Test
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20.05.2021

Praxis

Inbetriebnahme 

Für meinen Test habe ich den Player direkt mit den Monitorboxen verbunden, ohne den Umweg übers Mischpult zu nehmen. Die grundlegende Bedienung des Geräts dürfte sich auch ohne das Handbuch zu konsultieren, erschließen. Nach Betätigen des Power-Buttons bootet der Player innerhalb von einer Sekunde und ist somit quasi direkt startklar.

MP1 verfügt über eine Auto-Play-Funktion, mit der sich das angeschlossene, zuletzt selektierte Medium nach Einschalten automatisch abspielen lässt. Ich starte den Test mit einer Audio-CD, die vom Sirus-Player innerhalb von vier Sekunden nach Einzug eingelesen wird. Nicht anders ist es bei der prallgefüllten MP3-CD. Der Laufwerkseinzug arbeitet sanft und leise, Abspielgeräusche sind nicht wirklich wahrzunehmen.

Die Titelauswahl erfolgt via Nummerneingabe (9999 max.) am Gerät oder an der Fernbedienung. Meine Auswahl wird – ebenso wie eine Selektion mittels Skip-Tasten (FWD/REV), die auch zum Spulen dienen – direkt und ohne weitere Bestätigung abgespielt. Am Klang des Sirus MP1 habe ich nichts auszusetzen.

Über den Antischock-Puffer hält sich der Hersteller bedeckt. Nach etwa 20 Sekunden intensivem Schütteltest erfolgten im CD-Betrieb erste Audioaussetzer. Das kann sich schon sehen lassen.

Als Abspielmodi stehen neben den Standardmodus Repeat One, Repeat All, Single und Random zur Verfügung. Eine Zeitumschaltung (elapsed/ remain) konnte ich nicht ausmachen, wäre aber nicht schlecht gewesen.

Ad-hoc finde ich die Bedienung über die Fernbedienung etwas komfortabler, zumal hier auch eine Lautstärkeregelung und eine Mute-Taste vorzufinden sind. Ebenso hätte dem Mediaplayer eine Back-Taste für die Navigation und eine Umschaltfunktion für Tags meiner Meinung nach gut zu Gesicht gestanden, ist aber nicht an Bord. 

Display

Das Display zeigt schwarze Schrift auf weißem Grund an und ist recht gut abzulesen, Kontrast- oder Helligkeitsregelung ist nicht vorhanden. Im CD-Betrieb zeigt der Bildschirm von links nach rechts Track-Nummern, Laufzeiten und Medium an. Bei MP3-CDs wird der Dateiname angezeigt, danach laufen Titel, Artist und Album durch. Tag-Auswahl oder Umschaltung ist nicht möglich, Bitrate und weitere Tags werden nicht ausgewiesen, das ist schon etwas rudimentär.

USB-Sticks 

Hinsichtlich der unterstützten Dateiformate für USB-Datenträger gibt sich der Kandidat eher zurückhaltend. FAT16/32 geht, Apple-Dateiformate nicht. Offiziell werden bis 64 GB unterstützt. Überraschenderweise ließ sich auch meine 120 GB SSD verwenden. 

Was die Wiedergabeformate vom Stick angeht, so dürfen die Dateien als MP3, WAV und WMA vorliegen. Die Ladezeiten liegen bei etwa vier Sekunden für die Datenträger-Erkennung und noch einmal so lange für die Indizierung. Beim Speed-Skipping braucht der Player eine Weile. Gleich eine zweistellige Anzahl an Tracks wie mit einem Encoder oder Shift zu überspringen, ist nicht möglich.

Über die Stopp-Taste lässt sich hier in Erfahrung bringen, wie viele Ordner und Dateien auf dem Datenträger vorhanden sind. Der Player bietet zwei dedizierte Tasten zur Ordnernavigation. Kann man so machen, ein Encoder wäre sicher auch okay. Ordnerbezeichnungen weist das Gerät allerdings nicht aus. Folder werden auch hier nur numerisch angezeigt. Angaben zur maximale Ordnertiefe und der unterstützten Dateianzahl liefert der Sirus MP1 im Handbuch nicht.

Hotkey und Program

Sirus MP1 bietet die Möglichkeit, eine Playlist zu programmieren. Einfach P-Taste drücken, Titel selektieren, P bestätigen, nächstes Musikstück anwählen, wieder bestätigen und fortfahren, bis die Liste komplett ist. Um diese abzuspielen, im Anschluss auf Play drücken, der Schriftzug MEM im Display zeigt den aktiven Playlist-Modus an.

Ganz anders die Hotkeys: Hier könnt ihr einen Verweis auf Musikstück auf eine der Direktzugriffstasten platzieren und diesen dann wieder abrufen. Das funktioniert zwar nicht für USB und CD übergreifend, sondern nur für den jeweiligen Modus, bleibt aber im Gegensatz zur programmierten Liste nach dem Ausschalten erhalten, sofern der gleiche Datenträger angeschlossen bzw. eingelegt ist.

Pitch und Loop

Letztlich noch ein kurzer Blick auf den integrierten Pitch und die Loop-Funktion. Letztgenannte setzt den Startpunkt nach Betätigen der A-B-Taste und erneutem Drücken derselben. Noch einmal darauf gedrückt und es geht normal weiter. Die Loops sind nicht nahtlos und für meine Begriffe eher unbrauchbar. 

Die Tempo-Tasten ermöglichen, das laufende Musikstück in zehn Schritten hoch und runter zu pitchen (ohne Keylock versteht sich) und mit der Normal-Taste auf den Ursprungswert zurückzuholen. Audiobeispiele nachstehend.

Konkurrenzsituation

Möchte man sich einen Player im Rack-Format für unterwegs oder zur Installation in Club, Pub, Event-Locations, Gastronomie oder Handel zulegen, stehen nicht wenige Produkte zur Auswahl (hier findet ihr unseren Testmarathon). Der Sirus zählt zu den preiswerten Basisgeräten, aber das Konkurrenzfeld ist breit aufgestellt. Denon DN-300C MK2 bietet beispielsweise für einen ähnlichen Ladenpreis einen Aux-In, wer auf CD verzichten kann, findet knapp unter 200 Euro Street den Denon DN-F350 mit Bluetooth und SD-Slot, Mikrofon- und Aux-In sowie Kopfhöreranschluss. Monacor DPR10 und Numark MP3 sprengen zwar den 1 HE Ansatz, wären aber ansonsten wohl auch eine Alternative.

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