Test
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04.01.2021

Praxis

Montage | Justage

Die Installation des VNL ist relativ unkompliziert. Allerdings könnte der Kunststoff des Chassis ein wenig härter sein, da er beim Befestigen dort, wo die Mutter gekontert wird, ein wenig nachgibt und sich die handfeste Stellung von Schraube und Mutter nicht spürbar einstellen will. Es ist also ein wenig Vorsicht geboten.

Als Headshell verwende ich das mitgelieferte SH-4 aus dänischer Fertigung, was erheblich besser ist als wirklich alles, was zu jedwedem Lieferumfang aller aktuell erhältlichen Plattenspieler unterhalb 1500 Euro zählt. Man muss schon ein wenig mehr als 35 Euro berappen, um was zählbar Besseres zu erhalten.

Ich verwende daheim zwei PLX-1000 von Pioneer DJ. Bei diesem Modell kommt der Tonarm auf eine effektive Länge von exakt 230 mm und einen Überhang von 15 mm. Hierfür muss der Systemträger auf eine Gesamtlänge von 54 mm kommen, weswegen die Bilder meines Setups so anders aussehen als die Pressebilder von Ortofon. Diese sind vermutlich alle mit einem System mit einer Länge von 52 mm gemacht worden, sodass die vordere obere Gehäusekante unter dem Headshell verschwindet. 2 mm können in dieser Welt auch ganz schön viel sein, weswegen jene Kante bei meinem Setup deutlich sichtbar ist.

Bei der exakten Justage erweisen sich die gerade Kanten von Headshell und Chassis und das weiß getünchte Kunststoffgehäuse als besonders hilfreich. Unter diesen Voraussetzungen ist das technische Ideal nur wenige Mikrometer weit entfernt.

Das Tracking

Die Unterschiede hinsichtlich der Tracking-Performance sind bei meinen Babyscratches und Backspins kaum zu spüren. Auch das Cuen funktioniert bei allen dreien bei bereits drei Gramm Auflage tadellos. Im Grunde würden es alle drei für mich tun. Hinzu kommt, dass alle drei Abtaster auch erst einmal 20-30 Stunden einlaufen müssten, weil die Aufhängung im Auslieferungszustand bei nahezu allen erhältlichen Systemen meistens noch viel zu hart ist. Needelhoppers sind mir jedenfalls kaum oder nicht Erinnerungswert untergekommen.

Auf den Sound kommt es auch an

Ähnlich wie beim Tracking verhält es sich beim Klang, denn VNL I, VNL II und VNL III klingen alle drei okay mit leichter Tendenz zum VNL I. Im Grunde müssten alle besagte 20-30 Stunden einlaufen, um die Unterschiede zwischen ihnen heraus zu kitzeln. Ich habe mich aufgrund dieser Tatsache und der sich dem Text anschließenden Wertetabelle beim nachfolgenden Audiovergleich für das VNL II entschieden.

Als Kontrahenten habe ich Audio-Technicas AT-XP5 sowie das nun leider nicht mehr erhältliche Shure M97XE ins Feld geführt, da sie sich exakt in der gleichen Preisklasse tummeln oder getummelt haben wie unser vorliegender Testproband.

Klanglich bekommt man beim VNL durchaus was geboten. Der dänische Tonabnehmer klingt für diese Preisklasse ungewöhnlich transparent, was nicht unbedingt auf Kosten der Mitten geht. Diese klingen zwar nicht genauso präzise wie z.B. bei Audio-Technicas AT-XP5, sind aber dennoch gut aufgelöst und transparent genug. Der Bassbereich ist ausgewogen und klar, wenn auch nicht so konturiert wie beim M97XE. Wichtig ist, dass die Bässe nicht „schwimmen“ gehen und das tun sie auch nicht. Einziges Manko ist für mein Dafürhalten die Kehrseite der Transparenz-Medaille, denn das VNL neigt gelegentlich zur Schärfe, was sich bei einem Album von Tom Jones (Body & Soul of TJ, 1973) und auch bei der „Polizisten“-Maxi von Extrabreit deutlich herausstellte. Dafür klingen hingegen die meisten modernen Club-Produktionen mit dem VNL hervorragend.

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