Workshop_Folge
Workshop
1
22.06.2011

Übungen

Nun geht es an die ersten Übungen. Um die Struktur der Skala zu verinnerlichen, schlage ich vor, die Fingersätze in verschiedene Sequenzen zu zerlegen – in zwei-, drei- und viertönige Bausteine, die man am besten in vier verschiedenen Bewegungsrichtungen übt.  

Sequenz 1 „Pseudo-Terzen“

Die erste Zerlegung besteht aus „Pseudoterzen“ - da die Pentatonik nicht symmetrisch aufgebaut ist, bestehen diese Sequenzen aus Terzen und Quarten, liegen aber für Gitarristen prima in der Hand.

Und das passende Audio:

Sequenz 2 – Pentatonische „Dreiklänge“

Als Nächstes folgen pentatonische Dreiklänge, die sich als eine Mischung aus terz- und quartgeschichteten Akkorden darstellen – genau wie in Sequenz 1 haben wir auch hier wieder vier Richtungen.

Sequenz 3 – Vierergruppen (Tetrachorde)

Diese Übung hat vielleicht der eine oder andere schon mal gespielt. Und auch hier haben wir wieder vier Variationen im Angebot.

TIPP: Die nötige rhythmische Flexibilität erreicht man, wenn man die einzelnen Übungen nicht mit der offensichtlichen Rhythmik spielt. Man neigt natürlich dazu, zwei- und viertönige Zerlegungen in Achtel oder 16tel Rhythmik zu quantisieren, wohingegen Dreiergruppen gerne triolisch gespielt werden. Aber warum denn nicht mal umgekehrt? Dieser rhythmische Verschiebe-Effekt klingt in der Improvisation sehr aufregend und überrascht den Zuhörer.

Die Königsdisziplin ist dann das Mischen. Spätestens hier erreicht man Sounds, wie man sie auf der Gitarre eher selten zu hören bekommt, da diese Quartensprünge zum einen nicht das offensichtliche Spiel der Penta auf der Gitarre darstellen, zum anderen der Einsatz der verschiedenen Zerlegungen dafür sorgt, dass der rhythmische Schwerpunkt sich ständig verlagert.  

Der folgende Track soll euch das zeigen. Ich weiß, das klingt jetzt sehr etüdenhaft, aber das ist ja nur als Übung zu verstehen. In der Spielpraxis muss natürlich der Geschmack das entscheidende Kriterium für die Dosis sein.

Ich hoffe, ich konnte eure Neugierde wecken und ihr habt Lust bekommen, mit dieser Tonleiter Neues zu entdecken oder Altes aufzufrischen und zu vertiefen. Der Inhalt ist zwar sehr gebündelt, aber trotzdem sehr umfangreich. Lasst Euch deshalb Zeit und versucht die einzelnen Übungen akkurat und mit Liebe zum Detail nachzuvollziehen – es lohnt sich.  

In der nächsten Folge werde ich euch helfen, die Tonleiter in allen zwölf Tonarten auf dem ganzen Griffbrett einzusetzen - und dabei auch noch gut auszusehen. In diesem Sinne - Gimme Five!

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