Hersteller_Shure
Test
2
25.11.2013

Praxis

Verwendungszweck

Wie jeder geschlossener Kopfhörer weist auch der Shure SRH-940 eine gute Schallisolation nach außen wie auch von außen nach innen hin auf. Er ist außerdem pegelfest, sodass er sich auch gut zum lauten Monitoring bei der Aufnahme von Musikern eignet und selbstverständlich auch beim FOH-Mix eingesetzt werden kann. Aufwendige Faltmechanismen, um den Kopfhörer besonders platzsparend zusammen zu falten gibt es allerdings nicht.

Tragekomfort

Mit 322 Gramm gehört auch der Shure SRH-940 Kopfhörer zu den schwereren Modellen im Umfeld unseres Testmarathons, was beim langen Tragen durchaus auffallen dürfte. Ansonsten ist aber auch er sehr bequem und anschmiegsam. Darüber hinaus sitzt er fest und sicher und das sogar bei heftigerem Kopfnicken. Auch der Bügel lässt sich gut einstellen und passt somit wunderbar ohne zu drücken auf meinen Kopf.

Die Ohrmuscheln sind auf zwei Achsen beweglich, passen sich also gut den Ohren an. Eine Ohrmuschel nach hinten an den Hinterkopf zu legen, ist hier gut möglich, ohne dass einem dabei der Kopfhörer direkt vom Kopf rutscht. Im Vergleich zum SRH-840 sitzt der 940 auch etwas angenehmer auf dem Kopf und drückt weniger auf die Ohren. Leder als Ohrenpolster hätte mir etwas besser gefallen, bei den Ersatzpolstern hätte ich also lieber eine Materialvariation gesehen.

Klang

Ich habe auch jeden Kopfhörer innerhalb unseres Testmarathons an verschiedenen Kopfhörerausgängen bzw. Verstärkern betrieben, um meine Aufmerksamkeit auf den Kopfhörer selbst und nicht den Verstärker zu lenken. Von günstig bis etwas teurer waren dabei folgende Kandidaten vertreten:

  • iPhone 4S
  • MacBook
  • RME Fireface UFX
  • Drawmer MC2.1

Weiterhin habe ich diverse akustische Experimente durchgeführt und viele verschiedene mir bekannte Mixe angehört, um den Charakter der einzelnen Kopfhörer zu isolieren. Unter anderem sind folgende Alben in „Heavy-Rotation“ gelaufen:

  • Daft Punk – Tron (O.S.T)
  • Clint Mansell – The Fountain (O.S.T)
  • 50 Cent – The Massacre
  • NIN – The Fragile
  • Trentemoller - Lost
  • Rabih Abou Khalil – Blue camel

Weiterhin habe ich zum Abgleich mit Peter Könneman auch folgende Stücke gehört:

  • Charlie Haden – Cancion a Paola
  • Johnny Cash – Desperado
  • Skrillex – Bangarang
  • Rihanna – Rude Boy
  • David Guetta – Sexy Bitch

Frequenzgang

Der SRH-940 hat eine angegebene Bandbreite von 5 Hz bis 30 kHz, was ein sehr dehnbarer Begriff ist und ohne Angaben zur Toleranz bzw. Abfall an den Eckpunkten auch nicht die Grenzen der Welligkeit beschreibt! Es bleibt hinzuzufügen, dass dies kein Hersteller besser gelöst hat und je nach Kopf- und Ohrform der persönliche Höreindruck sowieso leicht variiert.

Beim Frequenzgang in Verbindung mit meinen Kopf fällt mir sofort seine Linearität auf. Das heißt, kein Frequenzbereich wurde hier überbetont oder ist unterrepräsentiert. Die Mitten werden also präzise aufgelöst und nicht von anderen Frequenzbereichen maskiert. Das kann zwar auf den ersten Höreindruck bei Pop und Rock etwas nüchtern und langweilig wirken, für die „professionelle Beurteilung“ von Klangmaterial ist dies aber äußerst zweckdienlich! Klassische Musik und Jazz wirkt aber so im Umkehrschluss beispielsweise sehr authentisch. Die Bässe sind unter Umständen also etwas zurückhaltend, bleiben aber lange unkomprimiert, bis sie erst bei sehr hohen Pegeln anfangen zu verzerren. In den oberen Höhen gibt es eine leichte Anhebung, welche aber kaum weiter auffällt und den SRH-940 keinesfalls hart wirken lässt, wenn beispielsweise Blechbläser einsetzten.

Impulsverhalten

Die Darstellung von Transienten ist hier ebenfalls gut, allerdings befinden sich in dem groben Preissegment der Shures auch noch ein paar andere Modelle innerhalb unseres Testmarathon Umfeldes, welche noch etwas „schneller“ und „knackiger“ agieren. Beispielsweise wäre hier der etwas teurere und auch halboffene Beyerdynamic DT-880 Pro zu nennen, welchen ich auch im Allgemeinen besser finde, da er noch „nüchterner und luftiger“ ist. Krasse Unterschiede gibt hier aber nicht zu vermelden, es handelt sich lediglich um Nuancen.

Räumliche Abbildung

Für einen geschlossener Kopfhörer vermittelt der Shure eine wunderbare Ortung in der Stereobreite, die sehr weit und breit angelegt ist. Einzelne Instrumente und deren Platzierung auf der Stereobühne sind dennoch sehr gut und differenziert heraus hörbar. Auch die Tiefenstaffelungen ist gut. Der SRH-840 klingt vergleichsweise etwas direkter, aber auch weniger „breit“. Der Beyerdynamic DT-880 Pro gefällt mir dennoch einen Ticken besser, trägt sich für mich aber nicht so komfortabel. Am Ende fällt das aber auch unter die Kategorie Geschmackssache.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare