Gitarre Hersteller_Soldano
Test
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27.04.2021

Praxis

Auch wenn frühe Soldano Cabs mit Eminence V12 Speakern bestückt waren und aktuelle Modelle mit Celestion V30 Speakern ausgeliefert werden, wähle ich für die Soundfiles die Faltung eines 4x12" Celestion PreRola Greenbacks. Die Gitarren werden jeweils angegeben.

Normal Channel - Clean Mode

Zunächst betrachte ich den Normal Channel im Clean-Mode und parke eine Fender Stratocaster vor dem SLO-30. Der Sound ist warm, glasklar und bleibt in Kombination mit einer Singlecoil-Gitarre bis zur Potistellung 7 der Preampsektion vollkommen clean. Grundsätzlich ist der Grundsound mit warmen und fetten Mitten ausgestattet, die perlige Pickings erlauben. Für Funksounds bietet der EQ genug Optionen, höhenreiche und leichte Mid-Scoop Klänge einzustellen, auch wenn der SLO sich doch vom klassischen Blackface-Clean abhebt und seinen eigenen Charakter besitzt. Generell arbeitet die Klangregelung ziemlich effektiv, erlaubt aber keine allzu drastische Veränderung des Sounds. Bluesige oder jazzige Klänge, die sehr volumenreich rüberkommen, sind in Kombination mit dem Halspickup mühelos umzusetzen und der cleane Headroom ist für einen 30-Watter überraschend gut.

Bright Cr/Cl Normal Bass Mid Treble Master Pres Depth
On Cl 5 6 6 6 6 4 6

Bright Cr/Cl Normal Bass Mid Treble Master Pres Depth
On Cl 7 7 2 7 7 7 7

Bright Cr/Cl Normal Bass Mid Treble Master Pres Depth
On Cl 8 6 4 7 4 6 6

Bright Cr/Cl Normal Bass Mid Treble Master Pres Depth
Off Cl 5 5 4 5 5 5 67

Crunch Channel

Betätigt man nun den Kippschalter, um den Crunchmode zu aktivieren, hebt sich die Lautstärke deutlich an und die Zerrung geht im Prinzip fast da weiter, wo der voll aufgerissene Clean-Mode aufhören würde. Der Sound hat enorm Punch und trotzdem eine tolle Transparenz. Die Saitentrennung ist vorbildlich und die Zerre besitzt bis zur Maximalstellung eine gute Definition. Generell hat man den Eindruck, dass der SLO sämtliche Spielnuancen unglaublich feinfühlig und mit einer rapiden Unmittelbarkeit umzusetzen weiß. Selbst voll aufgerissen bleibt der Ton mit seinen süßlichen Mitten klar und dynamisch und lässt sich sowohl über die Spielweise als auch über das Volume-Poti der Gitarre sehr feinfühlig regeln. Ihr hört zunächst eine Telecaster und später eine Maybach Les Paul.

Bright Cr/Cl Normal Bass Mid Treble Master Pres Depth
On Cr 5 5 4 6 6 5 6

Bright Cr/Cl Normal Bass Mid Treble Master Pres Depth
On Cr 3 4 3 7 5 8 8

Bright Cr/Cl Normal Bass Mid Treble Master Pres Depth
On Cr 4 4 3 7 5 8 8

Bright Cr/Cl Normal Bass Mid Treble Master Pres Depth
On Cr 5 5 6 6 6 7 4

Bright Cr/Cl Normal Bass Mid Treble Master Pres Depth
Off Cr 7 6 4 6 7 7 7

Overdrive Channel

Wechselt man zum Overdrive-Channel, ist ebenfalls wieder ein weicher Übergang der Zerrstruktur und des Zerrgrades gegenüber dem Crunch-Mode festzustellen, denn das voll aufgerissene Preamp-Gain des Crunchmodus entspricht in etwa dem Gain des Overdrive-Kanals auf Stellung 2.
Der Overdrive-Regler arbeitet vor allem im unteren Drittel sehr feinfühlig und auch hier erhält man eine extrem singende und cremige Verzerrung, die eine hohe Dynamik und Sensitivität auf Spielnuancen aufweist. Die Gainreserven reichen hier bis ins Unermessliche, und auch wenn der SLO, wie wir später noch sehen werden, tadellos mit Pedalen harmoniert, werden zusätzlichen Booster hier nicht nötig sein.
Da der SLO-100 damals die klassischen High-Gain-Amps wie den Peavey 5150 oder auch den Mesa Boogie Rectifier stark inspirierte, müssen wir den Testkandidaten natürlich auch mal ins Gain-Nirvana fahren. Aber selbst dort bleibt der Sound extrem aufgeräumt und auch die Nebengeräusche halten sich trotz Maximalgain immer noch in einem erfreulich angemessenen Rahmen. Die Dynamik bleibt auch im Overdrive-Kanal erhalten, wobei die Kompression bei höheren Settings naturgemäß zunimmt. Wie oben erwähnt, ist die Klangregelung kein allzu krasser Klangverbieger, aber leichte "Badewannensounds" mit ausgehöhlten Mitten kann die Metallfraktion dem Amp ebenfalls abringen, wobei sich der Bassbereich mit dem Depth-Regler gut aufräumen lässt.
Für Solosounds bietet der SLO-30 natürlich Sustain bis zum nächsten Schaltjahr. Den Sound empfinde ich als extrem leichtfüßig und inspirierend, und auch das Platzieren eines Delay-Pedals im Einschleifweg - in diesem Fall ein Walrus Audio ARP 87 - gestaltet sich völlig unkompliziert und ohne jegliche Pegelprobleme.

Overdrive Bass Mid Treble Master Pres Depth
1 7 3 5 8 6 6

Overdrive Bass Mid Treble Master Pres Depth
3 6 6 6 5 5 6

Overdrive Bass Mid Treble Master Pres Depth
2 5 7 7 4 6 4

Overdrive Bass Mid Treble Master Pres Depth
4 5 1 7 5 6 4

Overdrive Bass Mid Treble Master Pres Depth
5 5 5 5 5 5 5

Line Out

Zum Abschluss lasse ich einen Speaker angestöpselt und spiele über den Line Out in eine 4x12" Greenback Cabinet-Faltung. Der Sound wirkt hier minimal weniger druckvoll und schlanker im Bassbereich, liefert aber für Recordingzwecke eine tolle Alternative, wenn mal kein Mike zur Hand ist. Hier gilt es allerdings zu bedenken, dass die Box angeschlossen bleiben muss und dass diese bei der Verwendung des Line Outs auch nicht gemutet ist.

Bright Cr/Cl Normal Bass Mid Treble Master Pres Depth
On Cl 2 5 5 5 5 4 4

Overdrive Bass Mid Treble Master Pres Depth
2 5 5 5 5 4 4

Nun möchte ich mich vom Pedalbetrieb des SLO30 überzeugen und parke ein Maxon OD808 Tubescreamer-Pendant vor den SLO. Wie zu erwarten harmoniert der Amp tadellos mit Verzerrern und bietet eine tolle Pedalplattform.

Bright Cr/Cl Normal Bass Mid Treble Master Pres Depth
On Cl 5 6 6 6 6 4 6
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