Test
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29.04.2020

Praxis

Es gibt diverse Möglichkeiten, die Komponenten zusammenzubauen. So lässt sich die Breite ändern, das Tray kann vorn oder hinten angebracht werden, die Querstrebe oben sowie unten am Fuß oder hinten am Rücken der U-Formteile. So völlig frei in der Montage ist man allerdings nicht, denn der Abstand der Bohrungen für den Zusatzträger fällt geringer aus als für den Korpus mit Hauptablage. Schade, sonst wäre man noch um eine, zwei Varianten flexibler. 

Standfläche und Hauptablage

Die Standfläche und somit auch Auflagefläche lässt sich um etwa 20 mm variieren, womit die maximale Breite der Hauptauflagefläche im Außenmaß von 270 bis 310 mm reichen kann. Die Tiefe der Hauptablagefläche beträgt fixe 27 cm. Weder vorn noch hinten gibt es keinerlei Begrenzungsstifte, sodass Geräte nicht nur wie bei den meisten Laptop-Ständern in der Horizontalen und nach hinten überstehen können, sondern auch nach vorn. Allerdings kann DJ hier auch keinen Winkel verstellen, sodass sich Halter vorn ohnehin erübrigen.

Laptops, Controller, Keyboard und Co.

Die Standfestigkeit für Laptops variiert selbstredend etwas mit der Größe. Im Test sah ich hier jedoch mit Geräten von 13 bis 16 Zoll grundsätzlich kein Problem. Betätigt man das Mauspad oder schreibt auf der Tastatur, gibt der Ständer kaum nach und macht seine Sache als Laptop-Ablage gut – das passt. 

Nicht selten jedoch soll der gekaufte Ständer auch etwas ganz anderes als das DJ-Laptop sicher auf Kurs halten. Also flugs das MIDI-Keyboard Arturia Minilab MK2 und den Roland TR8 Drumcomputer anvisiert. Die liegen hier in der Tat recht gut auf und lassen sich ohne großes Wackeln spielen, sofern sie weiter hinten abgelegt werden.

Anders stellte sich dies jedoch dar, als ich diverse DJ-Controller, Maschine oder Ableton Push auf die Ablage bemühte, denn aufgrund der Konstruktion und des Gewichts dieser Geräte wackelt die Kombo schon bei mehr oder weniger impulsiven Trigger-Aktionen – ich würde hier eine andere Lösung vorziehen. Für Fingerdrumming-, Matrix- und Pad-Controller ist der Flat Stand in meinen Augen eher suboptimal geeignet.

Das Gleiche lässt sich am Ende auch für DJ-Controller wie Vestax VCI-300, Hercules DJ-Control und Co. sagen. Betätigt man Play, Hotcue-Tasten oder Jogwheels, wackelt’s einfach. Wer gar ein Mischpult abstellen will: Klar, solange es um die reine Ein- und Ausgangsverwaltung geht und nicht viel live dran geschraubt werden muss, warum nicht. So kann man dann beispielsweise auch ein Pult oder sonstigen Klagerzeuger im Studio in zweiter oder dritter Reihe parken und hat bei Bedarf alles in Reichweite auf Zugriffshöhe.

Zusatzablage

Wie oft habe ich mir schon bei einem Laptop-Test gedacht: Mensch, wenn hier jetzt noch eine optional anbringbare Zusatzablage dabei wäre – das wäre klasse. Und genau das ist beim Reloop Laptop-Stand Flat der Fall. Die „Subtray-Einheit“ kann dabei sogar wahlweise hinter dem Laptop oder unterhalb dessen angebracht werden. Eben passend, um den erforderlichen Kabelstrang nach hinten oder seitlich herausgeführt zu den Laufwerken, dem Laptop und dem DJ-Mixer zu führen und bei Frontanbringung der Soundkartenhöhe entsprechend. Im Detail bedeutet dies:

Zunächst muss man sich entscheiden, wo die Halterung angebracht wird. Die Höhe des Audiointerfaces spielt bei Befestigung der Winkel an der Rückseite eigentlich keine Rolle. Werden sie vorn montiert, beträgt das Maß vom Winkel bis zur Laptop-Unterseite etwa 65 mm. Nur mal zur Orientierung – ein NI Komplete 6 misst 45 mm, das Rane SL3 etwa 35 mm in der Höhe, da bleibt noch ordentlich Luft nach oben – und in der Breite?

Nun, der  äußere Begrenzungsrahmen beträgt nach Montage der Metallwinkel 15 cm in der Breite und  15 cm in der Tiefe, wobei jede der beiden Streben 30 mm breit ist. Dazwischen klafft ein 90 x 150 mm „Loch“, sodass sich in der Tat recht viele, aber eben nicht alle Audiointerfaces darauf ablegen lassen. Kompakte Modelle wie das Native Instruments Audio2 DJ würden „durchfallen“ und auch mein alter riesiger Stanton Scratch-Amp hätte es hier schwer, doch im Grunde sollten sich gängige aktuelle DVS- und Audiointerfaces aufstellen lassen. Das gilt in der Regel für den Fall, dass ihr eine Queraufstellung zum Laptop anstrebt, wobei die XML-Konnektoren Prinzip bedingt nach hinten weglaufen dürften, wie auch für die Horizontal-Aufstellung, wobei hier das „Mittenloch“ mit eingeplant werden muss. Dass man sich am Ende sogar aussuchen kann, ob die Ablage vorn oder hinten angebracht werden soll, fährt weitere Pluspunkte für den Reloop Stand ein. Warum allerdings keine Gummipads für das Tray dabei sind?

Mobilitätsfaktor

Ich hatte ja im Intro schon erwähnt, dass Produkte wie der Reloop Modular Stand, diverse Crane Stands oder auch ein K&M 12190 (Test) mit ihren simplen Drück- und Klappmechanismen in puncto „schneller Aufbau“ dem Testkandidat überlegen sind, doch man bekommt den Flat-Stand auch innerhalb weniger Minuten aufgebaut, was den Mobilitätsfaktor unterm Strich dann nur ein wenig trübt. Das Verstauen im Karton, so man diesen als Transportbehältnis zu nutzen gedenkt, ist da schon etwas nerviger. Eine simple Stofftasche mit Schrauben/Schlüsselfach, damit einem die notwendigen Schrauben on-the-road nicht verloren gehen, wäre für diesen Fall wünschenswert. 

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