Test
8
19.06.2020

Fazit
(4.5 / 5)

Hier stimmt die Herstellerangabe: Mit einem 18-kanaligen StudioLive AR16c Hybrid-Mixer können „kleinere“ Livegigs gemischt und gleich aufgenommen werden, um diese später im Studio zu veredeln. Aber auch Bandproben bekommen eine neue Workflow-Dimension, wenn die Band plötzlich in der Lage ist, sich selber sauber und tight direkt Pre-Faderstand per Capture oder in die DAW aufzunehmen, um später mit diesen Spuren Busse oder Stems für den Mixing Engineer oder den Mastering Engineer anzufertigen.

Mit dem richtigen Workflow ist dies heutzutage eine der gewinnbringendsten Methoden, den eigenen Bandsound professionell einzufangen. Da die Aufnahme „Pre“-Fader erfolgt, kann bei einem Gig auch mal ein Musiker ausfallen und durch eine zuvor gefertigte Aufnahme aus Capture heraus ersetzt werden. Ein FOH wird sicherlich nicht ein großes Hallenfestival mit dem AR16 mischen wollen, aber als Bandmischpult, das man als kleine Band immer dabei hat, ist es wirklich sehr sexy.

Vor allem im Punk, Garage, Rock und Folk, Solo oder Duettbereich dürfte es Anklang finden, nicht zuletzt durch die sagenhafte Qualität und Funktionalität angesichts seines niedrigen Preises. Und was spricht dagegen, den eingebauten SD-Recorder vor der Bandsession mit einer Clickspur zu versehen, damit das Ganze die rhythmische Tightness bekommt, die 85 % der Bands weltweit heutzutage haben wollen. Aber auch kleine Hörbuch-, Hörspiel- oder „Podcaststudios“ können mit einer Anschaffung eines AR16c um den professionellen Touch erweitert werden, den viele in diesem Bereich nötig hätten. Denn jetzt mal im Ernst: Niemand mag schlecht klingende Vlogs.

Auf der Habenseite stehen Class-A-Vorverstärker aus der hochgelobten Presonus XMAX-Reihe, 48 Volt Phantomspeisung, halbparametrische EQs auf den Einzelkanälen und schön abgestimmte 3-Band-EQs für die Line/Keyboard-Eingfliegersektion. Das Pult klingt außerdem einfach crisp und klar, während das Rauschverhalten für seine Preisklasse geradezu schockierend niedrig ist. Hoffentlich vermisst das nicht gleich wieder jemand, weil es ihn ganz nostalgisch zurück in seine Anfängerzeit zurück versetzt. Ich erinnere abschließend noch mal die älteren Leser: Wir alle haben das Rauschen gehasst und ich brauche es nicht zurück!


Es folgt meine absolute Kaufempfehlung für ein ausgereiftes und durchdachtes Gerät mit Zukunft.

  • Pro
  • hervorragender, rauscharmer Klang und Class-A Mic-Pres
  • durchdachtes Konzept und Ergonomie
  • Komplettlösung für Homerecording und Bühneneinsatz
  • sehr üppige, vollständige und wertige Softwareausstattung
  • robuste und tourtaugliche Verarbeitung
  • günstiger Preis
  • Contra
  • keine Einstellung (BPM) der Delay-Laufzeiten
  • Technische Spezifikationen
  • 18x 4 USB 2.0 (USB C) Audiointerface (24 Bit/96 kHz)
  • Mehrspuraufnahme auf Mac und PC via „Capture“
  • SD-Card-Recorder/Player mit 24 Bit/44,1 kHz (Aufnahme: WAV, Wiedergabe: WAV und MP3)
  • Bluetooth-5.0-Empfänger mit schnellem Pairing
  • 12 Mikrofoneingänge (XLR) mit Class-A-Mikrofonvorverstärkern
  • 48 V Phantomspeisung global zuschaltbar
  • 16 symmetrische Line-Eingänge (8 Monokanäle und 4 Stereokanäle)
  • 2 Instrumenteneingänge (Kanal 1 und 2)
  • Kanäle 1 bis 8 mit parametrischem Mitten-EQ und Hochpassfilter
  • Super Channel (Kanal 17/18) mit verschiedenen Eingangsmöglichkeiten: Cinch-Eingang (L/R), 3,5-mm-Stereoklinkenbuchse
  • zuschaltbare Wiedergabe von Bluetooth-Quellen und SD-Card bzw. USB-Playback-Stream vom Rechner
  • Main-Ausgang L/R (XLR) mit LED-Aussteuerungsanzeige
  • Stereo-Kopfhörerausgang
  • Digitaleffekt (16 Presets)
  • inkl. Studio One Artist (DAW-Software), Studio Magic Suite (PlugIn-Bundle) und Capture (Mitschnitt-Software)
  • Systemvoraussetzungen: Mac OS X 10.11 oder neuer / Win 7, 8 und 10
  • Abmessungen (B x T x H): 480 x 397 x 89 mm
  • Gewicht: 6,4 kg
  • Preis: 699,- Euro UVP
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