Gitarre Hersteller_Nux
Test
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04.02.2019

Nux Solid Studio IR & Power Amp Simulator Test

Boxen-, Röhren- und Mikrofonsimulator

Vielzwecksimulator

Mit dem Nux Solid Studio IR & Power Amp Simulator, einem Mikrofon-, Lautsprecher und Röhrensimulator, stellt das chinesische Unternehmen zumindest laut Produktbeschreibung ein Rundum-Sorglos-Paket für Gitarristen in Aussicht. Mit bezahlbaren Effektpedalen hat sich Nux in den letzten Jahren einen Namen gemacht hat, die trotz ihrer moderaten Preisgestaltung Features aufweisen, die man sonst eher bei deutlich teureren Konkurrenten findet.

Dass man sich bei den eigenen Pedalkreationen nicht einfach nur auf das Kopieren von bereits bestehenden Konzepten beschränkt, zeigt unser heutiger Testkandidat, der mit diversen Simulationen aufwarten kann. Dabei geht es nicht nur um den bequemeren Transport, denn Verstärker und Lautsprecher werden laut Nux nicht mehr gebraucht. Mit seinen virtuell anpassbaren Mikrofonpositionen soll unser Testkandidat auch im Studio zuhause sein. Wir haben uns seine Qualitäten etwas näher angeschaut.

Details

Was kann das Pedal?

Um das zu beschreiben, muss man etwas ausholen:

Eine Gitarrenbox so zu mikrofonieren, dass der Sound am Ende professionell klingt, ist eine ziemliche Herausforderung. Der Grund sind die vielen, sich gegenseitig beeinflussenden Variablen, die man hierbei beachten muss. Da wäre zunächst einmal der verwendete Gitarrenlautsprecher bzw. die Gitarrenbox, denn jedes Modell hat seinen ganz eigenen Sound. Die zweite Variable ist das verwendete Mikrofon, weil auch hier jedes Modell dem Ton seine ganz eigene Färbung gibt, und die Unterschiede können teilweise drastisch sein. Die dritte Variable ist die Position und der Winkel des Mikros vor dem Gitarrenlautsprecher, denn der klingt nicht überall gleich. Grob gesagt produziert er im Bereich der Kalotte die meisten Höhen. Je weiter man das Mikro von der Mitte zum Rand bewegt, um so weicher wird folgerichtig der Ton. Das Solid Studio bildet diese komplette Klangkette in einem einzigen Pedal nach, was vielen Toningenieuren ein entspanntes Lächeln auf die Lippen zaubern könnte, falls es tatsächlich hält, was es verspricht.

Aufbau

Auf den ersten Blick wirkt das Nux Solid Studio wie ein aufwendiges Bodenpedal mit vielen Reglern und Schaltern. Unterstützt wird dieser Eindruck durch die beiden Fußschalter, die das Gerät auch optisch in zwei getrennt schaltbare Bereiche aufteilen. Da wäre zunächst einmal der Bereich des Cab/Mic-Simulators, der mit dem linken Fußtaster aktiviert wird. Zu diesem Bereich gehören unter anderem auch die beiden großen Drehstufenregler, mit denen sich die unterschiedlichen Boxentypen und Mikrofonsimulationen anwählen lassen.

Der Cab-Regler bietet die folgenden acht Boxentypen:

  • JZ120 - Roland Jazz Chorus 120
  • DR112 - Fender Deluxe Reverb 112
  • BS410 - Fender Bassman 410
  • A212 - Vox AC 30 212
  • TR212 - Fender Twin Reverb 212
  • 1960 - Marshall 1960 412
  • GB412 - Celestion Greenback 412
  • V412 - Celestion Vintage 30 412

Der zweite Drehstufenschalter ist für die Mikrofontypen zuständig.

Auch hier gibt es wieder acht Modelle:

  • DYN421 - Sennheiser MD421
  • S57 - Shure SM 57
  • U87 - Neumann U87
  • R122 - Royer R122
  • R121 - Royer R121
  • C 414 - AKG C414
  • C3000 - AKG C3000
  • B52 - Shure Beta 52

Zwischen den eben erwähnten Drehstufenreglern sitzen zwei dreistufige Miniswitches. Der „Mic Positions Switch“ verändert die Position des imaginären Mikros vor dem simulierten Lautsprechermodell in den drei Stufen Center, Mid und Edge. 

Kommen wir zur Power-Amp-Sektion, die mit dem rechten Fußtaster aktiviert wird. Dieser Bereich simuliert das Klangverhalten einer Röhrenendstufe. Auch hier gibt es wieder einen dreistufigen Miniswitch, mit dem sich die Klangeigenschaften unterschiedlicher Endstufenröhren nachahmen lassen. Zur Auswahl stehen EL34, 6V6 und EL84. Drive- und Presence-Regler verdichten das Signal und reichern es mit zusätzlichen Obertönen an. Der Letzte im Bunde ist der Master-Regler für den Ausgangspegel des Pedals. Für die Anpassung des Eingangspegels befindet sich an der Stirnseite neben der Eingangsbuchse ein Miniswitch, mit dem man zwischen +4 dB und -10 dB wählen kann. Der zweite Schalter setzt den Ausgangspegel entweder auf Line-Level oder auf einen um 20 dB abgesenkten Pegel. Das Pedal besitzt drei Klinkenbuchsen. In den Input lässt sich entweder das Signal eines Verzerrers bzw. Pedalboards, oder aber auch das Lautsprechersignal eines Gitarrenverstärkers einspeisen. Aber Vorsicht! Wenn hier ein Gitarrenamp angeschlossen wird, muss an den Thru-Output des Pedals zwingend eine Last in Form einer Gitarrenbox oder eines Lastwiderstands wie beispielsweise ein Power Soak angeschlossen werden, sonst raucht die Endstufe ab. Das Pedal hat zwei Klinkenausgänge und eine XLR-Buchse. Der Anschluss für das optional erhältliche 9-Volt-Netzteil und die Micro-USB-Buchse runden das Bild ab. Letztere dient dem Aufspielen von Firmwareupdates und Impulse Responses von Drittherstellern.

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