Hersteller_Sennheiser
Test
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04.03.2014

Praxis

Im Testraum sind die kleinen Mikrofone auf den massiven K&M-Stativen von unten kaum noch zu erkennen. Ok: Das war eine maßlose Übertreibung, aber es ist in vielen Situationen sicher angenehm, unauffällige Mikrofone zur Verfügung zu haben, die etwa abgehängt sehr unbemerkt ihren Dienst verrichten können. 

Im Betrieb zeigen die Sennheiser MKH 8020 aber erst ihre wahren Stärken. Wie man aufgrund der Daten schon erahnen kann, sind die RF-Mikrofone sehr offen und klar. So erkennt man hervorragend die einzelnen Rückwürfe von Boden und Decke, die enorme Transparenz kommt auch dem Direktsignal zugute. Dass der Frequenzgang sanfte Abweichungen von der 0dB-Linie zeigt, ist dem Gesamterlebnis nicht abträglich: In den Höhen wirkt der Klang transparent, aber nicht fisselig oder gar scharf, hart oder beißend. Nichts nervt, auch auf Dauer. Somit kann man sich bei einer angemessenen weiteren Aufnahmekette auf die Positionierung und die Schallquelle konzentrieren. Auch im Bassbereich gilt: Wenn irgendwo etwas stört oder fehlt, ist es nicht das Mikrofon! Nie sorgen die MKH für einen boomy Sound, eher muss man Orte mit ausgeglichener Modalverteilung finden. Ja: Mikrofonierung wird mit den Sennheiser-Druckempfängern zu dem, was es eigentlich sein sollte: zur Positionsfindung. Die Höhenwiedergabe lässt sich mit dem Ausrichten der Hauptachse sanft, aber präzise steuern, wenn es im Vergleich mit den Mitten und Tiefen etwas sanfter zugehen darf oder Rückwürfe stärker unterstützt werden sollen – wie man es bei der Ambient-/Raummikrofonierung gerne macht. In einer recht banalen Aussage könnte man festhalten, dass sich die MKH 8020 zwischen der Drahigkeit und dem Biss der DPA und dem zurückhaltend-natürlichen Charakter der Schoeps MK2 bewegen. Wirklich erstaunlich ist der gesamte Dynamikumfang der Hochfrequenz-Mikros – um das wirklich sehr, sehr geringe Rauschen hören und bewerten zu können, benötigt man eine entsprechend hochwertige Aufnahme- und Wiedergabekette: Es ist äußerst homogen und natürlich, nichts sticht heraus oder „shiftet“. Beste Voraussetzungen also auch hier. Zum sehr gut funktionierenden Stereobild trägt auch die nicht merkliche Unterschiedlichkeit der beiden 8020-Vertreter bei. 

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