Hersteller_Roland DIGI-Synth
Test
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09.06.2010

Praxis

Lucina AX-09 ist ein schlichtes, robustes und handliches Keyboard, das ich zunächst aus reiner Gewohnheit auf meinen Keyboardständer lege, obwohl es sich hier ja um ein ausgewiesenes Umhänge-Keyboard handelt! Liegen kann es aber auch gut, und um sich mit dem Gerät vertraut zu machen, finde ich diese Stellung zunächst besser. Ich klicke mich durch die Patches und finde überwiegend ansprechende, frische Sounds: monophone Lead-Synths, polyphone Synths und Synth-Pads, Bass-Synths, Pianos, E-Pianos, Orgeln und Strings. Aber auch Xylophon, Glockenspiel, viele Blasinstrumente wie Posaune, Trompete und Saxophon, Solostreicher, akustische Bässe, akustische Gitarren, Drums und verzerrte E-Gitarren. Die verzerrten E-Gitarren wecken umgehend den verhinderten Gitarristen in mir und ich kann gar nicht anders, als sofort den mitgelieferten Gurt anzubringen, Lucina zu schultern, mir meinen Slash-Zylinder aufzusetzen und „Sweet Child O’ Mine“ zu intonieren. Und der ganz große Gitarristen-Spaß kommt dann, wenn man dabei mit der linken Hand von den Controllern Gebrauch macht. Mit dem Modulationshebel steuert man ein leichtes Vibrato und mit dem Touch-Controller kann man per Fingerstrich die typischen Saiten-Bendings hinbekommen, eine stufenlose Auf- oder Abwärtsstimmung um maximal zwei Halbtöne.

Aber Lucina versteht sich natürlich nicht nur als Gitarrenersatz, sondern vielmehr als vielseitiges Keyboard, das alle Klänge der Pop-/Rock-Welt bedienen kann. Klar ist aber auch, dass sich dieses Instrument nicht an die sogenannten „Pros“ wendet, die an die Vorzüge dezidierter Synthesizer, Stagepianos oder Sampler gewöhnt sind. Hier ein paar Sounds des Lucina AX-09

Für Rock- und Popmusik im Anfänger- und Fortgeschrittenenstadium ist das klanglich richtig gut. Für elektronische Musik der härteren Gangart (Techno, D’n’B usw) vielleicht etwas „brav“. Vieles erinnert hier soundmäßig an das größere Schwestermodell AX-Synth, und ganz generell können die Klänge von Lucina mit den Sounds der Roland Juno- oder Fantom-Serie gut mithalten. Der einzige Effekt ist ein im Mixverhältnis regelbares Reverb, die maximale Polyphonie beträgt 128 Stimmen.

Die Soundanwahl geht sehr leicht vonstatten: Man wählt einfach mit den Tastern unterhalb der Tastatur die entsprechende Kategorie. Mit den Inc+/Dec- Knöpfen kann man bis zu 24 Variationen aufrufen, Lucina „merkt“ sich sogar, welchen Variationsklang man zuletzt ausgewählt hatte. Ingesamt sind 150 Sounds an Bord,

Beim Editieren fallen mir zwei Dinge auf: Nur sehr wenige Parameter lassen sich verändern und das Display ist dabei nicht gerade eine Ausgeburt an Benutzerfreundlichkeit. Auch hier gilt es, viele Kürzel zu entschlüsseln. Veränderbar sind Portamento On/Off, Portamento Time, Volume, Reverb, Release Time, Attack Time, Cutoff und Resonanz. Alle Veränderungen müssen nicht weiter abgespeichert werden, sie sind es automatisch. Zwölf ausgewählte User-Sounds lassen sich in „Favorites“ ablegen. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die Soundbank auf einem USB-Stick zu sichern. Also, ein Keyboard für Klangtüftler ist dies ausdrücklich nicht! Wer mit dem Gedanken spielt, sich Lucina AX-09 zuzulegen, sollte die Werksounds mögen!

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