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Test
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02.11.2021

RME Fireface UCX II Test

USB2-Audiointerface

Modernes Advanced Update der kompakten All-in-one-Box

Das RME Fireface UCX II ist ein USB2-Audiointerface und gleichzeitig ein modernisierter Nachfolger des UCX. An den Anschlüssen hat sich nicht viel geändert, vorrangig geht es um neue „Advanced Features“, wie man sie von den Premium-Firefaces wie UFX+ und UFX II kennt.

Details

Advanced 20-In/20-Out

Das RME Fireface UCX II ist ein USB2-Audiointerface der oberen Mittelklasse, das sich hinsichtlich der Ausstattungsmerkmale über dem Fireface UC, dem Fireface UCX sowie dem Fireface 802 positioniert. Letzteres bietet bei ungefähr gleichem Preis allerdings deutlich mehr I/Os.

Beim UCX II geht es um innere Werte, womit das „Advanced Audiointerface“ besser als kompakte Variante vom Fireface UFX 2 bzw. UFX+ zu verstehen ist. Auffälligstes Merkmal: das hochinformative Display und der Encoder. Auf halber 19-Zoll-Breite und einer HE bietet der pragmatische Kasten jetzt 20 Ins und 20 Outs gleichzeitig.

Analoger Achterblock

Typisch für diesen RME-Formfaktor sind die acht analogen Ein- und Ausgänge sowie zusätzliche digitale Anschlüsse, darunter optisches ADAT sowie koaxiales S/PDIF. Neu sind das AES/EBU-Paar sowie die simultane Nutzbarkeit aller digitalen Schnittstellen. Alle analogen Ausgänge sind sogar DC-coupled. Das ist perfekt, um damit modulare Synthesizer via CV/Gate zu bedienen

AES/EBU und S/PDIF werden dabei mit einer Kabelpeitsche umgesetzt. Sie wird mitgeliefert, mit DB-9 verschraubt und macht einen soliden Eindruck – vorbei die Zeiten der traurig-wackeligen „S-VHS-Buchsen“ älterer Generationen. Damit wird sogar Platz für richtiges DIN-MIDI. Ohnehin zeigt sich die Rückseite nun deutlich klarer strukturiert

Zählen wir durch: Auf der Front gibt es zwei Preamps mit Combo-Buchse, maximal 75 dB Gain und den üblichen Annehmlichkeiten, sowie zwei Instrumenteneingänge, die alle vier auch symmetrische Line Signale vertragen. Mit den vier TRS-Buchsen („große Klinke“) der Rückseite ergibt das insgesamt acht analoge Eingänge. Die sechs Klinken-Ausgänge der Rückseite sind ebenfalls symmetrisch. Hinzu kommt der frontseitige Stereokopfhörer, sodass wir alles in allem bei acht analogen Ausgänge liegen . 

Auf den ADAT entfallen weitere acht Kanäle bis 48 kHz, somit sind wir schon bei 16 I/Os rein und raus. Oben drauf kommen noch S/PDIF und AES/EBU, die doppelt zählen, da pro Strippe immer in Stereo übertragen wird – et voilà: 20 Kanäle rein und raus und allesamt gleichzeitig nutzbar! 

Monitoring/Routing mit TotalMixFX

Mit TotalMixFX lassen sich alle I/Os latenzfrei mischen, beliebig routen, mergen und multiplexen, einfache DSP-Effekte wie 3-Band-EQ und Compressor/Leveler inklusive. Virtuelle Channels oder Loopbacks gibt es indes nicht, nur noch einen Send für den eingebauten Reverb/Echo-Effekt.

Bye, bye und hello!

Beim Wordclock-Anschluss gilt jetzt: Die Funktion der einzelnen WC-Buchse wird nun in der RME Software definiert. Das ist praktikabel, da die verbesserte Steadyclock FS und ihr Clock-Refresh seit jeher ihr eigenes Ding machen und man so klanglich von externem Clocking nicht wirklich profitiert. Das bedeutet: Beide WCs braucht man nicht. Der Eingang ist eigentlich nur nützlich, wenn man das UCX2 als Breakout-Box ohne Computer nutzt – und da gibt es mit dem RME AVB Tool eigentlich schon bessere Lösungen. Verbindet man das UCX II per USB, wird der Rechner ohnehin zum Master und man benötigt den Wordclock-Out lediglich nur noch für externes Gear wie beispielsweise den ADAT-Wandler.

USB, aber richtig!

Eine Firewire-Buchse gibt es selbstverständlich nicht mehr, dieser Port ist mittlerweile einfach tot. USB ist der King und RME sowieso, was stabile Treiber betrifft. Das ist gut, zumal die Class-Compliant-Treiber ebenfalls optimiert wurden, sodass es noch weniger Komplikationen mit alternativen Klangquellen wie beispielsweise iPad, Maschine+ oder der neuen MPC geben sollte – und das mit nochmals besseren Latenzen. 

Die zusätzliche USB-Buchse (Typ-A) ist für die optinale ARC Remote oder das DURec Feature angedacht. Letzteres ermöglicht es unter anderem, alle Eingänge gleichzeitig und direkt auf USB-Medien wie Sticks, SSDs und HDDs aufzeichnen – stand-alone und damit ohne Computer, so wie man das von UFX+ und UFX II her kennt. Im Livebetrieb ist das ein gern gesehenes Feature, was eine simple Redundanz hinsichtlich der Aufzeichnung ermöglicht. Alternativ lassen sich vor der Show durchaus auch Playbacks in die andere Richtung abfeuern.

International Pony

Die solide Zugentlastung gibt es weiterhin, genau wie das putzige Powerlämpchen am Netzteilstecker. Der Anschluss ist verriegelbar und versteht sich international mit Spannungen von 100 bis 240 Volt. Etwas unpraktisch finde ich hier nur die Nutzung einer IEC-C2(„Rasierapparat“)-Buchse anstatt eines IEC-C14, dem universalen „Kaltgerätestecker“. Letzteren finden Weltenbummler durchaus häufiger mit passendem lokalen Stecker vor, falls man ihn mal on Tour verlieren sollte.

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