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Test
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23.03.2016

SPL TDx 1502 Transient Designer Test

Enveloper-Modul für API Series 500

Einkanalig aber mit Mix-Regler

Seit über dreißig Jahren entwickelt der niederrheinische Hersteller SPL (Sound Performance Lab) in Deutschland gefertigte Audiogeräte für die Tonstudios und die Homerecorder dieser Welt. Schon immer konnten die SPL-Ingenieure mit außergewöhnlichen Zauberkästchen punkten und haben die Audiowelt immer wieder mit Entwicklungen und Klangbearbeitungskonzepten begeistert, die sich die Erkenntnisse der Psychoakustik zunutze machen. So ist der berühmte Vitalizer eben kein EQ, und der Transient Designer eben kein Kompressor/Expander, auch wenn beide Geräte beim kurzen Hinhören zunächst danach klingen mögen.

Was macht der TDx? Lohnt sich der Kauf? Oder kauft man sich vielleicht lieber den zweikanaligen, großen 19-Zoll-Bruder fürs gleiche Geld?  

Details

Funktionsweise des Transient Designers

Der Transient Designer TDx bietet, tontechnisch formuliert, Einfluss auf Attack- und Sustain-Bereiche von akustischen Ereignissen innerhalb eines Audiosignals, in dem natürlich hierfür von vorne herein Klänge vorkommen müssen, denen man eine gewisse Attack- und Sustainphase zuordnen kann. Sie müssen also von perkussiver Natur sein, damit solch eine Bearbeitung hörbare Ergebnisse liefern kann. Bei jedem, der schon einmal an Synthesizern oder Samplern herumgeschraubt hat und dort mit Attackzeiten und Sustainlevels zu tun hatte, dürfte beim Gedanken an Transientenbearbeitung direkt ein Kopfkonzert mit unterschiedlichen Klängen zünden. Zu Zeiten der Beatles konnte man von Zeitparameter-Veränderungen von Schlagzeugen oder anderen perkussiven Sounds, die von Haus aus keine entsprechenden Regler zur Verfügung haben, nur träumen. Aber auch wenn uns heutzutage solche Möglichkeiten gegeben sind, zaubern kann man damit leider noch nicht.

Unabhängig vom Eingangspegel

Der TDx ermöglicht eine pegelunabhängige Bearbeitung der dynamischen Signalverläufe. Er arbeitet und klingt ein bisschen wie ein Kompressor, funktioniert aber, im Gegensatz zu jenen Dynamikprozessoren, unabhängig vom Eingangspegel. Die Arbeitsweise der Kompressoren ist immer an einem bestimmten Pegel ausgerichtet, und dieser Dreh- und Angelpunkt wird dort mit Hilfe ein Threshold-Reglers eingestellt. Beim TDx Transient Designer finden die Bearbeitungen der Attack- und Sustainbereiche dank SPLs Differential Envelope Technology (DET) durch alle Pegel hinweg gleichermaßen statt. So können hier also zum Beispiel leise Snareschläge gleichermaßen im Punch verändert werden wie sehr laut gespielte. Ein Kompressor würde leise Pegel sehr sanft bis gar nicht bearbeiten, wohingegen laute Snare-Sounds besonders stark bearbeitet würden. Die Pegelunabhängigkeit der Transient-Designer-Technologie kommt also eher einer Veränderung des Instrumentes beziehungsweise dessen Klangcharakters gleich, was solch eine Bearbeitung in gewissem Maße unauffälliger macht. Positiver Nebeneffekt ist hierbei auch, dass eine Bearbeitung mit dem SPL Transient Designer auch während des Ein- oder Ausblendens unverändert die selben Einflüsse auf Attacks und Sustains beibehält und immer pegelunabhängig homogen klingen wird.

Vier Regler, ein Schalter, und eine LED – fertig

Ähnlich minimalistisch wie die großen Brüder kommt auch der Verwandte aus dem 500er-Land nur mit zwei klangfärbenden Reglern namens Attack und Sustain daher. Die beiden anderen Drehpotis dienen quasi nur zur kontrollierten Weitergabe der Signale und nennen sich Mix und Output. Als einzigen Schalter gibt es einen On/Bypass-Schalter, und in Sachen optisches Feedback hat man sich auf eine einzige Signal-LED beschränkt, die aufleuchtet, sobald ein Audiosignal am Eingang anliegt, und -20 dB übersteigt. Praktisch, damit man ungläubigen Ohren beweisen kann, dass das auch tatsächlich Gerät arbeitet.

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