Test
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05.12.2018

Praxis

Schon in natura sind die FRX Testbecken tatsächlich leiser

Dass bestimmte Instrumente laut Marketing diese oder jene bahnbrechenden Eigenschaften haben sollen, liest der leidgeprüfte Schlagzeuger regelmäßig. Im Falle unserer Testmodelle kann ich allerdings bestätigen, dass die versprochene Lautstärkereduktion tatsächlich deutlich hörbar ist. Und zwar bei allen Modellen. Trotzdem unterscheiden sich die verschiedenen Beckentypen klanglich ziemlich fundamental voneinander.

Ausgewogen klingen die beiden Crash-Becken

Die beiden relativ kleinen Crashes überzeugen mich mit einer zügigen Ansprache, einem angenehm weichen Spielgefühl und einem runden, harmonischen Sound. Dass sie ein spezielles Konstruktionsmerkmal aufweisen, hätte ich blind sicherlich nicht sofort herausgehört. Im Vergleich mit meinen HHXtreme Crashes und einem 18er HHX Studio Crash wird schnell deutlich, dass die FRX Modelle zwar den typischen, leicht silbrigen Sabian-Grundton, jedoch weder den Trash-Anteil des Xtremes noch den Druck des Studio Crashes besitzen. Insgesamt wirken sie zudem nicht nur leiser, sie sind es auch. Ohne Gehörschutz angespielt, wird klar, dass die mittig-hohen, reibenden Tonanteile konventioneller Crashes tatsächlich deutlich reduziert erklingen. Die tonale Abstimmung der beiden Modelle gefällt mir sehr gut. 

Eher speziell: die Kuppen der beiden Rides

Bei den beiden Rides scheint Sabian einen anderen klanglichen Ansatz zu verfolgen als bei den Crashes. Die Kombination aus Bohrungen und etwas höherer Materialstärke sorgt für einen deutlich höheren Grundton sowie eine silbrige Klangfärbung. Dass es sich um Sabian-Becken handelt, ist sofort herauszuhören, ebenso aber auch, dass die Becken bezüglich ihres Volumens begrenzt sind. Der Anschlags-Ping besitzt zwar die nötige Präsenz, um in nicht allzu lauten Bands gehört zu werden, gleichzeitig verzichten die Becken aber auf das stechende Obertonspektrum mancher konventioneller Medium-Versionen. Nicht ganz überzeugen können die Kuppen, die mit einem gedämpften „Klöng!“ an Instrumente deutlich niedrigerer Preisklassen erinnern. Angecrasht lassen die beiden Test-Rides einen vollen, aber nicht allzu komplexen oder warmen Sound hören. Insgesamt vermisse ich bei den Rides den edlen Oberklasse-Charakter. Hier kommen die Soundfiles.

Etwas matt wirken die FRX Hats

Anders als erwartet präsentieren sich auch die 14er FRX Hats. Wie auch die beiden Rides besitzen sie nämlich einen relativ hohen Grundton. Trotz der geringen Anzahl von Bohrungen wirken sie klanglich dadurch stärker modifiziert als die Crashes. Mit ihrem leicht kehligen Ton beim geöffneten Spielen wollen sie jedoch nicht so recht zu den eher warmen Crashes passen, auch kräftiges Spiel bei geschlossen Figuren lässt immer einen etwas metallischen, abgewürgten Ton erklingen. Trotz des dicken Bottom-Beckens fehlt es zudem an Präsenz bei getretener Hi-Hat. Ähnlich wie es bei den Rides der Fall war, hätte ich auch die FRX Hats im Blindtest nicht unbedingt der Oberklasse zugeordnet. 

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