Test
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22.12.2020

Pioneer DJ DDJ-FLX6 Test

DJ-Controller

Schickes Ding mit viel FX-Power

Mit dem DDJ-FLX6 hat Pioneer einen DJ-Controller im Produktportfolio, der wie gemacht für die EDM und Dance Music begeisterte Streaming- und Home-DJ Szene scheint, aber auch Hip-Hop- und Cross-Genre-DJs ansprechen könnte. Der Neuankömmling im Pioneer-Universum ist nämlich gleich in mehrfacher Hinsicht interessant: Beispielsweise wurde das Gerät mit riesigen CDJ-like Jogwheels bestückt – samt Auto-Scratch- Zonen. Ebenfalls integriert sind brandneue Makroeffekt-Routinen namens Merge-FX, bei denen man sich laut Herstellerangaben aus einem teilweise vordefinierten Fundus Tausende Effektkombinationen zusammenstellen kann. Obendrein bringt der FLX6 branchentypische Features für Live-Remixing-Einlagen mit, unter anderem Performance-Pads, Autoloops, Kanalfilter und dergleichen.

Sollte man als Einsteiger noch unschlüssig sein, ob man lieber mit Serato oder rekordbox auflegen möchte, kann man hier beide Programme nutzen. Nicht zu vergessen ist der DDJ-FLX6 mit einer UVP von 599,- Euro der einzige 4-Kanal Rekordbox-Controller des Herstellers unter 1000,- Euro (der nächst günstige Pioneer DJ-Controller mit vier Kanälen ist der DDJ-1000 mit einem Preis von gut 1100,- Euro). Ein guter Deal?

Details

Dem bunt bedruckten Pioneer DJ Karton entnehme ich folgende Bestandteile: einen DDJ-FLX6, eine Schnellstartanleitung nebst Garantieblatt, ein USB-Kabel sowie einen Werbezettel von Beatport und Beatsource Link über eine 30 Tage Trial. Dazu kommen je eine Seriennummer für Serato PNT DJ und für das Serato FX Plug-in. Für die beiden DJ-Programme Serato DJ Pro und rekordbox dj werden keine Serials mitgeliefert, denn der DDJ-FLX6 fungiert als „Freischalt-Dongle“ für die jeweilige Software, sobald verbunden.

Visueller Check

Man kann wohl mit Fug und Recht den Begriff „Bolide“ verwenden, wenn man den DDJ-FLX6 das erste Mal in der Hand hält. Mit 68 x 35 x 6,9 cm und 3,8 kg fällt das Gewicht in Anbetracht der Größe des Geräts allerdings doch ziemlich gering aus, was in erste Linie der teilweisen Abstinenz von Metallkomponenten, beispielsweise bei der Gehäuseabdeckung oder an der vorderen oder hinteren Anschlussseite geschuldet sein dürfte. Auch bei den Potistiften zeigt sich das gleiche Bild: Kunststoff. Ich erinnere mich gerade an einen betagten DJ-Controller im Vollmetallkleid namens Numark Omni Control mit Maßen von gerade mal 32 x 26 cm, der bei fast einem Drittel der Fläche nur 300 g weniger wog. Ich möchte ehrlich gesagt lieber nicht wissen, was der FLX6 im Vollmetall-Chassis auf die Waage bringen würde …

Das frische, überwiegend mattgraue Design mit seinen partiellen Hochglanzelementen ist in meinen Augen ein echter Hingucker, geheckspoilert durch die imposanten großen Jogwheels und nicht minder riesigen Merge-FX-Buttons, die äußerst prominent in Szene gesetzt werden und von einem Leuchtring umgeben sind. Das grundsätzliche Bedienlayout ist ansonsten weitgehend von Pioneers jüngsten Controller-Releases bekannt: Deck-Mixer-Deck mit Anlehnungen an die CDJ und DJM-Serie. Die Player-Einheiten sind identisch angeordnet und nicht spiegelsymmetrisch. Stringenter Aufbau trifft auf großzügig bemessenen Raum zum Arbeiten.

Vorder- und Rückseite

Ein wenig Ernüchterung dann beim Blick auf das Backpanel. Von rechts nach links: Kensington-Lock, USB-Buchse, Mikrofonklinkenbuchse nebst Dämpfungsregler und zwei Stereo-Cinch-Ausgänge für Master und Booth. Mir persönlich wären einmal symmetrische Ausgänge und ein Aux-Eingang hier noch willkommen gewesen, denn das würde dem FLX6 unter Pro-Aspekten zum Vorteil gereichen.

Andererseits muss man erwähnen, dass die wenigsten DJ-Einsteiger, die mitunter ihre Desktop-Boxen und ein Aufnahmegerät oder Streaming-Device anschließen wollen, professionelles PA-Equipment im Zimmer oder Hobbyraum haben werden, insofern hat man wohl die Zielgruppe analysiert und sich für Dual-Cinch entschieden, zumal der FLX6 auch USB-bestromt ist.

Nach einer 180 Grad Drehung empfängt einen die Vorderseite dann mit zwei Kopfhöreranschlüssen nebst Cue-Mix und Lautstärkeregler sowie Mikrofonlautstärkeknopf. Ich hätte hier auch nichts gegen eine Einschalt/Mute-Taste für das Mikro einzuwenden gehabt.

Mixer und Decks

Das Layout des Mixers ist mit Gain, Dreibänder, Color-FX-Regler, Channel-Cue und Fader-Bataillon klassisch besetzt. Kanal 4 kann mittels dediziertem Schalter auf den Sampler umgeschaltet werden, sodass sich für diesen eine vernünftige Klang- und Pegelregelung einleiten lässt 

Den DJM-Mischpulten nachempfunden ist die Beat-FX-Leiste, auf deren Funktionen ich später im Text eingehe. Findet man in der einen oder anderen Art auch an neueren Controller-Bauserien des Herstellers wieder, folglich kommt man als Pioneer-User geräteübergreifend einigermaßen schnell zurecht. Das gilt im Grunde auch für die CDJ-mäßigen Deck-Sektionen, Transportelemente und die Loop-Abteilung, die manuelle und automatische Wiederholschleifen setzen lassen, aber eben auch Memory-Loops etc. erlauben. 

Weitere Ingredienzien sind Autosync, Master-Tempo, Deck-Umschalter für Decks 3 und 4, ein Dual-Mode, Pitchfader für manuelle Tempoanpassung, die Jog-Cutter /Vinyl-Tasten, Navigations-Encoder und Ladetasten und die nachstehend beschriebenen Performance-Pads. Page/Sample-Bank-Umschalter, Slip, Slip-Reverse, Reverse konnte ich nicht an der Konsole ausmachen, ebenso wenig Key-Sync für Harmonic Mixing oder Track-Search/Fast Search-Tasten.

Performance-Pads

Die Pad-Sektion unterhalb der Jogwheels bietet folgende Modi an:

Hot Cue: 8 Sprungmarken pro Deck

Pad FX: 8 Effekte

Beat Jump: Sprung im Takt vor und zurück, diverse Größen

Sampler: 8 Sample-Slots

Keyboard: hoch/runter pitchen für ausgewählten Cuepoint

Key Shift: Track hoch/runter pitchen

Beat Loop: Wiederholschleifen voreingestellter Größe

Sample Scratch: 8 „Scratch Sample Slots“ mit Ladefunktion in das entsprechende Deck

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