Hersteller_Sabian
Test
4
15.08.2013

Sabian Effekt Cymbals

Effektbecken

Splashes mal anders

Testbericht über die Sabian Effect-Cymbals Radia Cup Chime, Alien Disc und Alu Bell - Ein Schlagzeuger entdeckt ein Ufo am Himmel, was macht er? Er rennt zu seinem Stickbag, schnappt sich zwei Klöppel und richtet den Blick wieder auf die fliegende Untertasse mit der Hoffnung, mal ausprobieren zu dürfen, wie das Ding klingt. So ähnlich werden sich allerdings nur Drummer verhalten, die durch die kleinen und dicken Effekt-Cymbals Alien Disc, Alu Bell und Radia Cup Chime sozialisiert sind. Die Außerirdischen, die diesen kleinen Becken entstiegen, wären allerdings extrem klein, denn die Durchmesser ihrer klingenden Fluggeräte betragen nur zehn beziehungsweise neun Zoll.

Effektbecken sind häufig Produkte verspielter Konstrukteure. Nicht selten fragt man sich bei total sonderbaren und noch nie da gewesenen Gimmicks, wofür diese eigentlich zu gebrauchen sein könnten. Auch die Effekt-Discs von Sabian zwingen meine Synapsen aus ihrer üblichen Lethargie mit eher mäßigem Ergebnis - ja, mein liebes Gehirn, natürlich könnten geübte Frisbee-Spieler die kleinen Rundlinge zur Verteidigung gegen Einbrecher benutzen. Im Drumming dienen Cymbals zur Verwendung in Groovepatterns und zum Setzen klarer Akzente. Was davon können die Effekt-Cymbal-Splash-Glocken von Sabian leisten? Wir haben die Alien Disc, die Alu Bell und die Radia Cup Chime von Sabian für euch unter die Lupe genommen.

Details

Größe und Form

Einerseits sind sie so dick wie die Kuppen von fetten Rides, andererseits entspricht ihre Größe der von Splashes. Die Alu-Bell beispielsweise kommt mit ihren neun Zoll Durchmesser auf sage und schreibe vier Millimeter Materialstärke! Die anderen beiden Testkandidaten sind zwar höchstens halb so propper, im Vergleich mit anderen Becken dieser Größenordnung stehen sie mit zwei, beziehungsweise 1,5 Millimetern aber immer noch gut im Saft. Sehr unterschiedlich sind die Formen der drei Becken. Während man beim Betrachten der Alu-Bell aufgrund ihrer Kuppenform an eine Käseglocke denken muss, fühlt man sich bei der Alien Disc tatsächlich an kleine extraterrestrische Flugobjekte erinnert.

Verarbeitung: Hör mal, wer da hämmert....

Optisch ist die Radia Cup Chime, das dritte Becken im Bunde, eine glatte Mischung ihrer beiden Nebenbuhler. Sie ist ähnlich grob gehämmert wie die Alien Disc, weist aber im Gegensatz zu dieser eine der Alu Bell ähnliche Kuppe auf. Auffallend sind die Soundgrooves der Radia, welche nicht kreisrund, sondern schnurgerade vom Kuppenansatz zum Rand verlaufen. Das Ergebnis erinnert mehr an eine grobe Schnitzarbeit denn an fein gedrechselte Rillen und sieht trotzdem chic aus. Die massive Kuppe ist indes mit etlichen Hammermalen versehen und ansonsten nicht weiter bearbeitet.

Noch weniger Aufwand wird vermeintlich bei der Herstellung der Alien Disc betrieben, deren roh gehämmerte und nicht abgedrehte Oberfläche lediglich mit einer dicken Glasur überzogen ist. Die nur leicht gewölbte Scheibe verfügt über keine Kuppe, dafür aber über sage und schreibe zwölf Sizzle-Nieten. Auf der ebenfalls im Natural Finish belassenen Unterseite prangt eine gedruckte Unterschrift von Will Calhoun, seines Zeichens berühmter Trommler und geistiger Vater der Alien Disc.

Ganz ohne Schöpfer kommt die Alu Bell aus, die noch lebensfremder scheint als seine beiden Testpartner. Der Grund dafür ist in diesem Fall materialbedingt: Aluminium kann nicht mit Hammermalen versehen werden, da dieses Metall zu steif für eine derartige Bearbeitung ist - es würde sich zäh zur Wehr setzen und vermutlich irgendwann brechen. So ist die Form dieser Glocke denn auch perfekt und makellos, die Oberfläche matt und sehr rau. Als Besonderheit hervorzuheben ist die enorme Kuppe der Alu Bell, die fast 90 Prozent des gesamten Beckens einnimmt.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare