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Test
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15.07.2013

Sennheiser / Neumann DrumMic'a Test

Drum-Softwareinstrument

Mike Check One Two

Mit dem Software-Instrument DrumMic'a haben die beiden traditionsreichen Mikrofonhersteller Sennheiser und Neumann ein virtuelles Drum-Instrument à la BFD, Addictive Drums oder Superior Drummer herausgebracht. Einfach so und umsonst. Natürlich stehen bei DrumMic'a die Mikros im Vordergrund – schließlich handelt es sich nicht zuletzt um eine Marketing-Maßnahme. Aber schon so manches kostenlose Plugin konnte mit einem guten Sound überzeugen und sich einen souveränen Platz unter den Profi-Tools sichern. Also haben wir DrumMic'a einem ausführlichen Check unterzogen.

Die optimale und zum Song passende Mikrofonierung eines Drumsets gehört zu den Königsdisziplinen im Studio: Zahlreiche Trommeln und Becken müssen so abgenommen werden, dass das ganze Set homogen und natürlich klingt und dem Sound des Tracks gerecht wird. Dabei führen die unterschiedlichsten Wege zum Ziel: So manche legendäre Schlagzeugaufnahme wurde mit nur zwei bis drei Mikros gemacht (ein von vornherein super klingendes Set hilft dabei immens), während heutzutage meistens alle Trommeln einzeln abgenommen und durch mehrere Overhead- und Raum-Mikrofone ergänzt und „zusammengeklebt“ werden. DrumMic'a ermöglicht es, für jede gängige Mikrofonposition am Drumset ein Mikrofon von Sennheiser oder Neumann auszuwählen, die Signale zu mischen und mit Effekten zu versehen. Dazu gibt es eine Bibliothek mit zahlreichen MIDI-Files unterschiedlicher Stilrichtungen. Dass es so etwas umsonst gibt, ist schon mal bemerkenswert. Ob man damit professionell und kreativ arbeiten kann, probieren wir in diesem Test für euch aus.

Details

DrumMic'a ist eine Library für Native Instrument Kontakt (der kostenlose Kontakt Player wird mitgeliefert). Insgesamt besteht es aus fast 13.000 Einzelsamples in 24-bit-Qualität und belegt gut 4 GB auf der Festplatte. Die Samples setzen sich aus Aufnahmen verschiedener Sennheiser- und Neumann-Mikrofone eines nicht weiter veränderbaren Drumsets zusammen. Zum Einsatz kamen zehn Sennheiser-Mikros (MD 421-II, MD 441, e 901, e 902, e 904, e 906, e 914, MK 4, MKH 800, MKH 8040) und fünf Vertreter von Neumann (KM 184, TLM 170R, D-01, USM 69 i, U 87ai). Das Schlagzeug wurde an neun Positionen abgenommen (Kickdrum innen und außen, Snare unten und oben, Hi Hat, Tom 1, Tom 2, Tom 3 und stereo Overheads). Für jede dieser Positionen kann man aus mehreren Mikrofonen wählen, wobei logischerweise nicht alle enthaltenen Mikros an allen Positionen verfügbar sind, sondern nur diejenigen, die an der betreffenden Stelle auch einigermaßen Sinn machen.

Die Signale laufen in einem integrierten Mischpult zusammen. Hier können alle Einzelspuren und die Summe mit je drei Inserteffekten bearbeitet werden (4-Band-EQ, Transient Designer und Kompressor). Für jedes Instrument (Kick, Snare, Hi Hat, und drei Toms) kann eingestellt werden, wieviel davon auf den Overhead-Mikros landet. Außerdem gibt es einen Faltungshall mit 19 verschiedenen Hallräumen, der als Sendeffekt arbeitet und die Raummikrofone simuliert. Toll wäre es natürlich, wenn es auch für den Raum verschiedene Mikrofontypen zur Auswahl gäbe, aber das hätte dann wohl doch etwas den Rahmen gesprengt. Wer lieber in der DAW mischen möchte, kann die verschiedenen Signale mit Ausnahme des integrierten Halls übrigens auch auf die Kontakt-Einzelausgänge routen.

MIDI-Files

DrumMic'a enthält eine Bibliothek von über 1.300 MIDI-Grooves unterschiedlicher Stilrichtungen. Die Bandbreite reicht von Pop und Rock über Funk, Hip Hop und Disco bis hin zu Jazz, Latin, Blues und Country. Dabei gibt es zu fast jeder Stilistik mehrere Grooves in unterschiedlichen Intensitäten und Instrumentierungen (z.B. Hi Hat oder Ride) sowie einige Intros, Endings und Fills. Die Files können per Drag&Drop in die DAW gezogen und dort zu einem Song zusammengesetzt werden.  

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