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Test
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22.04.2014

Pearl Hybrid Exotic Snares Kapur/Fiber Snares

Hybrid-Snares

‚Gibt’s nicht’ mit ‚gab’s schon’

Die Pearl Hybrid Exotic Snares zählen zu den großen Innovationen, die auf der Musikmesse 2014 in Frankfurt der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Insgesamt sieben Snares stark ist die neue Produktlinie, bei dreien sind die Kessel aus Kapur-Holz und Fiberglas gefertigt. Um diese feinen Hobel geht es in unserem Test.

Pearl geht mit seinen neuen Hybrid Exotic Snares in die Extreme. Ganz klassische Kesselgrößen und Hoop-Kombinationen werden mit sehr speziellen Kesselmaterialien kombiniert und den neuesten Hardware-Innovationen von Pearl fein abgeschmeckt. Neben den Kapur/Fiber-Hybrid Snares, um die es in diesem Test geht, umfasst die Serie noch zwei Vector-Cast Modelle und zwei Trommeln mit gegossenen Aluminium-Kesseln. Im Gegensatz zu den Serienpartnern betreten unsere drei Testlinge den roten Teppich in elegantem Chic aus pianoschwarzem Lack und feinem Pearl-Inlay. Ist dieser klassische Auftritt nur Fassade? Der Test wird's zeigen.

Details

Lieber Leser, setz dich hin, konzentriere dich. Diese 14" x 8", beziehungsweise 14" x 6,5" und 14" x 5" kleinen Trommeln sind angetan mit Dingen, die du noch nie gesehen, und bestehen aus einem Holz, von dem du vermutlich noch nie gehört hast. Zunächst das Holz: Kapur ist sein Name. Kapur, so wie Purpur nur mit etwas weniger Pur und etwas mehr Ka. Kapur, Kapur, man möchte jeden Satz mit dem Wort Kapur beginnen, so schön ist es. Jedenfalls klingt Kapur nach etwas fernöstlichem, einem alten Stoff, dem Könige nachreisten. Dieses Kapur ist ein sogenanntes Hartholz und wächst vornehmlich in Süd-Ostasien. Es ist nicht ganz so dicht und hart wie Bubinga, dem hippsten Kesselmaterial des letzten Jahrzehnts. Gleichzeitig ist es nicht ganz so weich wie beispielsweise Birkenholz und ist am ehesten mit Eiche vergleichbar. Yamaha hat bereits 2011 ein Kapur-Drumset verkauft, nämlich das Club Custom - Set, das von www.bonedo.de und anderen Fachmagazinen sehr positiv bewertet wurde. Und die Knallköppe von Pearl verarbeiten das Holz einfach mit Fiberglas zu 'nem waschechten Hybridkessel.

Donnerwetter. Dabei besteht die innere Lage aus durchsichtigem Fiberglas und die äußeren Lagen aus Kapur. Dabei kommen die Kessel auf 7,5 Millimeter Wandstärke bei insgesamt sechs Lagen Material. Die Fellauflagefläche befindet sich auf den äußeren beiden Lagen Kapur, nach Innen fällt die Gratung in einem 45 Grad steilen Winkel spitz ab. Das bedeutet, dass die Fellschwingung vor Allem das Holz anregt, allerdings das Fell durch die geringe Auflagefläche klanglich dominant bleibt. Dass das Fiberglas eine gesonderte Lage Kesselmaterial bildet, wäre indes eine etwas übertriebene Annahme, eher wirkt es, als hätten die Konstrukteure eine dicke Schicht durchsichtiges Plastik oder Lack auf die Kesselinnenseite aufgetragen.

Jetzt kommen die Dinge, die du noch nie gesehen hast: Spannschrauben, in denen Schrauben verlaufen, die nur von Stimmschlüsseln gestimmt werden können, in deren Kern ein weiterer Schraubendreher seine Runden dreht. Wie so etwas aussieht? So:

Im Prinzip handelt es sich bei den jeweils acht Tuning-Schrauben der Snare-Oberseiten um ganz normale Vierkantschrauben. Der Trick ist allerdings, dass in den Schrauben jeweils ein unabhängig justierbarer Imbus das Stimmschraubenende auseinanderdrücken kann, was wiederum einen bombensicheren Halt in der Böckchenhülse garantieren soll. Diese Spin-Tight-Tension Rods und die dazugehörigen Spezialwerkzeuge kosten einzeln bereits relativ viel und sollten daher besser nicht verloren gehen.

Strainer und Buttend (Strähnchen und Arschende?)

Was man wiederum vielleicht an anderen Snares der Marke Pearl bereits gesehen hat sind die innovativen Lösungen zur Snareteppich-Montage. Der Strainer des auch bei den Exotic Hybrid Snares zum Einsatz kommenden Systems SR1000 besteht aus einem Hebel, der nur zwei Einstellungen kann: Lose und fest. Damit das Ding auch wirklich richtig fest sitzt, ist an das obere Ende des Hebels ein Knopf angebracht, den man drücken muss, um die Hebelposition zu ändern.

Eine Feinjustierung kann nur mit dem Buttend vorgenommen werden, das mit deutlich mehr Verantwortung ausgestattet ist als normale Buttends (Arschenden?) anderer Snares - die Teppichspannung lässt sich nur mit der Tuningschraube verändern. Auch hier kommt ein Spin-Lock-System zur Anwendung, das in Etwa der Mechanik einer Auto-Gangschaltung entspricht, wenn man den Rückwärtsgang einlegen will und dafür den Knüppel nach unten drücken muss. Also, Schraube runterdrücken, drehen, Schraube loslassen - fest. Damit hat dieses raffinierte Bauteil definitiv eine bessere Bezeichnung verdient als Arschende. Vielleicht Busenwunder?

Die Teppiche

Die 6,5 Zoll tiefe Snare und das fünf Zoll tiefe Modell sind mit dem 20-spiraligen SN-1420D Teppich von Pearl ausgestattet, der acht Zoll große Eimer ist mit einem 42-spiraligen SN1442D äußerst gut bestückt. Das 'D' in der Produktbezeichnung steht für die Form der Halteplättchen für die Adern.

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