Test
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06.11.2017

Tama HH915D / HH315D Speed Cobra + HH905D Iron Cobra Hi-Hats Test

Hi-Hat Pedale

Zweibeiner Deluxe

Dass der japanische Hersteller schon immer ein Herz für die Trommlerfüße hatte, wurde spätestens mit der Vorstellung der Iron Cobra Fußmaschinen vor über 20 Jahren deutlich. Die Popularität der eisernen Reptilien hält bis heute ungebrochen an, und seit einigen Jahren dürfen sich auch verschiedene Hi-Hat Modelle mit diesem Namen schmücken. Und auch die Speed Cobra Fußmaschinen als aktuelle Top-Serie wurden mittlerweile um zwei Hi-Hat Maschinen ergänzt.

Aus dem acht Modelle umfassenden 2017er Tama Hi-Hat Sortiment erhielten wir für unser Review neben dem Top-Modell der Iron Cobra Serie die Speed Cobra in zwei Varianten, einmal in der Vollversion und einmal in einer preisgünstigen, abgespeckten Ausführung. Ob die zweibeinigen Top-Modelle ihren Preis von knapp 300 Euro wert sind, und wie sich die „kleine“ Speed Cobra für rund 120 Euro im Vergleich schlägt, erfahrt ihr in unserem Test. 

Details

Die beiden großen Modelle sind umfangreich ausgestattet

Die beiden Spitzenmodelle unter den Tama Hi-Hat Pedalen, die HH915D Speed Cobra und die HH905D Iron Cobra, sind identisch konstruiert, lediglich die Trittplatte der Speed Cobra ist 1,5 Zentimeter länger. Die zweibeinige, 5,4 Kilogramm schwere Doppelstreben-Konstruktion ist drehbar, wozu lediglich eine Vierkantschraube gelöst werden muss. Ein passender Stimmschlüssel ist im Lieferumfang enthalten. Optimale Standfestigkeit wird erreicht durch eine kräftigen, verschiebbaren Metallsteg unter dem Trittbrett sowie zwei überdimensionale Gummifüße, die es – im wahrsten Sinne des Wortes – in sich haben. Im Inneren befindet sich nämlich jeweils ein Metalldorn, der, ebenfalls per Vierkantschraube, auf die gewünschte Länge ausgefahren werden kann. An der unteren Pedaleinheit – schwarz pulverbeschichtet bei der Iron Cobra und grau bei der Speed Cobra – ist das zweiteilige Trittbrett mit seiner äußerst stabilen Unterkonstruktion angebracht. Fußstopper gibt es nicht, allerdings kann bei der Iron Cobra bei Bedarf ein Stopper nachgerüstet werden. 

Durch Lösen zweier Vierkantschrauben an der Vorderseite der Pedaleinheit kann der Neigungswinkel der Trittplatte verändert werden. So ist es möglich, bei Aufbauten mit einer Doppelfußmaschine die Trittplatten von Hi-Hat- und Bassdrum-Pedal exakt auf dieselbe Höhe zu bringen. Bezüglich der Federspannungs-Einstellung setzt Tama auf eine sechsstufige Rasterung, die Veränderungen sozusagen im Handumdrehen ermöglicht. Das Tilt System ermöglicht es, durch ein Lösen der T-Schraube an der Zweibeinkonstruktion das komplette Stativ zum Spieler hin anzuwinkeln, ohne dass dadurch die Standfestigkeit beeinträchtigt wird. 

Während die Trittplatte der Speed Cobra relativ glatt ausfällt, bietet die Iron Cobra etwas mehr Widerstand. Kaum Widerstand dagegen versprechen die Verbindungen zwischen Trittplatte und Fersenteil, die von der Firma Oiles stammen. Ein knapp zwei Zentimeter breites Kevlarband bildet die Verbindung zwischen der Trittplatte und der Lever Glide Antriebseinheit. Diese ausgeklügelte Hebelkonstruktion überträgt die Kraft mittels einer Fahrradkette auf die Zugstange, welche übrigens bei den 905/915-Modellen zweifach – einmal kurz, einmal lang – im Paket enthalten ist. Mit der kurzen Stange können die Becken auf eine Höhe von 77 bis 87 Zentimeter gebracht werden, die längere Variante reicht bis 100 Zentimeter.

Das obere Rohr verfügt über eine Memory Clamp, die passgenau in der kunststoffgefütterten Manschette des unteren Rohres sitzt. Eine Besonderheit findet sich unter dem Filz, auf dem das Bottom-Becken ruht. Hier ist eine Feder in den Schrägstell-Mechanismus integriert, die dafür sorgt, dass das angewinkelte untere Becken beim Niedertreten des Pedals quasi mitgenommen wird, was einen saubereren Chicksound verspricht. Völlig neu konzipiert wurde die Hi-Hat Clutch, die jetzt über das Quick Set Feature verfügt, welches man schon von den Tama Roadpro Beckenstativen kannte. Die übliche Schrauberei entfällt hier gänzlich, es muss lediglich die Klammer geöffnet und nach dem Aufstecken des Beckens und des Filzunterlegers wieder geschlossen werden. Ungewöhnlich ist, dass bei dieser Clutch ein Filz nur unter dem Becken zum Einsatz kommt. Auf der Oberseite soll ein speziell konstruiertes Kunststoffteil dafür sorgen, dass das Top-Becken nur an zwei Stellen Kontakt mit der Clutch hat und sich somit klanglich besser entfalten kann. Eine rote Markierung auf der Clutch dient als Positionierungshilfe, damit der Effekt optimal genutzt werden kann. 

Ein Feature, das Tama nicht erwähnt, fällt mir noch auf. Es ist möglich, die Trittplatte durch Lösen von vier Schrauben näher zur Stativmitte zu bewegen und somit das Pedal zu „verkürzen“, was sinnvoll sein kann, wenn auf einer engen Bühne jeder Zentimeter zählt. Der Spielraum beträgt gut drei Zentimeter.

Etwas konventioneller kommt die „kleine“ Speed Cobra daher

Wie die beiden großen Modelle ist auch die Speed Cobra 315D ein Zweibeiner mit drehbarem Gestell. Der Steg unter dem Trittbrett, der als drittes Bein fungiert, hat eine nicht variable Länge von 14 Zentimetern, das Trittbrett ist weitgehend identisch mit dem der 915er Hi-Hat, wird aber konventionell mit zwei flexiblen Metallklammern fixiert. Im Gegensatz zu den großen Modellen hat das um 1,5 Kilogramm leichtere 315er Modell herkömmliche Gummifüße ohne integrierte Spikes. Die Stopper befinden sich, wie allgemein üblich, an der Basis unter dem Trittbrett. 

In puncto Antrieb setzt Tama hier auf eine direkte Übertragung, das heißt, die Kette ist in vertikaler Richtung ohne Umwege mit der Zugstange verbunden. Die sechsstufige Einstellung der Federspannung entspricht den Top-Modellen. Auf die Feder zur Schrägstellung des Bottom-Beckens wurde bei der kleinen Cobra verzichtet. 

In der niedrigsten Einstellung befinden sich die Becken auf einer Höhe von 73 Zentimetern, die Obergrenze liegt bei 97 Zentimetern. Als Clutch kommt ein konventionelles Modell zum Einsatz. Wenngleich die 315er Hi-Hat offiziell nicht mit einem Tilt System ausgestattet ist, kann das Stativ durch Lösen der T-Schraube an der Zweibeinkonstruktion leicht geneigt werden. Die Metalldornen sind so lang, dass sie auch bei geringfügiger Schrägstellung der Maschine noch den Boden erreichen.

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