Test
4
22.07.2020

Simmons SD200 E-Drum Set + Simmons Drums App Test

Elektronisches Schlagzeug

Kleines Kit mit großem Namen

Simmons SD200? Das klingt doch verdammt nach 80er-Jahren und ruft bei allen, die alt genug sind, Erinnerungen an die unvergesslichen Pitchbend-Tomsounds dieser Ära hervor. Hauptverantwortlich dafür war ein junger Mann namens Dave Simmons, der im Jahr 1981 nach mehrjähriger Entwicklungszeit ein elektronisches Drumkit mit dem Namen SDS V, bzw. SDS 5 auf den Markt brachte, das mit seinen sechseckigen Drumpads für damalige Verhältnisse regelrecht futuristisch anmutete. Schon nach kurzer Zeit gab es kaum noch eine Musiksendung im Fernsehen, bei der kein Simmons Kit auf der Bühne zu sehen war. Akustische Schlagzeuge waren offenbar plötzlich out, und die Zukunft des Drumming und der Popmusik überhaupt schien elektronisch zu sein.  

40 Jahre später freuen wir uns darüber, dass das akustische Drumkit sexy wie eh und je ist und haben längst begriffen, dass elektronische Drumkits keine Konkurrenz darstellen, sondern ebenso ihre Daseinsberechtigung haben, vor allem, wenn es um das möglichst geräuschlose Üben geht, das mit einem akustischen Schlagzeug naturgemäß nicht so einfach zu bewerkstelligen ist... wenngleich es natürlich auch hierfür gute Lösungen gibt. Das Simmons SD200 ist ein modernes, kompaktes und preisgünstiges E-Drumset, das mit den Kits aus den Achtzigern nicht mehr allzu viel zu tun hat, aber dennoch in einigen Aspekten die DNA der Urahnen erkennen lässt. Wir haben es uns ins bonedo Testlabor schicken lassen und auch die Simmons Drums App getestet, die den Funktionsumfang des Kits nochmal erweitert.

Details

Das Fliegengewicht unter den E-Drumsets

Das schwarze Aluminiumrack trägt mit seinem geringen Gewicht einen großen Teil dazu bei, dass das komplette SD200 Kit keine zehn Kilogramm auf die Waage bringt. Alle Verbindungsteile bestehen aus Kunststoff und werden mit Vierkantschrauben fixiert. Für die Klemmen, an welchen die Pads, das Modul und die Beckenarme befestigt werden, kommen Kunststoffschrauben zum Einsatz. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass alle waagerechten Rohre nicht rund, sondern – Simmons-typisch – sechseckig geformt sind.  

Rund statt sechseckig: die Single Zone Pads

Die Drumpads unterscheiden sich kaum von den Pads anderer E-Drumsets dieser Preisklasse. Für die Snare wird ein Mesh Head Pad verwendet, die Tompads haben Spielflächen aus Gummi und – wie auch die Snare – Kunststoffgehäuse. Wie auch die Trommelpads sind Hi-Hat- und Cymbalpads mit lediglich einer Triggerzone ausgestattet. Crashakzente oder Kuppensounds auf dem Ride oder auch Rimshots auf der Snare entfallen somit. Für eine ungewöhnliche Lösung hat Simmons sich beim Bassdrum-Pad entschieden. Während viele Kits der untersten Preisklasse nur über einen Taster verfügen, der beim Niedertreten des Pedals den Sound auslöst, hat man in diesem Fall ein Minipad in das Gehäuse integriert, welches mittels eines Schlägels getriggert wird. Sowohl Bassdrum-Pad als auch Hi-Hat-Controller bestehen aus Kunststoff und fallen somit sehr leichtgewichtig aus. 

Die Steuerzentrale ist recht übersichtlich

Passend zum Rest des Kits fällt auch das S200M Modul sehr kompakt aus. Unter dem dreistelligen Display liegen die Tasten zur Werteeingabe, links die Funktionstasten für die Bereiche Kit, Song und Utility, rechts drei weitere Tasten zum Auswählen und Zuordnen der Sounds (Voice), zum Einstellen der Pad-Lautstärke (Mix) sowie zum Stummschalten der Drumspur in den Songs (Mute). Mit den drei Tasten im unteren Bereich werden Aufnahme und Wiedergabe, das Clicksignal und das Tempo gesteuert. An der linken Seite des Kunststoffgehäuses befindet sich ein Lautstärkeregler sowie weiter vorne der Kopfhörerausgang im Miniklinkenformat. Abgesehen von der an der Unterseite angebrachten 25-Pin-Buchse zum Verbinden der Pads mit dem Modul befinden sich alle anderen Anschlüsse auf der Rückseite. Im Einzelnen sind dies die beiden Hauptausgänge als 6,35mm-Klinkenbuchsen, ein Aux Input als Miniklinke, ein USB Port sowie die Buchse für das 9V-Netzteil.

Die Modulfunktionen beschränken sich auf das Wesentliche

Auch ohne ein Studium der Bedienungsanleitung lassen sich die wichtigsten Funktionen des Moduls schnell erfassen. Im Kit-Modus stehen zehn Preset Kits sowie ein frei belegbares User Kit zur Verfügung, und auch die Anzahl der Play-Along Songs beträgt zehn. Für den Click lassen sich acht verschiedene Taktarten einstellen, es steht allerdings nur ein Clicksound zur Verfügung. Tempoveränderungen können über die Plus/Minus-Tasten sowie über eine Tap-Tempo-Funktion erfolgen. Für die Aufnahme des eigenen Spiels muss die Record-Taste zwei Sekunden lang gedrückt werden, anschließend beginnt nach einem Metronomeinzähler die Aufnahme. Gestoppt und abgehört wird mit derselben Taste. Eine Speicherung der Aufnahme ist nicht möglich, was bedeutet, dass sie nach dem Ausschalten nicht wieder abrufbar ist. Im Voice-Modus kann man die Zuordnung der Sounds zu den verschiedenen Pads nach Belieben einstellen, um das Ergebnis dann als User Kit zu speichern. Weitere Bearbeitungsmöglichkeiten bietet die Simmons Drums App, auf die ich im Praxisteil noch eingehen werde. Im Utility-Bereich schließlich können Einstellungen bezüglich des Ansprechverhaltens der Pads sowie ein Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen vorgenommen werden.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare