Bass Hersteller_MusicMan
Test
7
27.08.2015

Praxis

Der laut Spezifikationen "leichte Eschekorpus" ist bei meinem Testkandidaten scheinbar doch etwas schwerer ausgefallen, denn der viersaitige Ray34 bringt stattliche 4,8 kg auf die Waage. Bei langen Gigs kann ein solches Gewicht schon mühsam werden. Die gute Nachricht ist aber, dass der Bass dadurch sehr stabil am Körper hängt und nicht an der gefürchteten Kopflastigkeit leidet. Er pendelt sich am Körper in einer guten Spielposition mit leicht nach oben ragendem Hals ein und man muss keinerlei zusätzliche Kraft aufwenden, um ihn in dieser Position zu halten. So ausbalanciert spielt sich der Ray34 durchaus komfortabel und das mitteldicke C-Profil des Halses liegt gut in der Hand - es ist durchaus kräftig, aber keinesfalls zu klobig. Durch das seidige Öl-Finish auf der Rückseite gehen die Lagenwechsel außerdem wirklich mühelos von der Hand. Aus ergonomischer Sicht gibt es also beim günstigen Stingray aus Indonesien wirklich nichts zu meckern - abgesehen vom Gewicht vielleicht. Was für den Rücken vielleicht nicht optimal ist, kann sich aber durchaus positiv auf den Sound auswirken. Sicherlich gibt es auch schwere Bässe, die leblos und stumpf klingen, mein Test-Ray produziert aber schon im Trockenmodus ohne Amp einen klaren und stabilen Ton mit sehr viel Sustain. Die gesamte Konstruktion schwingt hervorragend und produziert keine ernstzunehmenden Deadspots, lediglich das D auf der G-Saite klingt minimal dünner.

Das sind schon mal gute Voraussetzungen für einen überzeugenden Sound am Verstärker und erwartungsgemäß liefert der Budget-Stingray an meinem Test-Rig einen klaren und soliden Ton mit ordentlich Punch, der den gespielten Noten Gewicht verleiht. Für den typischen Stingray-Sound mit wuchtigen Bässen und crispen, leicht metallischen Höhen muss man die EQ-Regler nicht unbedingt bemühen. Wer diesen typischen Charakter allerdings noch verstärken will, kann die Bässe und die hohen Frequenzen einfach mit der Onboard-Elektronik boosten. Der Preamp des Ray34 bearbeitet genau die richtigen Frequenzen für den klassischen Stingray-Sound und liefert selbst dann noch praxistaugliche Ergebnisse, wenn man die Regler voll aufdreht. Diesen Hifi-mäßigen Scoop-Sound hat der Ur-Stingray aus den Seventies mit seinem Zweiband-EQ ebenfalls auf Lager, der Ray34 von Sterling kann mit seinem zusätzlichen Mittelregler aber auch in eine aggressivere Richtung getrimmt werden. Die Mittenfrequenzen der Sterling-Elektronik bringen den Ray34 im Bandsound ein gutes Stück nach vorne und sorgen für Growl und mehr Durchsetzungskraft, wenn es mal heftiger zur Sache gehen soll. Lobenswert ist außerdem, dass der Preamp aus Fernost nur wenig Nebengeräusche produziert - selbst mit voll aufgedrehtem Höhenregler hält sich das Rauschen in absolut erträglichen Grenzen. Damit ihr einen Eindruck von den Klangmöglichkeiten des Sterling Ray34 bekommt, habe ich die folgenden Audiobeispiele mit verschiedenen Spieltechniken und unterschiedlichen EQ-Einstellungen aufgenommen, zusätzliche Amps oder Effekte kamen dabei nicht zum Einsatz.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare