwischen Viertel, Achtel oder einer Kombination aus beiden.

Der bereits erwähnte vierte Regler bestimmt, welches der angebotenen Delays gerade aktiv ist. Dass auch das Alter Ego V2 über einen True Bypass verfügt, der das Gitarrensignal unangetastet an den Ausgang weiterreicht, wenn der Effekt nicht aktiv ist, gehört bei TC wie bei vielen anderen Herstellern mittlerweile zum guten Ton. Aber das Alter Ego V2 kann mehr. Wer nämlich mit langen Kabelwegen und/oder vielen Effekten in seinem Board arbeitet, der wird feststellen, dass mit jedem Zentimeter Kabel und jedem zusätzlichen Pedal der Klang leidet. Hier empfiehlt es sich unter Umständen, doch über eine aktive Signalführung nachzudenken. Und auch die beherrscht unser Kandidat: Bodenplatte abschrauben, einen DIP-Schalter in die andere Ecke bewegen, und schon läuft unser Echo im sogenannten "Buffered Bypass"-Modus. Ganz gleich, ob im True Bypass oder im Buffered Bypass, die zentrale LED zeigt den Betriebsstatus an, und das tatsächlich sehr hell!

Folgende Delay-Typen lassen sich anwählen:

EREC 2: ( nein, nichts unanständiges...) Binson Echorec 2

DMMC: Electro Harmonix Deluxe Memory Man Chorus

T ORG: Tel Ray Organ Tone

2290 M: moduliertes TC Electronic 2290

REV M: Reverse Modulated

BDM2: Boss DM-2

CKAT: Watkins Copycat

EP1: Maestro Echoplex 1

SP: Roland Space Echo zusätzlich

LP: Looper

TP: Tone Print

Das nenne ich eine amtliche Auswahl der wohl wichtigsten Delays der letzten Jahrzehnte! Und selbstverständlich ist das Alter Ego auch Tone Print-fähig. Hier noch einmal eine kurze Erklärung, was sich hinter dem Begriff und der entsprechenden Technologie verbirgt:

TC Electronic hat es sich nicht nehmen lassen, viele bekannte, aber auch weniger populäre Musiker zu bitten, ihre Lieblingssetups mithilfe eines Editors zu kreieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese Software ist mittlerweile für jedermann erhältlich und kann auf einem MAC oder einem PC betrieben werden. Per mitgeliefertem Mini USB Kabel wird das Pedal lediglich an den Rechner angeschlossen und eine große Auswahl an Parametern steht zum beherzten Rumschrauben zur Verfügung. Es macht tatsächlich eine Menge Spaß und kann sogar inspirierend wirken, wenn man sich durch die Settings zappt - unbedingt zur Nachahmung empfohlen! Wem das zu aufwendig ist, der kann aber auch sein Android oder Iphone verwenden und mithilfe einer kostenlos zu erwerbenden App die Presets der oben erwähnten Künstler in sein Pedal "beamen". Der Vorgang ist denkbar einfach! Die an das Pedal angeschlossene Gitarre oder den Bass aufdrehen, das Smartphone über den aktivierten Pickup halten und auf Start drücken. Fünf Sekunden später ist das Preset dann im Pedal. Genial! Ich hatte das Vergnügen, mit einem TC-Mitarbeiter ein entsprechendes Toneprint zu erstellen, das Video kann hier angeschaut werden:

Und wer sehen möchte, wie das alles vonstatten geht, bitte sehr!

Und hier ein Bild des Editors:

Sicherlich ist dem einen oder anderen aufgefallen, dass auf den Bildern nicht das Alter Ego zu sehen ist. Da die Pedale noch ziemlich frisch auf dem Markt sind, schiebt TC Electronic die fehlende App und Software in nächster Zeit nach. Unser Testkandidat lässt Stereobetrieb zu, entsprechende Ein- und Ausgangsbuchsen stehen links und rechts am Gehäuse bereit.

USB-Anschluss und der Zugang für das optional erhältliche Netzteil befinden sich an der Stirnseite des Pedals, das aber auch mit einem Standard-Boss Netzteil betrieben werden kann - Voraussetzung sind 9 Volt Gleichstrom und wenigstens 100 mA Leistung. Mit dem USB-Kabel kann neben dem Editor auch neue Firmware auf das Pedal gespielt werden, die Software liegt dann natürlich auf der Website des Herstellers zum Download bereit.

Ein Blick auf die Unterseite zeigt eine große Metallschraube, die sich mithilfe eines Geldstücks oder eines dicken Plektrums öffnen lässt. Im Inneren lässt sich dann ein 9-Volt-Block zur Spannungsversorgung einpflanzen. Die Verarbeitung ist insgesamt hervorragend und sollte auch dem härtesten Umgang gerecht werden. Da wir aber alle viel und vor allem lange Spaß mit unseren Pedalen haben möchten, platzieren wir sie ja meist ordentlich auf einem Pedalboard, wo die kostbaren Teile gut geschützt sind.

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