Bass
Test
7
13.11.2018

Sire Marcus Miller M2 Test

Fünfsaitiger E-Bass

Im Schatten der erfolgreichen Brüder

Die Kooperation von Bass-Superstar Marcus Miller mit der indonesischen Firma Sire ist bereits seit einigen Jahren sehr erfolgreich. Vor allem die Modelle mit Namen V7, V9, V3, P7 etc., welche sich sehr stark an klassischen Formen orientieren, zeichnen für diesen Erfolg verantwortlich. Abseits davon führt eine zweite Modellreihe in Sires Portfolio eine Art Schattendasein. Sie bietet ein modernes, eigenständiges Design, und richtet sich dadurch an Interessenten, die etwas mehr Individualität abseits des Mainstreams zu schätzen wissen.

Die Formgebung und Tonabnehmerbestückung dieser Instrumente lässt zudem darauf schließen, dass Sire damit nicht zuletzt auch die Rock- und Heavy-Fans ansprechen möchte. Zwei Ausführungen dieser alternativen Modellreihe gibt es derzeit: den M7 und den M2. Letzterer ist das günstige Einsteigermodell - und auch der heutige Testkandidat.

Details

Wie spart man als Hersteller am leichtesten Kosten, ohne an die Substanz des Instruments zu gehen? Man reduziert die möglichen Optionen! Genau das finden wir beim M2: Mahagoni als Korpusholz und ein Ahornhals bilden dabei die unveränderbare Basis. Zudem gibt es lediglich drei Farben zur Auswahl: Black, White Parl und Transparent Blue. Bei Letzterem gibt es ein Griffbrett aus Ahorn, ansonsten eines aus Palisander. Die komplette Hardware ist immer schwarz. Andere Holz- oder Farbkombinationen werden nicht angeboten.

Das progressive Design des Korpus zielt mit seinen schlanken Korpushörnern, den Shapings auf Vorder- und Rückseite und seinem auffallendem "Stachel" eindeutig in Richtung Rock- und Metal-Fans. Der Ahornhals ist fünffach mit dem Korpus verschraubt. Die modern gestaltete Kopfplatte beheimatet die Stimmmechaniken im Verhältnis 3:2 und ist passend zum Korpus ebenfalls in schickem Weiß gehalten (Matching Headstock). Das Griffbrett aus Palisander bietet 24 Bünde, ganz wie es sich für einen modernen Rock/Metal-Bass gehört.

Als Elektronik kommt die von der V-Serie bestens bekannte "Marcus Heritage"-Elektronik zum Einsatz. Man kann den M2 passiv betreiben oder den Preamp per Kippschalter aktivieren. Im Passiv-Modus stehen ein Regler für Volume, Balance sowie eine passive Tonblende zur Verfügung. Im Aktiv-Modus kommt ein Dreiband-Equalizer mit Bass-, Höhen- und parametrischem Mitten-Band (via Doppelstock-Poti lässt sich stufenlos die Frequenz wählen, welche man anheben oder absenken möchte) hinzu.

Da der Preamp mit 18 Volt Betriebsspannung arbeitet, kann man durchaus beherzt Frequenzen boosten, ohne Verzerrungen befürchten zu müssen. Die Zugänge zu den Elektronik- und Batteriefächern befinden sich auf der Rückseite des Bodies.

Bei Sire bekommt wirklich alles einen Namen: Auch die Humbucker sind keine einfachen Tonabnehmer, sondern "Marcus Blue Humbucker". Ein nettes Detail sind ihre schwarzen Polepieces, welche perfekt zur (vermeintlich) anvisierten Zielgruppe passen. Die Brücke ist ein einfacher, aber immer funktionaler Blechwinkel. Man kann die Saiten sowohl durch die Brücke wie auch durch den Korpus fädeln (String Through Body). Letzteres sorgt für mehr Anpressdruck auf die Saitenreiter und damit für bessere Schwingungsübertragung.

Ein Kritikpunkt bei Tests der V3-, V7-, P7- oder V9-Serie war das Mitdrehen der Doppelstock-Potis. Bewegt man den oberen Regler, drehte sich der untere leicht mit oder umgekehrt. Diese Kinderkrankheit konnte leider bis heute immer noch nicht ausgemerzt werden. Klar ist der M2 sehr günstig, allerdings wurde dieser Punkt auch schon in mehreren Tests kritisiert!

Die Verarbeitung der Sire M2s ist ansonsten absolut tadellos, nichts anderes erwarten wir mittlerweile von Sire. Ich habe lange gesucht und war mir sicher, dass ich in dieser Preisklasse irgendetwas finden muss, was es zu beanstanden gibt. Abgesehen von den besagten Potis konnte ich jedoch nichts entdecken!

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