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Test
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23.02.2015

Steinberg UR22 Test

USB 2.0 Audiointerface

Purist durch und durch

Steinberg UR22 bei bonedo im Test – Beim Namen Steinberg denken die meisten wohl in erster Linie an das DAW-Urgestein Cubase. Bereits seit einigen Jahren mischen die Hamburger aber auch erfolgreich im Hardwaresegment mit. Mit dem UR22 landet nun der kleinste Spross der UR-Interface-Reihe auf unserem Tisch. Ob der kompakte Purist frischen Wind in das Tiefpreis-Segment bringen kann? Wir finden es heraus.

Details

Allgemeines

Das Steinberg UR22 ist ein kompaktes 2-In/2-Out Audio-Interface, das per USB mit dem Rechner verbunden wird. An Bord sind dabei zwei analoge Ein- sowie Ausgänge, welche mit bis zu 24 Bit und 192 kHz gewandelt werden. Diese stattlichen Werte finden sich mittlerweile bei vielen Geräten im niedrigeren Preissegment wieder, wobei ich – angesichts der exorbitanten Rechenleistung die eine so hoch aufgelöste Aufnahme erfordert – lieber weiterhin mit 48, maximal mit 96 kHz arbeite. 

Das Gehäuse des UR22 besteht aus einem schwarzen Metallchassis, welches auf der Vorderseite silber lackier wurde. Es liegt also ein Hauch von Macbook-Charme in der Luft. Mit Abmaßen von 158x45x158 mm (BxHxT) und einem Gewicht von rund einem Kilogram kann man zwar nicht mehr von einem Fliegengewicht sprechen, dennoch ist das Interface immer noch transportabel genug, zumal dank der Stromversorgung über den USB-Anschluss ohne externen Netzstecker gearbeitet werden kann.

Durch die XLR/Klinke-Kombibuchsen können entweder Mikrofon- oder aber Line-Signale an den Eingängen verarbeitet werden. Per Knopfdruck lässt sich Input 2 für die Verwendung mit Instrumentenpegel konfigurieren, so dass auch E-Gitarre und -Bass problemlos an das Interface angestöpselt werden können. Weiterhin verfügt das UR22 über einen MIDI-In/Out auf der Rückseite. Auf andere digitale Schnittstellen wie ADAT oder S/PDIF wurde zugunsten des Preises verzichtet, was allerdings kein wirkliches Manko darstellt.

Preamps

Da die UR-Serie wie auch andere Produkte aus dem Hause Steinberg von Yamaha gefertigt sind, kommen als Vorverstärker “D-PRE“-Class-A-Preamps zum Einsatz, welche auch bei teureren Produkten des Herstellers wie der MGP Serie verwendet werden. Beide Kanäle können über einen stufenlosen Drehregler eingepegelt werden. Eventuell auftretende Übersteuerungen werden dabei durch eine rote LED über der Eingangsbuchse angezeigt. Die Versorgung von leistungshungrigen Mikrofonen mit 48V Phantomspeisung kann beim UR22 nur global für beide Wege vorgenommen werden. Hierfür steht auf der Rückseite des Gehäuses ein kleiner Kippschalter aus Plastik bereit. Eine weitere rote LED zwischen den beiden Eingangsbuchsen zeigt dabei an, ob die Phantomspeisung aktiviert wurde oder eben nicht.

Direct Monitoring

Das Routing des UR22 basiert intern auf einem einzelnen Stereo-Bus, welcher sowohl am Main-Out als auch am Kopfhörerweg anliegt. Zur besseren Flexibilität beim Künstler-Monitoring unterstützt das Gerät aber „Direct Hardware Monitoring“, wodurch ein latenzfreies Abhören eines am Input anliegenden Signals direkt über den Ausgang möglich wird. Mit Hilfe eines Potis kann dabei das Verhältnis von Direkt- und Rückspielsignal aus der DAW stufenlos geregelt werden. Alle Output-Anschlüsse sind in Form von symmetrischen 6,3mm-Klinkenbuchsen ausgeführt, was in diesem Preissegment ebenfalls üblich ist.

Im Lieferumfang befindet sich neben dem Interface noch ein passendes USB-Kabel, ein gedrucktes Handbuch sowie eine Gratisversion von Cubase AI 7. Die Limitierungen dieser Version des Steinberg DAW-Flagschiffs liegen vor allem in der Begrenzung auf 32 Audio- und 48 MIDI-Spuren und acht Slots für VST-Instrumente. Mit immerhin 28 Audioeffekten sowie einer abgespeckten Version des Halion-Samplers sollten sich allerdings bereits kleinere Produktionen mühelos realisieren lassen. Genauere Informationen über Cubase AI7 findet ihr hier.

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