Gitarre
Test
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09.01.2018

Origin Effects Cali76 Compact Deluxe Compressor Test

Kompressor-Effektpedal

Kompressorträumchen

Beim Origin Effects Cali76 Compact Deluxe Compressor handelt es sich laut Hersteller um die kompakte Version des original Cali76, und der wiederum orientiert sich am legendären Urei 1176. Kompressoren gibt es wie Sand am Meer, aber nur einen Urei 1176. Dieser Klassiker ist seit Ende der 60er Jahre ein absoluter Dauerbrenner und gehört in unzähligen professionellen Tonstudio zum "guten Ton". Die Idee, einen 1176 in Pedalform zu bauen, stammt vom britischen Elektrotechniker und Gitarristen Simon Keats. Nach jahrelanger Zusammenarbeit mit Firmen wie Vox, Focusrite, Trident Audio und anderen forcierte sich allmählich die Idee, mit seiner Marke Origin Effects eine eigene Pedalkreation auf den Markt zu bringen.

Seine vollanalogen Pedale werden mithilfe seines achtköpfigen Teams auf höchstem Niveau mit den besten derzeit verfügbaren Bauteilen in der südenglischen Grafschaft Oxfordshire per Hand gebaut. Vor der Auslieferung wird jedes Pedal fachgerecht kalibriert und getestet. Die gebotene Qualität wissen nicht nur Normalsterbliche zu schätzen. Die beeindruckende Endorserliste besteht zum größten Teil aus absoluten Gitarrenchefs wie David Gilmour, Don Felder, Peter Frampton, Steve Lukather, Mark Knopfler, Pete Townshend oder Lenny Kravitz, um nur einige zu nennen.

Details

Konzept

Der Cali76 Compact Deluxe ist ein Bodenkompressor, der schaltungstechnisch und klanglich an den legendären 1176 von Urei angelehnt ist. Allerdings ist das Pedal keine 1:1 Kopie des Klassikers, denn man musste wegen der enormen Verkleinerung dezente Modifikationen vornehmen. Um alle Bauteile in einem Pedal unterzubringen, wurde unter anderem auf SMD-Technik gesetzt, die extrem verkleinerte Schaltungen erlaubt. Laut Hersteller wurde der Klang des berühmten Vorbildes dabei jedoch nicht verändert. Bei der Herstellung kamen nur die allerbesten Zutaten zum Einsatz und anstelle der heute gebräuchlichen ICs hat man, ebenso wie beim Original, FETs verwendet. Sie liefern eine musikalische und weiche Kompression, die weit entfernt vom brutalen und unnachgiebigen Sound traditioneller VCA-Kompressorpedale ist.

Aufbau

Das Cali76 Compact Deluxe ist in einem gebürsteten Metallgehäuse untergebracht und wirkt schon auf den ersten Blick majestätisch und edel. Die Abmessungen unterscheiden sich etwas von Standardpedalen - das Cali76 Compact Deluxe ist etwas länger geraten als das gewöhnliche Fußvolk, wodurch man das Design seines Pedalboards eventuell neu überdenken muss. Der Grund für das etwas längere Gehäuse ist letztlich der enormen Menge an Bauteilen geschuldet, die trotz SMD-Technik nun einmal ihren Platz benötigt. Schraubt man das Pedal auf, wird sehr schnell klar, wo der Hammer hängt. Hier bietet sich noch nicht einmal die Möglichkeit, einen 9-Volt-Block unterzubringen.

Kommen wir zu den Reglern, die jedem Tontechniker das Herz aufgehen lassen. Beginnen wir mit den beiden In- und Output-Reglern. Wer das Original kennt, weiß, dass man mit dem Eingangsregler auch gleichzeitig den Threshold einstellt, während der Ausgangsregler die Ausgangslautstärke justiert. Attack bestimmt die Geschwindigkeit, mit der die Kompression greift. Bei einer lange Attack-Phase reagiert der Kompressor träge und lässt den Anschlag noch unbeeinflusst passieren, wodurch der Sound seine Natürlichkeit weitestgehend erhält. Release bestimmt die Geschwindigkeit, in der die Schaltung aufhört zu regeln, nachdem der Threshold unterschritten wurde. Im Gegensatz zum Urei-Klassiker besitzt das Pedal anstelle der vier Ratio-Taster einen Regler, mit dem sich das Ganze stufenlos einstellen lässt. Verzichten muss man bei diesem Pedal tatsächlich auf nichts, für mich Luxus pur! Anstelle des VU-Meters lässt sich der Grad der Kompression an der eingebauten LED ablesen. Das ist zwar nicht so komfortabel, wie man es von der Rack-Unit kennt, aber für ein VU-Meter ist hier definitiv kein Platz. Wenn kein Signal anliegt, leuchtet die LED rot, und je stärker das Pedal komprimiert, um so heller wird die Farbe. An gewohnter Stelle befindet sich der Fußtaster, mit dem das Gerät ein- und ausgeschaltet wird.

Wie bei vielen anderen Pedalen sitzen auch hier die Anschlüsse an der Stirnseite, dabei handelt es sich um die Ein- und Ausgangsbuchsen sowie einen Anschluss für ein externes 9-18 Volt Gleichstrom-Netzteil, das übrigens nicht zum Lieferumfang gehört.

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